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China-Pandas nach Berlin: Was hinter der netten Geste steckt

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Die Panda-Dame Meng Meng in der Zuchtstation in Chengdu.

Am Samstag ziehen die beiden Pandabären Meng Meng und Jiao Qing von China nach Berlin. Darum ist die langjährige Tradition des Bären-Verleihs nicht ganz unumstritten. 

Berlin - Meng Meng und Jiao Qing, das sind die beiden Pandabären, die am Samstag von China nach Berlin übersiedeln. Übersetzt bedeuten die Namen in etwa „Träumchen“ und „Schätzchen“. Die Leihgabe von chinesischen Pandas an andere Staaten hat eine lange, nicht unumstrittene Tradition. 

Nach dem Tod von Bao Bao und Tjen Tjen – ein Staatsgeschenk des chinesischen Regierungschefs Hua Guofeng an Bundeskanzler Helmut Schmidt – bemühte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich bei einer ihrer Chinareisen um Nachfolger. Die seltenen großen Pandabären sind für China ein bewährtes Mittel der Diplomatie und dienen als Ausdruck von Wohlwollen gegenüber anderen Regierungen. Um die schwarz-weißen Bären bitten, können nur befreundete Staats- und Regierungschefs.

Nur lukrative Partner bekommen einen Panda

Das von der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte Bild zeigt am Samstag zwei Transportboxen vor einer Frachtmaschine an einem Flughafen in Chengdu (China), in denen sich die Pandas "Meng Meng" (Träumchen) und "Jiao Qing" (Schätzchen) befinden.

Wie eine Untersuchung der Oxford University aus dem Jahr 2013 zeigt, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Handelsvolumen des jeweiligen Landes mit China und der Herausgabe von Pandabären – kurz: Nur langjährige und lukrative Handelspartner bekommen eines der seltenen Tiere. 

Ein Beispiel: Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen zwischen Frankreich und China um ein Abkommen zum Uran-Export, wurden im Januar 2012 zwei Pandabären ins Flugzeug nach Paris gesetzt. Panda-Diplomatie nennt sich diese Praxis. Länder, die sich kritisch über die chinesische Regierung geäußert haben oder keine Handelsbeziehungen unterhalten, erhalten keine pelzigen Diplomaten. 

Das Geschenk kostet die Beschenkten

Die Tiere, die in China als Nationalschatz gelten, bleiben trotz aller Freundschaft, Eigentum von China – auch der mögliche Nachwuchs – und werden nur als Leihgabe herausgegeben. Die guten Beziehungen haben außerdem einen hohen Preis: Die Leihgebühr für Meng Meng und Jiao beträgt pro Jahr rund 920.000 Euro. Das Geld fließt zu 70 Prozent in den Schutz wild lebender Pandas. Weitere 20 Prozent gehen an die Chengdu Panda Base, eine Zuchtstation in der zentralen Provinz Sichuan. 

Der Berliner Zoo stemmt die Leihgebühr mit Hilfe von Spenden und Sponsoren. Ausgeliehen werden die beiden für 15 Jahre. Zudem flossen zehn Millionen Euro in die neue Unterkunft namens Panda Garden. 

Die beiden Bären fliegen an Bord eines Lufthansa-Frachtflugs von Chengdu nach Berlin. Mehr als zwölf Stunden sind die Tiere in der Luft. Der Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), heißt sie vor vielen Medienvertretern willkommen. 

Die ersten offiziellen Besucher des Panda-Paares werden Kanzlerin Merkel und Chinas Präsident Xi Jinping sein. Eine staatstragende Angelegenheit.

Mit Material von dpa und AFP

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