Viele Indizien für Verbindungen zu Russland

Zehn Fakten gegen US-Präsident: Darum wird‘s eng für Trump

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Gerät immer mehr unter Druck: US-Präsident Donald Trump könnte schon bald seines Amtes enthoben werden.

Washington - Donald Trump muss wohl um sein Amt als US-Präsident bangen. Die New York Times hat bereits eine Liste von Fakten veröffentlicht, die eine Verbindung zu Russland offenbaren.

„Die Luft für Trump wird dünner!“ Die Politikwissenschaftlerin Cathryn Clüver von der Harvard Kennedy School of Government in Cambridge glaubt, dass nach der Aussage des FBI-Chefs James Comey vor dem US-Kongress ein Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten näherrückt. Spätestens, wenn in zwei bis drei Monaten ein lückenloser Bericht der Bundes­behörden zur russischen Verstrickung in den Trump-Wahlkampf abgeschlossen sei, würden die Rufe nach solch einem „Impeachment“ gegen Trump lauter und aggressiver werden. Es gebe bereits Republikaner, die bereit seien, gegen Trumps Politik anzukämpfen, so die Politik-Expertin im Deutschlandfunk. Es werde für den Präsidenten schwieriger, „mit gezieltem Bohei nach außen von der Faktenlage abzulenken“, so Clüver.

Der Ex-Präsident des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, nannte die angekündigten FBI-Untersuchungen gegen den US-Präsidenten einen „absolut gravierenden, einmaligen Vorgang“. Auch die internationale Presse beurteilt Trumps Lage nach den Aussagen von Comey hart: „Trumps Wahlkampfteam hat das Weiße Haus beschmutzt“, schreibt der britische Guardian. Und die Neue Züricher Zeitung kommentiert die Klarstellung, dass Ex-US-Präsident Obama Trump entgegen dessen Behauptung nicht abhören ließ: „Der US-Präsident ist damit der Lüge und Verleumdung überführt worden.“ Die New York Times hat zehn belastende Punkte aufgelistet, die Trump noch mehr in Not bringen könnten.

Diese zehn Fakten könnten Trump in Gefahr bringen

  • Trump und seine Berater haben wiederholt Kontakte zu Russland geleugnet. Tatsächlich ist bewiesen, dass mindestens sechs Personen aus der Umgebung des Präsidenten während des Wahlkampfs Kontakt zu hochrangigen russischen Offiziellen hatten.
  • Vize-Präsident Mike Pence antwortete am 15. Januar auf die Frage nach Kontakten des Trump-Teams zum Kreml: „Natürlich gab es keine. Warum sollte es welche geben?“ Wenn es diese Kontakte aber doch gab, stellt sich die Frage nach dem „Warum“ umso drängender.
  • Die FBI-Ermittlungen ergaben, dass es 2700 Kontakte zwischen einem Computer des Trump-Teams und der russischen, Putin nahestehenden Alfa-Bank gab.
  • Die britische und die niederländische Regierung haben Treffen während des US-Wahlkampfs zwischen russischen Vertretern und dem Trump-Team auf ihrem Staatsgebiet bestätigt.
  • In dem berühmt-berüchtigten Dossier des Ex-Mitarbeiters des britischen Geheimdienstes MI6, Christopher Steele (das behauptet, es gebe belastendes Filmmaterial über Trump mit russischen Prostituierten in Moskau) wird ein russischer Agent mit den Worten zititert, die Wahlkampfbeeinflussung sei „mit dem Wissen und der vollen Unterstützung von Trump“ geschehen. Als Gegengeschäft habe das Trump-Team den Russen Unterstützung in der Ukraine-Frage versprochen. Ex-US-Geheimdienstdirektor James Clapper erklärte dazu, es gebe zwar keine Beweise dafür, aber umso nötiger sei eine unabhängige Untersuchung, um die Vorwürfe vom Tisch zu bekommen.
  • Trump hat sich im Wahlkampf auffällig freundlich über Putin und dessen Ukraine-Kurs geäußert.
  • Ein enger Trump-Vertrauter, Roger Stone, wusste offensichtlich schon vorab von den russischen Enthüllungen zu den E-Mails von Hillary Clintons Wahlkampfleiter John Podesta via Wikileaks: Schon zwei Monate vorher twitterte Stone: „Glaubt mir, bald wird der Sack bei Podesta zugemacht.“ Sechs Tage vor den Enhüllungen legte Stone dann nach: „Hillary Clinton ist erledigt. #Wikileaks.“
  • Trumps Wahlkampf-Manager Paul Manafort erhielt laut der ukrainischen Antikorruptionsbehörde zwischen 2007 und 2012 insgesamt 12,7 Millionen Dollar von der prorussischen ukrainischen Regierung unter Viktor Janukowitsch. Trumps Sprecher Sean Spicer erklärte jetzt, Manafort habe nur „eine sehr begrenzte Rolle“ im Wahlkampf gespielt.
  • Donald Trump jr. jubelte 2008: „Wir sehen viel Geld aus Russland reinströmen.“ Das bestärkt den Verdacht: Moskau habe schon vor Jahren durch Großkredite für seine Unternehmen Einfluss auf Trump gewonnen. Die einfachste Art, diese Verdächtigungen aus der Welt zu schaffen, wäre es, wenn Trump - wie die früheren US-Präsidenten - seine Steuererklärung offenlegen würde. Aber er weigert sich.
  • Selbst viele US-Republikaner fordern wie Ex-Präsident George W. Bush: „Wir brauchen Antworten!“ Deshalb wäre es dringend nötig, eine unabhängige Untersuchung einzuleiten.

Das Fazit von NYT-Autor Nicholas Kristof: „Die Erfahrung lehrt uns Journalisten: Wenn Führer sich wie Berserker benehmen und die, die Fragen stellen, beschimpfen und beleidigen, dann ist das der Punkt, wo man ganz dicht am Skandal dran ist.“

Ivanka im Zentrum der Macht

Mächtige Präsidenten-Gattinnen gab es in der US-Geschichte viele - aber erstmals übernimmt eine Tochter die Rolle der First Lady! Ivanka Trump (35) bezog am Dienstag ihr eigenes Büro im Weißen Haus. Trumps Ehefrau Melania will nicht nach Washington umziehen, sondern mit ihrem Sohn Barron (10) zumindest bis zum Ende des laufenden Schuljahres in New York bleiben. Ivankas Berater-Rolle wird wegen möglicher Interessenkonflikte kritisiert: Denn die Trump-Tochter hält an ihren unternehmerischen Tätigkeiten fest.

KR

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