Europawahl 2014

"Wir brauchen keine B15neu!"

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Sebastian Sonner (ödp) aus Reichertsheim.

Reichertsheim - Bei der Europawahl stellen sich auch Politiker aus unserer Region zur Wahl. Deswegen haben wir einige Fragen an sie. Heute antwortet: Sebastian Sonner (ödp) aus Reichertsheim.

Wenn am 25. Mai für die Europawahl 2014 an die Urnen gerufen wird, bewerben sich auch einige Kandidaten aus der Region um einen Sitz im EU-Parlament. Obwohl es bei der Europawahl nicht möglich ist, einzelne Kandidaten zu wählen, sondern nur die starre Liste einer Partei, so stellen sich trotzdem die Fragen: Wie stehen die heimischen Abgeordneten zur Europa-Politik und welche regionalen Interessen werden sie im Falle einer Wahl ins Parlament vertreten?

Drei Fragen an: Sebastian Sonner aus Reichertsheim (Landkreis Mühldorf), Listenplatz 22 der ödp

In welchem Bereich sehen Sie in der EU-Politik konkreten Handlungsbedarf?

Aktuell muss das Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der EU unter allen Umständen verhindert werden. Der darin verankerte Investorenschutz soll es Konzernen ermöglichen, Mindestlohn, die Mitbestimmung im Rahmen der Sozialpartnerschaft, die kommunale Daseinsvorsorge sowie Verbraucher- und Umweltschutzvorschriften über "Schiedsgerichte" auszuhebeln. Unsere kommunale Wasserversorgung darf nicht dem Profitstreben großer Lebensmittelkonzerne wie z. B. Nestlé überlassen werden. Aus deren Sicht sind unsere Umwelt- und Sozialstandards lediglich "nichttarifäre Handelshindernisse". Es darf nicht dazu kommen, dass im Rahmen dieses geheim verhandelten Abkommens Konzerne Schadensersatzforderungen durchsetzen, weil ihnen durch Umwelt- und Sozialstandards Profite entgehen. Mensch vor Wirtschaft!

Welche regionalen Interessen werden Sie bzw. Ihre Partei in Europa vertreten?

Im Vordergrund steht für mich die Erhaltung unserer bäuerlich strukturierten Landwirtschaft. Unsere Heimat- und Kulturlandschaft wird wesentlich durch unsere landwirtschaftlichen Familienbetriebe geprägt. Die EU muss sich dazu klar gegen Patente auf Leben wenden und sich für eine gentechnikfreie einsetzen. Unsere Lebensmittelerzeugung darf nicht in die Abhängigkeit großer Saatgut- und Gentechnikkonzerne gelangen. Im Bereich Verkehr brauchen wir keine B15 neu. Sowohl die Bürger als auch die Wirtschaft im gesamten südostbayerischen Raum brauchen stattdessen die zweigleisige Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing. Dieser Teil der Magistrale Paris-Straßburg-München-Wien-Budapest durch unsere Region muss endlich angepackt werden.

Welches europäische Thema liegt Ihnen besonders am Herzen?

Neben der Erhaltung des Friedens und einer damit verbundenen Bewältigung des Konfliktes um die Ukraine liegt mir die ökologisch-soziale Modernisierung unserer Wirtschaftsweise am Herzen. Unendliches materielles Wachstum in einem begrenzten System Erde ist nicht möglich. Die konsequente Energiewende hin zu 100% erneuerbarer Energie ist "Not-wendig" um einerseits Verteilungskämpfe um endliche Rohstoffe wie Öl, Gas und Uran zu verhindern. Andererseits ist die Energiewende Voraussetzung, um den Klimawandel in Grenzen zu halten. Die Energiewende allein muss jedoch begleitet werden von einer EU-weiten Offensive zur Energieeinsparung und Ressourceneffizienz. Mit dieser Strategie kann Europa zum weltweiten Vorbild und Taktgeber für eine friedliche Welt jenseits des Atom- und Erdölzeitalters werden.

Kurzportrait Sebastian Sonner

  • 60 Jahre
  • Landwirt aus Reichertsheim
  • verheiratet, zwei erwachsene Kinder
  • Mitglied im BDM (Bund deutscher Milchviehhalter)
  • Mitglied in der AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft)

Das sind die Spitzenkandidaten der Europaparteien

Die Spitzenkandidaten der Europaparteien

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser