Im Hochsicherheitstrakt

Einzelzelle in Stammheim: So ergeht es dem BVB-Attentäter im Gefängnis

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In „Bau 1“ der JVA Stammheim saßen schon RAF-Mitglieder ein

Stuttgart - In der JVA Stuttgart-Stammheim saßen schon Andreas Baader und Ulrike Meinhof ein. Nun beherbergt der Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses den BVB-Attentäter Sergej W.

Seit knapp einer Woche ist Sergej W. den Deutschen ein Begriff: Der 28-Jährige wird verdächtigt, aus Habgier das Attentat auf den Mannschaftsbus Borussia Dortmunds verübt zu haben. Während aber schon erste psychologische Experteneinschätzungen über den mutmaßlichen Täter kuriseren, war bislang noch unklar: Wie ergeht es Sergej W. seit seiner Festnahme?

Die Antwort: W. sitzt derzeit im wohl bekanntesten Gefängnis Deutschlands in Untersuchungshaft. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat der Terrorverdächtige eine Einzelzelle in „Bau 1“ der JVA Stuttgart-Stammheim bezogen. Im jenem Gebäude also, in dem mit Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Co. die erste Generation der RAF einsaß. Der mutmaßliche BVB-Attentäter habe eine Zelle im ersten Stock des Hochsicherheitstrakts bezogen.

Eine Stunde Hofgang täglich

An Luxus ist dem Bericht zufolge in dem mehr als 53 Jahre alten Hafthaus nicht zu denken. Die Einrichtung beschränke sich auf Bett, Plastikstuhl, Metallspülbecken, Schreibtisch und WC. Rund um die Uhr wachen Beamte vor der Zelle und können durch ein Fenster in den Raum blicken. 23 Stunden am Tag verbringe W. in der Zelle, schreibt Bild. Eine Stunde täglich stehe ihm für einen Hofgang zur Verfügung. Auch diesen müsse er aber allein verbringen.

Fernseher als einziger Luxus

Eine Möglichkeit zum Zeitvertreib gibt es im Hochsicherheitstrakt angeblich aber doch: Einen Fernseher könne der Häftling nutzen, heißt es. Etwas makaber wirkt der Verweis des Blattes auf das Fernsehprogramm des Mittwochabend. Sergej W. habe das DFB-Pokal-Spiel Bayern gegen Dortmund schauen dürfen, heißt es.

Am 11. April waren vor dem Champions-League-Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco drei Sprengsätze in der Nähe des Mannschaftsbusses explodiert. Die BVB-Spieler waren kurz zuvor mit ihrem Bus vom Mannschaftshotel zum Stadion abgefahren. Bei der Explosion wurde der Abwehrspieler Marc Bartra schwer verletzt. Am 21. April nahmen Spezialkräfte der Polizei in Baden-Württemberg Sergej W. als Verdächtigen fest.

fn (mit dpa)

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