Vor Treffen der Eurogruppe

Griechenland braucht 7,5 Milliarden Euro - und appelliert an Schäuble

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Der griechische Präsident Pavlopoulos.

Am Donnerstag berät die Eurogruppe über die Auszahlung einer neuen Kredittranche für das hoch verschuldete Griechenland. Vor dem Treffen hat Griechenlands Präsident Wolfgang Schäuble ermahnt.

Vor dem Treffen der Eurogruppe hat Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appelliert, seinen Widerstand gegen baldige Schuldenerleichterungen für Athen aufzugeben. "Es wäre schade, wenn Wolfgang Schäuble der einzige wäre, der sich nicht an die Absprachen hält", sagte Pavlopoulos dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. "Das wäre einer europäischen Führungspersönlichkeit nicht würdig."

Am Donnerstagnachmittag berät die Eurogruppe erneut über die Auszahlung einer neuen Kredittranche für das hoch verschuldete Griechenland. Athen braucht aus seinem europäischen Rettungsprogramm bis Juli rund 7,5 Milliarden Euro, um Altschulden zurückzuzahlen. Sonst droht dem Land erneut der Staatsbankrott. Während die Bedingungen für die Auszahlungen im Prinzip erfüllt sind, wird seit Monaten darüber gestritten, ob und wann Griechenland Schuldenerleichterungen erhält.

Schäuble will erst im Sommer 2018 entscheiden

Die griechische Regierung verlangt sofortige Schuldenmaßnahmen, Schäuble will darüber erst nach Ende des griechischen Hilfsprogramms im August 2018 entscheiden und beruft sich dabei auf eine Vereinbarung der Eurogruppe vom Mai 2016. Diese Haltung hatte beim letzten Finanzministertreffen im Mai auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem bekräftigt. Damals war ein Auszahlungsbeschluss am Streit um Schuldenerleichterungen gescheitert.

"Griechenland hat seine Verpflichtungen erfüllt und die geforderten Reformen beschlossen", sagte Pavlopoulos. "Jetzt ist es an der Zeit, dass die Europäer ihre Zusagen bei den Schuldenerleichterungen einhalten."

"Schäuble muss seinen Widerstand gegen baldige Schuldenerleichterungen aufgeben", sagte auch der Fraktionschef der Sozialisten im Europaparlament, Gianni Pittella, der "Welt" (Donnerstagausgabe). Griechenland müsse in der Lage sein, seinen Wachstumskurs fortzusetzen und dafür sei eine Schuldenerleichterung unabdinglich. "Griechenland aus innenpolitischen Gründen als Geisel zu nehmen, würde für Europa einem Selbstmord gleichkommen", warnte der italienische Politiker.

dpa

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