Langes Hin und Her

Einheitsdenkmal in Berlin soll doch gebaut werden

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Die undatierte Computergrafik zeigt den gemeinsamen Entwurf der Choreographin Sasha Waltz und der Stuttgarter Szenografen Milla & Partner für das in Berlin geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal.

Berlin - Das umstrittene Einheitsdenkmal in Berlin soll nun doch gebaut werden. Das Projekt der so genannten Einheitswippe war wegen drohender Kostenexplosion vorerst gestoppt worden.

Das umstrittene Einheitsdenkmal in Berlin soll nun doch gebaut werden. Darauf verständigten sich die Fraktionschefs von Union und SPD, Volker Kauder und Thomas Oppermann, am Dienstag, wie aus Fraktionskreisen verlautete. Das Projekt einer beweglichen, leicht gewölbten Schale - der so genannten Einheitswippe - war wegen drohender Kostenexplosion vom Haushaltsausschuss des Bundestages gestoppt worden.

Am Dienstag erklärten der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marco Wanderwitz und der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Kretschmer: „Das Freiheit- und Einheitsdenkmal in Berlin kommt so wie vom Deutschen Bundestag 2007 und 2008 beschlossen. Im Ergebnis des Fachgespräches im Kulturausschuss am 25. Januar 2017 und vieler Gespräche haben wir heute die Entscheidung getroffen, sowohl am Standort als auch an dem Siegerentwurf Bürger in Bewegung festzuhalten.“

Kostenpunkt: 15 Millionen Euro

Wanderwitz sagte weiter, das Denkmal sei dafür da, um an die „friedliche Revolution von 1989 und die gesamte positive Freiheits- und Einheitsgeschichte Deutschlands zu erinnern“. Die Baugenehmigung liege bereits vor und schon bald würde der Spatenstich anstehen. 

In Deutschland gebe es "so viele Denkmäler für Kriegsherren", sagte Oppermann. Nun müsse auch "Freiheit und Einheit" ein Denkmal gesetzt werden. Kauder verteidigte die Prüfung der Kosten durch die Haushälter des Bundestags. Statt ursprünglich zehn Millionen sind inzwischen 15 Millionen Euro für das Monument vorgesehen. "Es war immer völlig klar, dass ein Einheitsdenkmal kommt", sagte Kauder.

Genau das schien zuletzt aber unsicher. Noch am Sonntag hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) in seiner Rede vor der Bundespräsidentenwahl zum wiederholten Mal ein solches Denkmal eingefordert. Auch der CDU-Parteitag im Dezember setzte sich in einem Beschluss für den Bau ein.

Kritik und Spott für den geplanten Entwurf

Das Monument soll vor dem rekonstruierten Berliner Stadtschloss inmitten der Hauptstadt stehen. Die bereits vor Jahren getroffene Grundsatzentscheidung wurde begleitet von Streit um die Entwürfe. Auch das schließlich ausgewählte Modell der begehbaren Schale stieß auf Kritik und Spott.

Zunächst waren zehn Millionen Euro für das Denkmal veranschlagt worden. Nach absehbaren Kostensteigerungen stoppten die Haushälter des Bundestags dann das Vorhaben. Dass ein Ausschuss damit ein vom Plenum beschlossenes Projekt auf Eis legte, empörte nicht nur Kulturpolitiker.

Für zusätzliche Kritik sorgte eine weitere Entscheidung des Haushaltsausschusses: Im November gab er zunächst sogar 18,5 Millionen Euro für ein anderes Projekt frei.

AFP/mt

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