„Mehr Wut als Hass“

Terrorprozess: Freital-Chef schildert rechtsextreme Gesinnung

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Gilt als Rädelsführer der „Gruppe Freital“: Patrick F. spricht vor Gericht über die rechtsextreme Gesinnung der Mitglieder.

Dresden - Der mutmaßliche Rädelsführer der „Gruppe Freital“ hat sich im Terrorprozess ausführlich zur Gesinnung der Mitglieder geäußert. Sich selbst sieht er nicht als treibende Kraft.

Im Terrorprozess gegen die „Gruppe Freital“ hat der mutmaßliche Rädelsführer Patrick F. über die rechtsextreme Gesinnung der Mitglieder ausgesagt. Dabei räumte der 26-Jährige am Dienstag vor dem Oberlandesgericht Dresden auch selbst extreme Bestrebungen ein. „Das Rechtsradikale lässt sich ja aufgrund der Straftaten nicht leugnen. Aber das Nationalsozialistische mit Hakenkreuzen und so, da halte ich Abstand“, sagte F. Bei anderen Gruppenmitgliedern sei das anders gewesen. „Das ging schon in die nationalsozialistische Richtung.“

Bei Anschlägen auf Flüchtlinge und politische Gegner habe die Gesinnung auch eine Rolle gespielt. „Das war die Wut, die jeder in sich hatte, die Asylpolitik, und dann kam da halt rechtes Gedankengut dazu.“ Den als zweiten Rädelsführer angeklagten Timo S. könne man als „Antreiber“ der Gruppe bezeichnen, sagte F. „Er hatte durchaus schon die Wirkung, eine Masse zu mobilisieren.“

Angst soll nur ein Nebeneffekt gewesen sein

Motiv für die Taten sei „mehr Wut als Hass“ gewesen. „Natürlich kann es dann sein, dass man die Leute verschreckt oder ihnen Angst macht. Das ist dann ein Nebeneffekt“, sagte F. Erneut bestritt er, dass bei den Anschlägen Menschen zu Tode kommen sollten oder dies zumindest in Kauf genommen worden sei. Warum dann potenziell tödlich wirkende illegale Pyrotechnik verwendet wurde, sei schwer zu erklären. „Es gibt eine Schwelle, da denkst Du nicht mehr darüber nach“, sagte er. „Es ist schwer zu erklären, warum Du so eine Scheiße machst.“

F. hatte bereits in der vergangenen Woche seine Beteiligung an allen fünf von der Bundesanwaltschaft angeklagten Anschlägen eingeräumt. Sie wirft den sieben Männern und einer Frau im Alter zwischen 19 und 39 Jahren neben der Bildung einer terroristischen Vereinigung unter anderem auch versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und die Herbeiführung von Sprengstoffexplosionen vor.

dpa

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