Kampf gegen Schleuserbanden

Italien prüft Einsatz in libyschen Gewässern gegen Schleuser

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Migranten warten auf dem Mittelmeer, ungefähr 15 Meilen nördlich von Sabratha, Libyen, darauf, von Helfern der NGO "Proactiva Open Arms" gerettet zu werden. Foto: Santi Palacios

Schlepper nutzen das Chaos im Bürgerkriegsland Libyen, um Zehntausende Migranten in seeuntauglichen Booten Richtung Europa zu schicken. Nun soll die italienische Marine eingreifen - und auch EU-Einsätze in der sogenannten Zwölfmeilenzone scheinen möglich.

Rom (dpa) - Die italienische Marine könnte schon bald die libysche Küstenwache mit sechs Schiffen im Kampf gegen Menschenschmuggler unterstützen und Flüchtlingsboote an der Abfahrt nach Europa hindern.

Das Kabinett könnte bereits am Freitag eine entsprechende Mission auf Anfrage der libyschen Regierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch beschließen, der das Parlament in Rom noch zustimmen müsste, bestätigten Kreise des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur einen Bericht der Zeitung "Corriere della Sera".

An der Operation sollen demnach zwischen 500 und 1000 Soldaten beteiligt sein. Zur Überwachung des Mittelmeers vor der libyschen Küste sollen auch Drohnen und Hubschrauber eingesetzt werden.

Laut dem "Corriere" könnte das italienische Militär Migranten nicht nur von der Abfahrt abhalten, sondern auch zurück an die libysche Küste bringen, allerdings nur, wenn es eine Garantie der libyschen Behörden gebe, dass die Migranten dort menschenwürdig behandelt würden.

Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni hatte am Mittwoch nach einem Treffen mit Al-Sarradsch in Rom angekündigt, dass ein Einsatz der italienischen Marine vom Verteidigungsministerium geprüft werde. Er hatte dafür plädiert, die Einladung der Libyer anzunehmen, da dies eine sehr wichtige Entwicklung im Kampf gegen Schlepper in Libyen bedeuten könnte.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnten EU-Einsätze auf ähnlichem Weg möglich gemacht werden. In Brüssel rechnet man damit, dass die Behörden in Tripolis ihre Zustimmung zu EU-Marineeinsätzen in der sogenannten Zwölfmeilenzone signalisieren. Weil Schiffe der Bundeswehr und anderer europäischer Streitkräfte bislang nur außerhalb der libyschen Hoheitsgewässer operieren dürfen, hat sich die Operation Sophia zur Bekämpfung des Menschenschmuggels bislang als weitgehend erfolglos erwiesen.

Derzeit nutzen Schmuggler das Chaos in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land, um Zehntausende Migranten in seeuntauglichen Booten in Richtung Europa zu schicken.

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