Fahrer gilt als radikalisiert

Großeinsatz in Brüssel: Wagen mit Gasflaschen gestoppt

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Spezialisten für die Entschärfung von Bomben untersuchen den mit Gasflaschen beladenen Lieferwagen.

Brüssel - Ein Mann rast mit seinem Wagen über eine rote Ampel in Brüssel. Die Polizei stoppt den Wagen. Beim Blick in den Kofferraum rufen die Beamten Sprengstoffexperten zur Hilfe.

Ein verdächtiger Autofahrer mit Gasflaschen im Wagen hat in Brüssel einen Großeinsatz von Polizei und Sprengstoffexperten ausgelöst. Die Polizei stoppte den Fahrer, der eine rote Ampel überfahren hatte. Der Mann gelte als radikalisiert, sagte der Bürgermeister der Brüsseler Gemeinde St.-Gilles, Charles Picqué, dem Sender RTBF. Häuser und eine Metrostation wurden evakuiert. Ganz in der Nähe ist der Südbahnhof, der wichtigste Bahnknotenpunkt der belgischen Hauptstadt.

Sprengstoffexperten der belgischen Armee sicherten die Flaschen und lösten dabei mehrere Explosionen aus. Ein Zünder oder andere Sprengstoffe seien nicht gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Eine der Gasflaschen sei voll gewesen, die andere leer. Die Absperrungen wurden gegen 20 Uhr wieder aufgehoben.

Der Sender RTBF berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, der 1989 geborene Verdächtige sei 2014 nach einer Syrienreise in Brüssel festgenommen worden. Im vergangenen Jahr sei er in einem Verfahren wegen Terrorismus zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich zur Identität des Mannes zunächst nicht äußern und warnte vor Spekulationen. Man bemühe sich noch herauszufinden, wohin die Gasflaschen transportiert werden sollten und was die möglichen Motive des Fahrers waren. „Es ist viel zu früh, um zu bestätigen, dass der Fahrer eine kriminelle Absicht verfolgt hätte“, teilte die Behörde am Abend mit. „Jede derartige Spekulation ist verfrüht.“

Sprengstoffexperten der Armee im Einsatz

Der Wagen hatte mit seinem weißen Kleinlaster am Donnerstagnachmittag eine rote Ampel überfahren, bevor er von der Polizei angehalten wurde. Den Beamten fiel auf, dass der Wagen mit einem falschen Nummernschild unterwegs war, berichtete Belga. Ein Sprengstoffhund gab keinen Alarm.

Der Fahrer habe sich aber geweigert, den Kofferraum für die Polizei zu öffnen, deshalb habe der Wagen aufgebrochen werden müssen, sagte der örtliche Polizeichef Patrick Evenepoel. Als die Beamten die Gasflaschen im Kofferraum entdeckten, forderten sie Sprengstoffexperten der Armee an.

Roboter der Polizei öffnen in Brüssel die Hecktür eines mit Gasflaschen beladenen Kleintransporters.

In Brüssel gilt eine hohe Terrorwarnstufe. Vor knapp einem Jahr hatten Selbstmordattentäter in der Metro und am Flughafen der Stadt mehr als 30 Menschen getötet und Dutzende verletzt.

dpa

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