Entspannung in Honduras: Zelaya will ausreisen

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Zelaya wirft den Hut und wird ausreisen.

Tegucigalpa - Sieben Monate nach dem Putsch in Honduras ist ein Ende der Staatskrise in Sicht.

Der gestürzte und seit September in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa festsitzende Präsident Manuel Zelaya willigte am Samstag ein, in die Dominikanische Republik auszureisen. Damit nahm er ein Angebot an, das sein gewählter Nachfolger, Porfirio Lobo, und der dominikanische Präsident Leonel Fernández am Mittwoch ausgehandelt hatten.

Lobo hatte in einer Vereinbarung mit Fernández zugesagt, dass er gleich nach seiner Amtseinführung am kommenden Mittwoch Zelaya freies Geleit gewähren werde. Fernández bot Zelaya sowie dessen Familie und engen Mitarbeitern einen privilegierten Status an. Zelaya betonte im Gespräch mit dem Radiosender Globo, er werde sein Heimatland “dank der Vereinbarung (zwischen Lobo und Fernández) als normaler Bürger“ verlassen. Eine Rückkehr komme erst nach einer nationalen Aussöhnung in Frage, fügte er hinzu. Damit spielte er auf eine Amnestie an. Nur sie könnte den gegen Zelaya bestehenden Haftbefehl wieder aus der Welt schaffen.

Zelaya war am 28. Juni gestürzt und vom Militär in einer Nacht- und Nebelaktion nach Costa Rica gebracht worden. Der Putsch löste eine Staatskrise aus, die das ohnehin verarmte mittelamerikanische Land in einen zermürbenden Machtkampf riss und international isolierte. Zelaya blieb der einzige international anerkannte Staatschef von Honduras und kehrte im September heimlich nach Honduras zurück. Seitdem sitzt er wegen des Haftbefehls in der brasilianischen Botschaft in Tegucigalpa fest, wo ihm nach seiner heimlichen Rückkehr Zuflucht gewährt wurde. Von dort kämpfte er vergeblich für seine Wiedereinsetzung als gewählter Präsident. Die Justiz von Honduras wirft ihm unter anderem Hochverrat und Amtsmissbrauch vor, weil er versucht hatte, eine Volksbefragung über eine eventuelle Verfassungsreform anzusetzen. Diese sollte seine Wiederwahl ermöglichen.

Ende Oktober wählten die Honduraner jedoch den Konservativen Lobo zum neuen Präsidenten. Der nach wie vor international nicht anerkannte Interims-Präsident Roberto Micheletti will sein Amt bis zur offiziellen Übergabe an Lobo am 27. Januar ausüben und sich dann ins Privatleben zurückziehen. dpa

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