Sticheleien gehen weiter

Erdogan nennt Europa „Zentrum des Nationalsozialismus“

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Wahlkampf in Istanbul: Recep Tayyip Erdogan auf einem gigantischen Poster

Istanbul - Der türkische Ministerpräsident Erdogan lässt die Beleidungen in Richtung EU nicht abreißen - auch wenn sich offenbar nur noch schwer neue Superlative finden lassen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat ein weiteres Mal versucht, seine Sticheleien in Richtung Kontinentaleuropa zu verschärfen: Anfang der Woche hatte er die Europäer „Enkel des Nationalsozialismus“ genannt. Nun, am Donnerstag, hat der AKP-Politiker Europa als „Zentrum des Nationalsozialismus“ bezeichnet. 

„Heute ist Europa in den Augen von Milliarden Menschen nicht das Zentrum von Demokratie, Menschenrechten und Freiheiten, sondern das der Repression, Gewalt und des Nationalsozialismus“, sagte Erdogan am Donnerstag vor Anhängern im westtürkischen Balikesir. Rassistische Parteien wickelten Europa um den Finger. „Wir haben es mit einem Kontinent zu tun, der in jeder Hinsicht verrottet.“

Erdogan führt zurzeit fast täglich Wahlkampf für das Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems am 16. April. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Europa stecken unter anderem wegen wiederholter Nazi-Vergleiche Erdogans und der Absage von Wahlkampfauftritten türkischer Minister in einer Krise.

Aufgeheizter Wahlkampf: Messerattacke auf Oppositionspolitiker

Unterdessen ist ein türkischer Abgeordneter der größten Oppositionspartei CHP im laufenden Wahlkampf gegen die Einführung eines Präsidialsystems mit einem Messer angegriffen worden. Ein Händler habe den CHP-Abgeordneten Cetin Arik im zentralanatolischen Kayseri attackiert, berichtete die Nachrichtenagentur DHA am Donnerstag.

Arik kritisierte nach Angaben von DHA, die türkische Führung provoziere solche Angriffe, indem sie alle, die gegen das Präsidialsystem seien, „wie Terroristen darstelle“.

dpa

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