Streit um Flughafen 

Freie Wähler: Dritte Startbahn erstickt München

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Die dritte Startbahn am Münchner Flughafen bleibt umstritten.

Dicke Luft in München - nicht nur des Feinstaubs wegen! Die Landtagsfraktion der Freien Wähler warnt: Mit dem Bau der dritten Startbahn am Flughafen ersticke die Stadt im Verkehr. 

München - Was die CSU fordert, halten die Freien Wähler (FW) für unverantwortlich: den Bau einer dritten Start- und Landebahn für den Münchner Flughafen. 2012 lehnte eine Mehrheit der Münchner den Bau per Bürgerentscheid ab. So recht akzeptieren will das die CSU nicht. Mit Nachdruck pocht die Partei für das Projekt. Ministerpräsident Horst Seehofer sagte im Mai überraschend klar: „Wir wollen die dritte Startbahn“. Er sagte aber auch: Gegen den Willen der Stadt München solle diese nicht umgesetzt werden. 

Bayern im Sinkflug?

Am Sonntagabend hatte die CSU erneut erklärt, dass aus ihrer Sicht der Bau der umstrittenen dritten Startbahn unverzichtbar sei. Sonst werde der Flughafen von der internationalen Konkurrenz überholt und Arbeitsplätze seien in Gefahr. Der ganze Wirtschaftsstandort Bayern geriete in Sinkflug. Heimatminister Markus Söder (CSU), der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens ist, spricht bei Facebook sogar davon, dass auf Dauer die Abwanderung des Flughafens als Drehkreuz drohe.

Die FW-Landtagsfraktion hält das für grotesk. München leide unter immer stärkerer Feinstaubbelastung, die gesundheitsschädliche Werte überschreitet, heißt es von der Oppositionspartei. Fraktionschef Hubert Aiwanger sagte am Montag der dpa in München: „Die Münchner werden im wahrsten Sinne des Wortes im Verkehr, auch im Flugverkehr, ersticken, wenn die Politik nicht umsteuert.“ 

Außerdem: „Flugzeuge stoßen bei der Kerosinverbrennung riesige Mengen an kleinen lungengängigen Rußpartikeln im Nanometerbereich aus.“ Alleine beim Rollen zur Startbahn würden von einem Flugzeug pro Sekunde so viele Rußpartikel an die Umwelt abgegeben wie von einem Auto mit Euro-6-Standard auf 60 Kilometern Fahrstrecke. Mit einem Dringlichkeitsantrag will die Fraktion bei der nächsten Plenarsitzung des Landtags auf die gesundheitlichen Gefahren für die Menschen in und um München aufmerksam machen - und letztendlich eine dritte Startbahn verhindern. Unterstützung kommt bisher von der Grünen-Fraktion. 

FW-Fraktionschef Aiwanger kritisiert die CSU-Pläne.

FW werfen Söder vor, er agiere unseriös

Die CSU setzt andere Schwerpunkte: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Horst Seehofer lehnen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Großstädten - also auch in München - ab. Beim Ausbau des Flughafens seien sich beide einig. Der Flughafen München liege, wie der BR Dobrinth zitiert, im zentralen Bundesinteresse. Die Lufthansa habe kürzlich angekündigt den Standort am Münchener Flughafen zu verstärken.

In einer Pressemitteilung wirft die FW-Landtagsfraktion Söder Angstmache vor. Der Minister schüre ein Horrorszenario, wonach München ohne dritte Startbahn auf die Größe eines Provinzflughafens schrumpfen würde. Das sei unseriös, heißt es. 

ch

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