Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Umfrage-Hammer

„Es ist beschissen!“: Erste Abgeordnete fordern Rücktritt - Luft für Laschet immer dünner

Armin Laschet bei einem Wahlkampf-Auftritt in St. Peter Ording
+
Armin Laschet bei einem Wahlkampf-Auftritt in St. Peter Ording

Wenn man die Bürger fragt, wen sie nehmen würden, wenn statt der Partei der Kanzlerkandidat direkt auf dem Wahlzettel stünde, ist die Antwort klar: Olaf Scholz. Und nicht Armin Laschet. Die Umfragewerte des Kanzlerkandidaten sind im Keller und langsam werden auch die ersten CDU-Anhänger unruhig und fordern „Konsequenzen“.

Berlin - Im aktuellsten „Deutschlandtrend“ im ARD-“Morgenmagazin“ voten 41 Prozent der Befragten, das sind sechs Punkte mehr als zu Monatsbeginn, für Olaf Scholz als Kanzler. Für den Unions-Kandidaten Armin Laschet sind nur noch 16 Prozent, für Annalena Baerbock von den Grünen 12 Prozent der Wähler. Was als Zweikampf zwischen Union und Grünen begann, scheint auf den letzten Metern ein Zweikampf Laschet-Scholz geworden zu sein - mit Vorteilen für Scholz.

Dass das nicht nur mit der eigenen Stärke, sondern viel mit der Schwäche der anderen zu tun hat, ist dem Vizekanzler durchaus bewusst. Baerbock und ihre Grünen haben zu Beginn des Wahlkampfs Fehler gemacht. Auch Laschet wirkt nicht sattelfest - wie in einem Video, das in sozialen Netzwerken gerade fleißig geteilt wird. Da wird der CDU-Mann nach drei Themen gefragt, die nach der Wahl am wichtigsten sind. Er nennt Digitalisierung und Bürokratieabbau für mehr Klimaschutz. Eine dritte Sache? „Ja, was machen wir noch?“, fragt sich Laschet laut - und kann keine Antwort geben.

Pantel fordert Laschet-Rücktritt

Diese Unsicherheit und die schlechten Umfragewerte missfällt vielen in der Unionsfraktion. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung wurde die Düsseldorfer CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel (60) besonders deutlich und forderte Armin Laschet auf, „die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden.“

Pantel soll also intern an die Verantwortung von Laschet für die gesamte Union appelliert und diesen eindeutig zum Rücktritt aufgefordert haben. „Es ist besser, kurz und schmerzhaft zu reagieren, als gemeinsam unterzugehen“, wird Pantel zitiert. Auch der Abgeordnete Axel Müller soll eine ähnliche Meinung vertreten haben: „Mit einem Wort: Es ist beschissen!“

Union will Geschlossenheit demonstrieren

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (53, CDU) soll in einer Brandrede hingegen die Union dazu aufgefordert haben, endlich geschlossen zu kämpfen. Ein anderer stimmte mit ein und sagte, dass die CDU, im Gegensatz zu anderen Parteien, neben Laschet Kompetenzen und Gesichter habe, „die wir nach außen als Team der CDU neben Herrn Laschet verstellen müssen.“ Laschet selbst reagierte nicht auf die Rücktrittsforderungen und will im entscheidenen Moment des Wahlkampfs ebenfalls auf Geschlossenheit setzen.

„Wir müssen und werden mehr Köpfe zeigen und machen so deutlich, dass wir ein starkes Team sind“, wurde der CDU-Chef am Freitag von Teilnehmern einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag zur Vorbereitung der Sondersitzung des Bundestags zitiert. Dann soll es im Bundestag um die Fluthilfen sowie um den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr gehen.

Laschet: „Während die SPD ihre Leute verstecken muss, ...“

Mit den Themen der Union würden in den nächsten Wochen auch die profilierten Köpfe der Union in einer Mannschaft sichtbar werden, kündigte Laschet in der Fraktion an. Er sagte demnach: „Während die SPD ihre Leute verstecken muss, können wir mit Stolz unsere kompetenten Köpfe zeigen. Sowohl aus den Ländern als auch aus der Bundestagsfraktion.“ Die Breite der Union solle sichtbar werden.

Laschet wolle im Wahlkampf dieser „Richtungswahl“ die Unterschiede zu SPD und Grünen deutlicher herausarbeiten. Laschet nannte die Themen Wirtschaft, Finanzen, Innere Sicherheit sowie die Außenpolitik. Er sagte demnach vor den Abgeordneten: „Wenn Rot-Grün oder gar Rot-Rot-Grün käme, wäre die gesamte außenpolitische Stabilität Deutschlands infrage gestellt“, so Laschet.

Söder stärkt Laschet den Rücken - zumindest öffentlich

CSU-Chef Markus Söder sagte nach diesen Informationen in der Fraktionssitzung „Geschlossenheit“ im Wahlkampf und „volle Unterstützung“ für Laschet zu. Söder warnte demnach, dass es „ein enges Rennen werden kann“ und forderte: „Wir müssen jetzt kämpfen.“

Ob Söder vollends hinter diesen Aussagen steht, darf bezweifelt werden. Denn wie der Focus vor wenigen Tagen aus „führenden CDU-Kreisen“ erfahren hat, stehe Markus Söder nicht vollends hinter dem Kanzlerkandidaten der Union. Demnach soll Söder zuletzt sogar in einer Präsidiumssitzung Bedenken gegenüber Armin Laschet bekundet haben. Auf Nachfrage einiger Journalisten sprach er aber damals auch weiter von starkem „Zusammenhalt“ innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Corona, Hochwasser und Afghanistan

An diesem Samstag will die Unionsspitze mit einer zentralen Auftaktveranstaltung in Berlin in die Schlussphase zur Bundestagswahl am 26. September starten. Dabei werden Reden von Laschet, CSU-Chef Markus Söder und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.

Der CDU-Vorsitzende sagte laut Teilnehmerkreisen, die Motivation der Wahlkämpfer sei da, dies habe er erlebt. Es gebe derzeit drei große Themen, die in der Bevölkerung mit Frust verbunden seien, dies müsse man eingestehen: Corona, das Hochwasser und Afghanistan. Laschet sprach mit Blick auf Afghanistan demnach vom „größten Debakel in der Geschichte der Nato“, das damit begonnen habe, dass der US-Präsident einsam verkündet habe, dass die USA abzögen. Dies hätten die Soldatinnen und Soldaten nun auszubaden.

mz/dpa

Kommentare