Mitten in Euro-Schuldenkrise

Deutscher Staatsüberschuss größer als erwartet

+
Dieses Jahre ist das Glas halbvoll: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und seine Kollegen in den Bundesländern profitieren von einem  Staatsüberschuss, der größer ist als erwartet.

Wiesbaden - Der deutsche Staat hat mitten in der Euro-Schuldenkrise einen größeren Überschuss erzielt als zunächst erwartet.

Der Überschuss lag bei 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung statt wie zunächst berechnet bei 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Der Fiskus profitierte von der robusten Konjunktur im Gesamtjahr und nahm unter dem Strich mehr ein, als er ausgab (rund 4,2 Milliarden Euro). Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen erzielten damit unter dem Strich erstmals seit 2007 einen Überschuss. 2011 hatte Deutschland mit 0,8 Prozent gesamtstaatlichem Defizit abgeschlossen.

Bund und Länder verringerten den Angaben zufolge ihre Defizite im vergangenen Jahr kräftig. Bei Gemeinden und Sozialversicherung stiegen die Überschüsse. Die Sozialkassen kamen dank niedriger Arbeitslosigkeit auf ein sattes Plus von 17,0 Milliarden Euro.

Während andere Euroländer unter Rezession und Sparprogrammen ächzen, ist Deutschland weit entfernt von der 3,0-Prozent-Defizitmarke, die der Maastricht-Vertrag höchstens erlaubt.

Die deutsche Wirtschaft war im vergangenen Jahr trotz der Euro-Schuldenkrise und der weltweiten Konjunkturabkühlung um 0,7 Prozent gewachsen. Zum Jahresende konnte sich allerdings auch Deutschland dem negativen Trend nicht mehr entziehen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 0,6 Prozent, wie die Statistiker am Freitag bestätigten.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser