Corona-Müdigkeit: Deutsche wollen mehr Freiheit

Den Menschen reicht‘s: Mehrheit für Öffnung der Hotels und Restaurants zu Ostern

Bild von Oster-Dekoration
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Symbolbild: Umfragen zeigen: Menschen wollen Lockerungen zu Ostern.

Es ist ein klares Meinungsbild, welches sicher auch der Politik zu denken gibt: Eine klare Mehrheit der Bundesbürger möchte Lockerungen für die Osterzeit.

Berlin - Liegen zu Ostern nebst Ostereiern auch Corona-Lockerungen im Nest? Eines ist jedenfalls klar: Mit der angekündigten Wetterbesserung sowie der Aussicht auf Ostern steigt auch die Lust der Bundesbürger auf Biergärten und Urlaube. Dies belegen zumindest Umfragen, welche deutliche Mehrheiten für diesbezügliche Lockerungen ausweisen.

Öffnungen? Das sagt die Bevölkerung

In Zahlen gegossen: Trotz der steigenden Infektionszahlen ergab eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presseagentur (dpa), dass 52 Prozent der Befragten dafür plädieren, Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben die Öffnung mit geeigneten Hygiene- und Abstandsregeln wieder zu erlauben. 14 Prozent sind gar für eine unbeschränkte Öffnungsmöglichkeit. Nur 25 Prozent der Befragten meinen, die Hotels sollten auch in den Osterferien geschlossen bleiben. 9 Prozent machten keine Angaben.

Klare Mehrheit für Lockerungen bei Gastronomie

Bei Restaurants, Biergärten, Kneipen und Cafés sind sogar drei Viertel der Befragten für eine Öffnung. 32 Prozent sagen, nur im Außenbereich sollten unter bestimmten Auflagen zu Ostern wieder Gäste bewirtet werden können. Weitere 34 Prozent sind dafür, auch den Innenbereich mit Auflagen zu öffnen. 11 Prozent wollen den Gastwirten die Öffnung ohne Auflagen erlauben. Nur 16 Prozent sagen, Restaurants und Kneipen sollten geschlossen bleiben. Noch eindeutigere Zahlen erbrachte eine „Kantar“-Umfrage für die „Bild“: Ihr zufolge fordern satte 82 Prozent die Öffnung der Außengastronomie. 70 Prozent wollen Ferienwohnungen und Campingplätze aufmachen.

Urlaub auf Malle, Lockdown für Deutschlands Gastronomie? Es regt sich Kritik

In einer Woche beginnen ja in den meisten Bundesländern die Osterferien. Von der Anfang März von Bund und Ländern beschlossenen Öffnungsstrategie blieb das Gastgewerbe aber weitgehend ausgenommen. Die Branche fühlt sich daher von der Politik im Stich gelassen - seit Wochen wird auf eine Perspektive gedrängt. Für Unverständnis hat in diesem Zusammenhang vor allem auch die Entscheidung der Bundesregierung gesorgt, Mallorca von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen. Damit einhergehend wurde auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes aufgehoben.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte: „Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb die Bundesregierung einen Urlaub auf Mallorca für sicherer hält als ein Osterwochenende mit Testpflicht in einer Ferienwohnung an Nord- oder Ostsee.“

Söder sieht „noch viele Fragen offen“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht bei der Debatte um Osterurlaub noch viele Fragen offen. Der CSU-Chef forderte laut dpa vom Robert Koch-Institut (RKI) eine Prognose für die Infektionszahlen. Söder betonte, er könne verstehen, dass die Menschen Urlaub machen wollten und er sehe auch, dass sich die Debatte wegen der Reisen nach Mallorca verändert habe. Damit die Relation gewahrt bleibe, brauche es in jedem Fall eine Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer und verbindliche Quarantäne-Regeln. Zugleich müsse geschaut werden, wie das RKI die Infektionsgefahr für Urlaube in Ferienwohnungen und Ferienhäusern einschätze.

Länder preschen vor

Neuen Schwung in die Debatte um mögliche Öffnungen an Ostern könnte nun eine neue Beschlussvorlage bringen, welche von den Ländern vorgelegt wurde: Sie wollen laut „Business Insider“ Sonderregeln für die Ostertage durchsetzen. Unter anderem im Forderungskatalog: Selbst wenn in Landkreisen mit einer Inzidenz über 100 wieder nur Treffen zu zweit möglich sind, soll es an Ostern vom 2. bis 5. April eine Ausnahme geben. Dann sollen Treffen des eigenen Hausstands mit vier Familienmitgliedern möglich sein, wobei Kinder bis 14 Jahre nicht dazugezählt werden.

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Merkel setzt auf Lockdown

Unklar ist, wie Kanzlerin Angela Merkel auf diesen Vorstoß reagieren wird. Sie macht sich laut „Bild“ für Verschärfungen stark: „Ich hätte mir gewünscht, dass wir ohne diese Vollbremsung auskommen, aber das wird nicht möglich sein.“ 

dp mit Material der dpa

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