Gauck: Kaum Unterschiede zwischen Ost und West

+
Viele Ostdeutsche seien seit der Wiedervereinigung freie, selbstbewusste Bürger geworden, stellt der Bundespräsident fest. Foto: Matthias Hiekel

Berlin (dpa) - Bundespräsident Joachim Gauck sieht 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung keine großen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen. Es gebe innerhalb Ostdeutschlands wahrscheinlich weit mehr Unterschiede als zwischen Ost und West.

"Insofern gibt es "den Ossi" genauso wenig wie "den Wessi"", sagte Gauck der Zeitschrift "Super Illu". Viele Ostdeutsche seien seit der Wiedervereinigung freie, selbstbewusste Bürger geworden, die sich in Wirtschaft und Politik, beruflich und gesellschaftlich engagierten.

"Es gibt aber nicht wenige, die unzufriedene Untertanen blieben, die mit den Möglichkeiten der Demokratie immer noch fremdeln und bis heute kein Vertrauen in die eigenen Mitwirkungsmöglichkeiten entwickelt haben. Haltungen, die in einer von oben durchherrschten Gesellschaft wie der DDR gewachsen sind, leben leider weit länger als die Diktatur selbst", sagte Gauck auf die Frage, wie er sich die geringere Wahlbeteiligung und vermehrte rechte Gewalt im Osten Deutschlands erkläre. "Wir sollten aber nicht vergessen, dass es auch im Westen Deutschlands, nach vielen Jahrzehnten Demokratie, Menschen gibt, die Fremdenfeinde sind und Flüchtlingsheime anzünden."

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser