"Warnzeichen überdeutlich"

Hungerkrise in Somalia spitzt sich weiter zu

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Eine Frau mit ihrer neun Monate alten Tochter im Krankenhaus in Garowe im Norden Somalias. Die 28-Jährige brachte das unterernährte Kind auf einer sieben Stunden langen Fahrt mit dem Lastwagen zur Behandlung. Foto: Anna Mayumi Kerber

Mogadischu (dpa) - Angesichts einer anhaltenden Dürre warnen Hilfsorganisationen immer eindringlicher vor einer Hungersnot in Somalia. Die Warnzeichen seien überdeutlich, sagte die Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit von Save the Children Deutschland, Martina Dase.

"Babys sterben. Tierkadaver säumen die Straßen. Verzweifelte Nomaden winken mit leeren Wasserkanistern", beschrieb Dase die Lage bei einem Besuch in der teilautonomen Region Puntland im Nordosten Somalias.

In dem Land am Horn von Afrika sind nach Angaben der Vereinten Nationen 6,2 Millionen Menschen - mehr als die Hälfte der Bevölkerung - auf humanitäre Hilfe angewiesen. Drei Millionen davon brauchen demnach dringend Lebensmittel, Zehntausende Kinder sind akut vom Hungertod bedroht. Für die Hilfe in Somalia werden den UN zufolge in diesem Jahr 864 Millionen Dollar (rund 814 Millionen Euro) benötigt. Mehr als 940.000 Kinder könnten Prognosen zufolge in diesem Jahr an akuter Mangelernährung leiden, wenn die Hilfe nicht rasch erfolge.

Bei einer Hungersnot in Somalia starben 2011 mehr als 250.000 Menschen. Anders als damals ist nun das gesamte Land von der Krise betroffen. Anfang April sollte die große Regenzeit beginnen, bis dahin erwarten Experten eine Verschlechterung der Lage. Die Prognosen des Frühwarnsystems für Hungersnöte (FEWS NET) sind pessimistisch.

Frühwarnsystem FEWS NET zur Lage in Somalia, Englisch

UN-Nothilfebüro Ocha zur Somalia, Englisch

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