An syrisch-jordanischer Grenze

Elf Tote bei Anschlag in Flüchtlingslager

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In Jordanien finden viele syrische Flüchtlinge Zuflucht. Das Symbolfoto zeigt ein anderes Lager in Azraq.

Amman - In einem Lager für Bürgerkriegsflüchtlinge an der syrisch-jordanischen Grenze sind am Samstag nach Aktivistenangaben mindestens elf Menschen bei einem Bombenanschlag getötet worden.

Eine Autobombe sei am Rande des Lagers Rukban im Nordosten Jordaniens detoniert, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Die Zahl der Todesopfer drohe zu steigen, weil mehrere Schwerverletzte sich in einem ernsten Zustand befänden.

Laut Beobachtungsstelle waren unter den Todesopfern ein Paar und seine zwei Kinder. Auch vier Stammeskämpfer aus Ostsyrien seien getötet worden, die gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft hätten. Die der syrischen Opposition nahestehende Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben aus einem Netzwerk von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben kaum zu überprüfen.

Auch die jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete unter Berufung auf eine Quelle im Militär von dem Anschlag auf das Flüchtlingslager. Demnach wurden 14 Verletzte in ein Krankenhaus im Grenzgebiet gebracht. Es gebe keine jordanischen Opfer.

Das behelfsmäßige Lager für syrische Flüchtlinge befindet sich in einer abgelegenen Wüstengegend im Nordosten Jordaniens in der Nähe des Grenzübergangs Rukban. Nach UN-Angaben leben in dem Camp 85.000 Syrer.

Die jordanischen Behörden hatten nach einem Selbstmordanschlag im Juni, bei dem sieben jordanische Soldaten getötet wurden, die Grenzen zu Syrien und zum Irak geschlossen. Zu dem Anschlag hatte sich der IS bekannt. Die Regierung in Amman erklärte das Grenzgebiet zu militärischem Sperrgebiet.

Die jordanischen Behörden vermuteten, dass der Attentäter aus dem Flüchtlingscamp Rukban kam, und stellten daher auch die Hilfslieferungen für das Lager ein. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte im Oktober die verheerenden Lebensbedingungen in dem Lager. Seit der Grenzschließung trafen erst zwei Hilfslieferungen der Vereinten Nationen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Winterkleidung in dem Camp ein.

Mehr als vier Millionen Syrer verließen seit dem Beginn des Bürgerkriegs im Frühjahr 2011 ihr Land. Mehr als 310.000 Menschen wurden in den Kampfhandlungen getötet.

Das kleine Königreich Jordanien mit seinen rund 7,5 Millionen Einwohnern trägt eine große Last bei der Aufnahme der Bürgerkriegsflüchtlinge. Nach Angaben der Regierung in Amman leben dort 1,4 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland, die UNO gibt ihre Zahl mit 600.000 an.

König Abdullah hatte im August gesagt, Jordanien tue sein Möglichstes, um syrischen Flüchtlingen zu helfen. "Aber wir haben unsere Grenzen erreicht", fügte er hinzu. Es handle sich um eine internationale Krise, bei der es um internationale Verantwortung gehe. "Die Welt muss ihren Teil beitragen."

AFP

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