Schlägerei im Parlament

Türkei: Abgeordneter beleidigt Erdogan als „Verräter“ - dann eskaliert es

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Präsident Erdogan reagiert hart auf Beleidigungen 

Bei einer Sitzung des türkischen Parlaments ist es zu einem Eklat gekommen. Ein Abgeordneter hat den türkischen Präsidenten Erdogan beleidigt. Dann kommt es zu einer Prügelei.

  • Im türkischen Parlament ist es am Mittwoch zu einem Eklat gekommen
  • Ein Abgeordneter beleidigte Präsident Recep Tayyip Erdogan
  • Daraufhin begann eine Prügelei im Parlament

Ankara - Im türkischen Parlament kam es am Mittwoch zu einer Prügelei. Einige Abgeordnete gingen auf ein Oppositionsmitglied los. Der Grund: Er hatte zuvor auf einer Pressekonferenz Präsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt. In der anschließenden Sitzung des türkischen Parlaments folgten dann schwere Auseinandersetzungen zwischen den Abgeordneten. 

Erdogan in Türkei beleidigt: Abgeordnete eskalieren

Engin Özkoc, der die Prügelei ins Rollen brachte, ist Mitglied der Oppositionspartei CHP und warf dem türkischen Präsidenten auf einer Pressekonferenz Versagen in seiner Syrien Politik vor. Vor einer Woche waren einige türkische Soldaten ums Leben gekommen. Mindestens 34 Soldaten wurden bei einem Luftangriff in der Region um die Stadt Idlib getötet. Laut Özkoc halte Erdogan dem Parlament wichtige Informationen und Hintergründe zu der Tat in Syrien vor. Das türkische Militär reagierte auf den Luftangriff mit einem Gegenanschlag und tötete im Nachbarland über 70 Soldaten. Wie der Focus berichtet, bezeichnete der Oppositionspolitiker Erdogan zudem als „Verräter“. Erdogan handele „ehrlos“, schimpfte Özkoc weiter. Offenbar wählte er diese Wörter ganz bewusst, denn zuvor hatte Präsident Erdogan mit denselben Worten den Parteivorsitzenden der CHP, Kemal Kilicdaroglu, indirekt kritisiert. 


Die scharfen Äußerungen wollten einige Abgeordnete nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem Özkoc nach der Pressekonferenz wieder im Parlament erschienen war, gingen sie aufeinander und gegen den Oppositionellen Özkoc los. Laut Focus wurden dabeifünf Parlamentarier verletzt

Türkei: Ermittlungen gegen Oppositionsmitglied eingeleitet

Aufgrund seiner Äußerungen gegenüber Präsident Erdogan wird nun gegen das Oppositionsmitglied ermittelt. Ihm wird Präsidentenbeleidigung vorgeworfen. Zudem muss er Schadensersatz zahlen. Eine Million Türkische Lira (146.000 Euro) sollen es sein. 

Präsident Erdogan geht grundsätzlich sehr streng vor, wenn es um Beleidigungen gegen ihn geht. Im Sommer vergangenen Jahres hatte er beispielsweise den Profiboxer Ünsal Arik wegen Mordversuches angezeigt. Dieser hatte in einem Musikvideo eine Pappfigur, die den türkischen Präsidenten zeigt, umgeworfen. 

Sein Vorgehen im Zusammenhang mit der Syrien-Krise brachte Erdogan bereits ebenfalls scharfe Kritik ein. Alle aktuellen Entwicklungen in Syrien und auch an der türkisch-griechischen Grenze lesen Sie in unserem News-Ticker. 

mk

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