140 Millionen Tonnen Abfall

G20-Staaten planen Feldzug gegen Plastik-Vermüllung der Meere

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Greenpeace-Aktivisten schwimmen in Bremen vor dem Parkhotel im Hollersee und zeigen dabei ein Transparent mit dem Schriftzug "Act For Plastic Free Oceans" (Handelt für plastikfreie Ozeane). Die Aktion findet am Rande der Konferenz der G20-Staaten über die Vermüllung der Weltmeere statt.

Müll in den Meeren ist ein globales Problem. Rund acht bis zehn Millionen Tonnen Abfall kommen laut Umweltschützern jedes Jahr hinzu. Die G20 wollen gemeinsam gegensteuern.

Bremen - Gegen die Vermüllung der Meere wollen die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer gemeinsam vorgehen. Das oberste Ziel sei, möglichst weiteren Abfall im Meer zu vermeiden, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Donnerstag zum Abschluss einer dreitägigen Konferenz in Bremen. Vertreter der G20-Staaten, Wissenschaftler und Fachexperten erarbeiteten einen gemeinsamen Aktionsplan gegen Meeresmüll. Schätzungen von Umweltschützern zufolge befinden sich rund 140 Millionen Tonnen Plastik in den Meeren.

Nach Angaben von Hendricks sieht der Plan vor, Kunststoffe recyclingfähig zu gestalten und in allen Ländern funktionierende Recycling- und Abfallwirtschaftssysteme zu schaffen. „Der Aktionsplan nimmt jedes einzelne Land in die Pflicht genau diese Schritte zu gehen und das machen die Länder in eigener Verantwortung“, sagte die Ministerin.

Während der Vorstellung der Ergebnisse demonstrierten Greenpeace-Mitglieder vor dem Tagungshotel. Rund 50 Aktivisten schwammen im See vor dem Hotel, wo sie ein Protestbanner entrollten. Darauf forderten sie in englischer Sprache: „Jetzt handeln, für Meere ohne Plastik“.

Müll gelangt ungefiltert in die Meere

Laut Umweltministerium stammt ein großer Teil des Meeresmülls aus Abwässern oder gelangt aus Seen und Flüssen unkontrolliert und ungefiltert in die Meere. Die G20-Mitglieder wollen sich nun gegenseitig über ihre Fortschritte bei der Müllbekämpfung informieren.

Innerhalb der EU sei man dabei, eine gemeinsame Strategie gegen Plastik zu erarbeiten, sagte Hendricks. In Sachen Plastikpartikel in Kosmetika will die Ministerin zukünftig selbst Gutachten erstellen lassen. Bisher sei man auf Angaben von Herstellern angewiesen. Ein neues Problem ist Hendricks zufolge vor allem flüssiger Kunststoff in Pflegeprodukten.

In Bezug auf den möglichen Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen warnte Hendricks vor einem Vertrauensverlust für die Vereinigten Staaten. Zuvor Versprochenes würde so wieder zurückgezogen. An den Plänen der übrigen Staaten würde sich im Fall eines US-Rückzugs nichts ändern.„Wir wissen, was wir tun wollen“, sagte Hendricks. Es gebe keinen Plan B.

dpa

Mitte Mai sorgte ein Foto aus England weltweit für Bestürzung. Es zeigte einen Seehund, der in einem Ring aus Plastikmüll gefangen war und nur noch tot geborgen werden konnte.

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