Nach US-Wahlkampf

Facebook bestätigt: Regierungen versuchen Manipulationen

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Menlo Park - Staatlich gesteuerte Desinformation auf Facebook - das war nach dem US-Wahlkampf großes Thema. Nun gibt das Netzwerk zu: Die Sorgen sind nicht aus der Luft gegriffen.

Facebook hat erstmals eingeräumt, dass es staatlich unterstützte Versuche gibt, das weltgrößte Online-Netzwerk als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung zu missbrauchen. In einem Analysepapier erklärte die Sicherheitsabteilung unter anderem, dass mit Hilfe gefälschter Profile bestimmte Meinungen und zum Teil auch Falschinformationen in den Vordergrund gerückt werden sollen.

Das Online-Netzwerk versicherte, dass es konsequent Maßnahmen gegen das Phänomen ergreifen werden. So sei Facebook zuletzt gegen 30.000 gefälschte Profile in Frankreich vorgegangen.

„Haben Bemühungen festgestellt“

Der Text ist die bisher ausführlichste Stellungnahme von Facebook nach der Kritik an der Ausbreitung gefälschter Nachrichten im US-Präsidentschaftswahlkampf im vergangenen Jahr. Das Online-Netzwerk erklärte, dass sowohl Regierungen als auch andere Gruppen versuchten, über die Plattform mit unlauteren Mitteln die öffentliche Debatte zu beeinflussen. 

Zugleich wurde in dem Papier die bisherige Position bekräftigt, dass das Ausmaß der festgestellten „Informations-Operationen“ im Wahlkampf gemessen an der gesamten Aktivität zu politischen Themen „statistisch sehr gering“ gewesen sei. Die Daten von Facebook widersprächen nicht der Einschätzung der US-Geheimdienste, die Akteure mit Verbindung zu Russland als Urheber der Kampagnen ausgemacht hatten.

"Wir haben keinen Beweis, dass Facebook-Konten im Zuge dieser Aktivität beeinträchtigt wurden, aber trotzdem haben wir diese Bemühungen festgestellt und beobachtet, um die authentischen Verbindungen zu schützen, die unsere Plattform ausmachen", hieß es in dem Facebook-Report.

Behörden stellen auch häufiger Erkundigungen an

Insgesamt könnten Gesellschaften sich gegen solche Kampagnen aber nur zur Wehr setzen, wenn die Bürger selbst echte Nachrichten von Falschinformationen unterscheiden könnten, betonte Facebook.

Das Online-Netzwerk veröffentlichte zudem seinen globalen Transparenz-Bericht. Demnach wuchs die Zahl der Anfragen von Behörden zu Nutzerkonten im zweiten Halbjahr 2016 von gut 59.000 auf gut 62.000.

dpa

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