DGB: Zu wenig soziale Hilfen für Hartz-IV-Empfänger

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Hartz-IV-Empfänger werden nach einer DGB-Studie nur unzureichend von Kommunen mit den gesetzlich vorgesehenen sozialen Hilfen versorgt.

Osnabrück - Hartz-IV-Empfänger werden nach einer DGB-Studie nur unzureichend von Kommunen mit den gesetzlich vorgesehenen sozialen Hilfen versorgt.

Allenfalls 100.000 Hilfebedürftige hätten 2008 flankierende Eingliederungshilfen erhalten, zitiert die “Neue Osnabrücker Zeitung“ aus der Untersuchung, deren Ergebnisse in Kürze in der Zeitschrift “Soziale Sicherheit“ veröffentlicht werden sollen. Autor der Studie sei Wilhelm Adamy, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt beim DGB-Bundesvorstand und Sprecher der Arbeitnehmergruppe im Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit. Adamy fordert demnach, den ganzheitlichen Service für Langzeitarbeitslose insbesondere Schuldnerberatung, Kinderbetreuung, psychische Leistungen, häusliche Pflege und Suchtberatung künftig gesetzlich verbindlich vorzuschreiben und vom Bund kozufinanzieren.

Bisher sind das freiwillige Leistungen. Dafür haben die Kommunen 2008 laut DGB höchstens 500 Millionen Euro bereitgestellt. Adamy äußerte die Befürchtung, dass sich die Situation für die Langzeitarbeitslosen angesichts der schlechten Finanzlage der Kommunen weiter verschlechtere. Laut DGB-Studie erschweren oder verzögern fehlende soziale Hilfen in entscheidendem Maß die Wiedereingliederung der Hartz-IV-Bezieher in den Arbeitsmarkt. Nach unveröffentlichten Daten des Bundesarbeitsministeriums wurde nach Angaben der Betroffenen in den Beratungsgesprächen nur bei 15 bis 20 Prozent aller verschuldeten Hartz-IV-Empfängern die finanzielle Problematik überhaupt angesprochen.

Nur in der Hälfte dieser Fälle seien Maßnahmen wie Schuldnerberatung ergriffen worden. Ähnliches gelte für Suchtkranke und Langzeitarbeitslose mit psychischen Erkrankungen. Auch deren Probleme seien nur in 20 bis 30 Prozent aller Fälle in den Beratungsgesprächen thematisiert worden. Besonders unbefriedigend sei die Situation für Langzeitarbeitslose mit Kindern. Nur knapp vier Prozent der befragten Hilfebedüftigen mit Kindern unter 15 Jahren haben Unterstützung zur Sicherung der Kinderbetreuung erhalten, ermittelte dem Bericht zufolge das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 2008 hätten die Kommunen die Betreuung von rund 15.000 Hartz-IV-Kindern gefördert. Insgesamt gebe es aber allein 670.000 Kinder unter sieben Jahren im Hartz-IV-Bezug, von denen ein oder beide Elternteile keine Arbeit hätten.

dapd

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