Zur Personalrochade

„Erbärmlich“: Tweet von CDU-Vizechefin Klöckner erzürnt SPD

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Ein Tweet von CDU-Vizechefin Julia Klöckner zur Personalrochade bei der SPD erzürnt derzeit SPD-Politiker und Twitter-Nutzer.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering verkündete am Dienstag seinen Rücktritt wegen einer Krebserkrankung. In der SPD zieht das eine Personalrochade nach sich. Ein Tweet dazu von CDU-Vizechefin Julia Klöckner sorgt nun für Furore im Netz. 

Mainz – Am Dienstag verkündete Erwin Sellering von der SPD, der Ministerpäsident von Mecklenburg-Vorpommern, dass er von allen seinen Ämtern zurücktritt. Als Grund nannte der SPD-Politiker eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung, die völlig überraschend festgestellt wurde. Als seine Nachfolgerin – sowohl als Regierungschefin als auch als SPD-Landesparteichefin – schlug der 67-Jährige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vor. Die 43-Jährige ist mittlerweile offiziell als Ministerpräsidentin nominiert. Abgesehen davon folgt auf Sellerings Rücktritt laut tagesschau.de eine größere Personalrochade: Den Posten der Familienministerin übernimmt Katarina Barley, bisherige Generalsekretärin der SPD. Als neuer Generalsekräter wird Fraktionsvize Hubertus Heil den Wahlkampf der Sozialdemokraten leiten. 

Diesen Wechsel nimmt CDU-Vizechefin Julia Klöckner zum Anlass, die Oppositionspartei auf Twitter zu kritisieren. In dem sozialen Netzwerk fragt die Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU in Rheinland-Pfalz provokant: „Rechnet sich Herr Schulz mit neuem Generalsekretär mehr Chancen aus?“und stichelt: „Wer lässt vier Monate vor der Wahl schon seine Generalsekretärin gehen“.

Dieser Kommentar zur SPD-Rochade ist eine Watschn für die Partei, die seit mehreren Wochen in Folge in den Umfragen zurückgefallen ist und gerade nur noch auf 25 Prozent kommt. In der Fraktion löste Klöckners Frage einen wahren Tweet-Sturm aus, in dem die Sozialdemokraten zeigen, was sie von Klöckners Äußerung halten. 

Benedikt Oster, SPD-Politiker im Landtag von Rheinland-Pfalz, brachte seine Meinung in einem Wort auf den Punkt:

Die SPD auf Twitter sieht Klöckners Tweet als Grund, warum sie die Wahl in Rheinland-Pfalz nicht gewonnen hat.

Auch der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD in Schleswig-Holstein äußerte sich:

Juso-Kreisvorsitzender Julian Seiferth reagierte entgeistert: 

SPD-Staatssekretär Ulrich Kelber schloss sich den Stimmen seiner Partei an und nannte Klöckners Fragen „erbärmlich“.

Doch auch viele andere Twitterer zeigen sich empört über die Meldung der CDU-Politikerin: 

Viele Nutzer fordern von Klöckner eine Entschuldigung ein. Die CDU-Politikerin hat zu den Kommentaren bislang keine Stellung genommen, der Tweet ist nach wie vor auf ihrer Twitter-Seite zu finden.

mh

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