Film mit Reese Witherspoon

Kopierte Donald Trump seine Rede aus der Komödie „Natürlich blond“?

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Reese Witherspoon als ehrgeizige Elle in „Natürlich Blond“.

Schon wieder verspottet das Netz Trump: Eine seiner Reden klingt nämlich einer Ansprache von Reese Witherspoon in der Komödie „Natürlich Blond“ verdächtig ähnlich.

Lynchburg - An der Liberty University in Virginia hielt Trump eine Rede vor den Absolventen der Universität. Ein absolut unkritischer Termin, möchte man meinen. Der US-amerikanische Präsident sprach von einem neuen Abenteuer für die scheidenden Studenten, er forderte sie auf, dem Land und der Welt etwas zurückzugeben, beglückwünschte sie. 

Wäre die Rede nicht dem Komiker Jimmy Fallon, Gastgeber der Tonight Show auf dem US-Sender NBC, in die Hände gefallen, wäre sie vermutlich schon beinahe wieder in Vergessenheit geraten. Doch das Team der Tonight Show fühlte sich durch die Worte des Präsidenten wohl an einen Film erinnert: „Natürlich Blond“, eine schrille Komödie aus dem Jahr 2001.

Reese Witherspoon spielt in „Natürlich Blond“ eine blonde, etwas naive und vor allem mode-orientierte Protagonistin namens Elle Woods. Zu Beginn der Komödie wird Elle von ihrem Freund Warner verlassen, da er sich auf sein Jura-Studium an der Eliteuniversität Harvard und seine Karriere konzentrieren möchte. Die Protagonistin beschließt kurzerhand, sich ebenfalls an der renommierten Hochschule zu bewerben und wird dank guter Testergebnisse tatsächlich genommen. Anders als erwartet ist die schrille Blondine in ihrem Studium ziemlich erfolgreich und kann als Praktikantin sogar einen Mordfall lösen. Am Ende des Films hält sie deshalb eine Rede vor den anderen Absolventen der Universität, in der sie ihre Kommilitonen beschwört, an sich selbst zu glauben. Schließlich gibt sie ihrem Ex-Freund Warner den Laufpass.

Trumps Rede ähnelt der Ansprache in „Natürlich Blond“ mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle

Die Abschlussrede am Ende des Films klingt in einigen Passagen der Ansprache von Trump verdächtig ähnlich, wie ein Zusammenschnitt der Tonight Show deutlich macht. Das Video des Komikers Fallon beginnt mit der Jura-Absolventin Elle, die sagt: „Wir gehen unsere nächsten Schritte in die Welt.“ Im Kontrast dazu sagt Trump in seiner Rede: „Ihr müsst heraus in die Welt gehen.“ Daraufhin zeigt der Clip, wie sowohl Trump als auch Elle von „Passion“ sprechen und die Studenten beschwören, zu ihren Überzeugungen zu stehen. Am wichtigsten ist schließlich beiden: „Seid euch selbst treu“ (Trump) beziehungsweise „habt Vertrauen in euch selbst“ (Elle). Am Ende ruft Elle: „Wir haben es geschafft!“ - und Trump: „Ich hab es geschafft.“

Davon, dass Trump die Rede von „Natürlich Blond“ abgeschrieben hat, kann trotzdem nicht die Rede sein. Schließlich pickte sich der Komiker Fallon nur einige wenige Passagen aus Trumps langer Rede heraus - und das völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Es handelt sich dementsprechend eher um einen scherzhaften Vergleich - die Internet-Gemeinde in den sozialen Netzwerken ist jedoch durchaus begeistert.

Schließlich ist es aber auch nicht der erste Vorfall, bei dem Trumps Reden mit Filmpassagen verglichen werden: Bei seiner Antrittsrede zitierte der US-Präsident quasi den Bösewicht Bane aus dem Film „Batman“, berichtet unter anderem der Business Insider. Trump sagte: „Wir übertragen die Macht von Washington D.C. und geben sie euch, dem Volk, zurück.“ Bane wird ebenfalls mit den Worten „wir geben sie euch, dem Volk zurück“ zitiert.

Auch First Lady Melania wurde bereits mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert: Trumps Frau hielt im Wahlkampf eine Rede, die in Teilen einer früheren Rede der Ex-First-Lady Michelle Obama ähnelte. In Cleveland beschrieb sie die Werte, die ihre Eltern ihr mitgegeben haben, mit folgenden Worten: „Dass Du hart arbeitest für das, was Du im Leben willst; dass Dein Wort gilt und Du tust, was Du sagst“. Wortgleich hatte Michelle Obama in ihrer Rede bei dem Nominierungsparteitag von Barack Obama von ihren Werten gesprochen. Darüber hinaus waren noch weitere Teile der Reden identisch.

Auch wenn in diesem Fall dem US-Präsidenten niemand ernsthaft einen Plagiatsvorwurf machen wird, hat Donald Trump dennoch genug mit anderen Problemen zu kämpfen. So wird ihm jüngst vorgeworfen, die Justiz behindert zu haben: Laut einem Bericht soll Trump den FBI-Chef James Comey gebeten haben, Ermittlungen gegen den Ex-US-Sicherheitsberater Michael Flynn wegen dessen Russland-Kontakten einzustellen. Danach hat das US-Justizministerium einen Sonderermittler eingesetzt, der Licht in die Affäre um Trump und Russland bringen soll. Hier erfahren Sie, was dem US-Präsidenten dadurch droht.

bau

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