Vorschlag wird diskutiert

Wegen Personalmangel bei der Bundeswehr: EU-Ausländer als Soldaten?

+
Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit Personalnot. Nun werden die Pläne EU-Ausländer aufzunehmen konkreter. Symbolbild: Timm Schamberger Foto: Timm Schamberger

Die Bundeswehr erwägt wegen ihres Personalmangels schon länger, Ausländer aus anderen EU-Staaten aufzunehmen - nun werden die Überlegungen konkreter.

Berlin - "Die Bundeswehr wird aufwachsen. Hierfür brauchen wir qualifiziertes Personal. Wir prüfen daher alle möglichen Optionen sorgfältig durch", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Die Option, EU-Ausländer für den Dienst in der Truppe zuzulassen, sei bereits im Weißbuch der Bundeswehr zur Sicherheitspolitik von 2016 enthalten - "und nun auch in die neu erarbeitete Personalstrategie aufgenommen worden".

Lesen Sie auch: Pflegeversicherung: Gesundheitsminister Spahn schließt höhere Beiträge nicht aus

Der SPD-Verteidigungsexperte Karl-Heinz Brunner sagte der "Augsburger Allgemeinen", er könne sich vorstellen, EU-Ausländer in die Truppe aufzunehmen. Er betonte jedoch: "Wenn Bürger weiterer Staaten aufgenommen werden, gar gegen das Versprechen, einen deutschen Pass zu bekommen, droht die Bundeswehr zu einer Art Söldnerarmee zu werden."

Scharfe Kritik von der AfD - Forderung nach Wiedereinführung der Wehrpflicht

Die Bundeswehr kämpft seit Jahren mit Personalnot. Florian Hahn, der verteidigungspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag, sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Im Rahmen der europäischen Freizügigkeit könnten hier moderne Modelle entwickelt werden." Allerdings müsse bei jedem Soldaten das besondere Treueverhältnis gesichert sein. Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel erklärte: "Die etablierte Politik hat jeglichen gesunden Menschenverstand verloren." Grund für die Personalprobleme sei die Aussetzung der Wehrpflicht. Dieser Zustand müsse jetzt beendet werden.

Auch interessant: In der CDU werden Forderungen laut, die Wehrpflicht wieder einzuführen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT