In der Nacht auf Dienstag

Großeinsatz am Pariser Nordbahnhof: Gare du Nord evakuiert

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In der Nacht auf Dienstag wurde der Pariser Nordbahnhof evakuiert.

Paris - Am Tag nach der Präsidentschaftswahl in Frankreich herrschte am Gare du Nord in Paris plötzlich Alarmstimmung: Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte stürmen in der Nacht auf Dienstag in das Bahnhofsgebäude. 

Bei einem Großeinsatz hat die Pariser Polizei den größten Bahnhof Europas geräumt. Die Sicherheitskräfte evakuierten in der Nacht zu Dienstag den Nordbahnhof, weil sie in einem ankommenden Zug drei gesuchte Verdächtige vermuteten. Der Einsatz schwerbewaffneter Spezialeinheiten löste bei einigen Menschen Panik aus, wie Augenzeugen berichteten. Die Suche endete schließlich ergebnislos.

Die Polizei rückte kurz vor Mitternacht mit einem Großaufgebot an und räumte den Bahnhof Gare du Nord. Beamte mit Schnellfeuergewehren und Helmen sicherten das Gebäude ab und versperrten die Metro-Zugänge, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Pariser Polizei begründete den Einsatz am Gare du Nord in der Nacht zum Dienstag auf Twitter mit nicht näher erläuterten „Überprüfungen“. 

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen wurden in einem Zug aus der nordfranzösischen Stadt Valenciennes drei gesuchte Verdächtige vermutet. Alarm geschlagen hatte demnach eine Mitarbeiterin der Staatsbahn SNCF. Polizisten der Sondereinheit BRI durchsuchten den Zug, wurden aber nicht fündig.

Um kurz vor 2 Uhr morgens erklärte die Polizei den Einsatz für beendet, „die Rückkehr zum Normalzustand“ habe begonnen. Angaben zur Identität der Gesuchten wurden zunächst nicht gemacht. Ermittler sagten, die Räumung des Bahnhofs sei notwendig gewesen, um den Zug zu durchsuchen.

Eine Augenzeugin berichtete, sie habe "überall Polizei" gesehen. "Sie haben uns aufgefordert zu rennen, das Gebiet zu verlassen", sagte die 19-jährige Claire Sinead. Ein anderer Augenzeuge sagte, einige Menschen seien in Panik geraten, hätten geschrien und seien losgerannt, als sie die schwerbewaffneten Polizisten gesehen hätten.

Wegen der Terrorgefahr gilt in Frankreich der Ausnahmezustand. Entsprechend stand die Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen - mehr als 50.000 Polizisten waren zum Schutz der Abstimmung abgestellt worden. Auch im Nachgang der Abstimmung sind die Sicherheitskräfte besonders sensibilisiert. Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge.

Der Gare du Nord ist der am meisten frequentierte Bahnhof Europas und einer der größten der Welt. Täglich passieren rund 700.000 Reisende das Drehkreuz. Vom Gare du Nord fahren auch die Thalys-Hochgeschwindigkeitszüge nach Nordrhein-Westfalen sowie die Eurostar-Züge nach London ab.

AFP/dpa

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