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Auswertung des BKA

Mehr Gewalttaten gegen Frauen durch Partner und Ex-Partner

Das Symbolfoto zeigt eine Bewohnerin eines Frauenhauses. Foto: Sophia Kembowski/dpa
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Das Symbolfoto zeigt eine Bewohnerin eines Frauenhauses. Foto: Sophia Kembowski/dpa

Drohungen, Schläge, Vergewaltigung und sogar Mord - Hunderttausende Frauen werden Schätzungen zufolge jährlich Opfer von Gewalt durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner. Aktuelle Zahlen des Bundeskriminalamts, die nun vorliegen, zeigen wahrscheinlich nur einen Ausschnitt des Problems.

Berlin (dpa) - Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Insgesamt wurden mehr als 114.000 Frauen Opfer von häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner.

Das zeigt eine Auswertung des Bundeskriminalamts (BKA) zum Thema Partnerschaftsgewalt, die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) heute (9.30 Uhr) in Berlin vorlegen will. Anlass ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Der Deutschen Presse-Agentur liegen Auszüge der BKA-Auswertung vorab vor.

Giffey sagte der dpa, die Zahlen seien nach wie vor schockierend. «Sie zeigen, dass weiterhin viel zu viele Frauen unter Gewalt von ihrem Partner oder Ex-Partner leiden. Mehr als ein Mal pro Stunde wurde 2018 eine Frau in der Partnerschaft gefährlich körperverletzt.»

Die Ministerin will am Montag auch eine bundesweite Initiative starten. Unter der Überschrift «Stärker als Gewalt» haben sich dafür Organisationen zusammengeschlossen, die Betroffenen helfen. Es geht nun vor allem darum, diese Hilfsangebote bekannter zu machen und Gewaltopfer zu ermutigen, sich Unterstützung zu holen. Dafür wird unter anderem die Webseite stärker-als-gewalt.de am Montag online geschaltet.

Den BKA-Daten zufolge ist die Zahl der Tötungsfälle im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 zwar um 25 gesunken. Insgesamt wurden aber mehr Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Die Zahl stieg konkret von 113.965 auf 114.393. Gezählt wurden Mord und Totschlag, Körperverletzungen, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution. Daneben gab es auch rund 26.000 Männer, die von ihren Partnerinnen oder Ex-Partnerinnen bedroht, genötigt oder angegriffen wurden. Der Trend der vergangenen Jahre, mit einem Anstieg der Fallzahlen in diesem Kriminalitätsfeld, setzt sich damit fort.

Unklar bleibt allerdings, inwiefern es sich um einen tatsächlichen Anstieg der Fälle handelt oder wie sehr ein geändertes Anzeigeverhalten der Betroffenen möglicherweise eine Rolle spielt. Gezählt werden können nur die Taten, die auch angezeigt werden. Weiterhin wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Nach früheren Angaben von Giffey sucht nur jedes fünfte Opfer überhaupt Hilfe. Betroffen seien tatsächlich Hunderttausende. Das Bundesfamilienministerium weist auf sogenannte Dunkelfeldstudien hin, wonach jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erlebe.

Bund, Länder und Kommunen wollen nun die Hilfsangebote für Frauen ausbauen. Ende Oktober wurde dafür das Programm «Gemeinsam gegen Gewalt» vorgelegt. Allein der Bund plant demnach in den kommenden Jahren 120 Millionen Euro für den Aus-, Um- und Neubau von Frauenhäusern und Beratungsstellen in Deutschland ein. In Deutschland gibt es etwa 350 Frauenhäuser. Das sind Zufluchtsorte für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen. Es gebe da teilweise weiße Flecken, gerade in den ländlichen Gebieten. Diese Lücken müssten geschlossen werden, hatte Giffey bei der Vorlage des Programms betont.

Weltweit gehen Hunderttausende auf die Straße, um Gewalt gegen Frauen anzuprangern. Besonders Femizide erschüttern: Morde an Frauen passieren, weil sie Frauen sind.

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