Kampf gegen den IS

Irak: Sturm auf West-Mossul beginnt

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Irakische Soldaten im Ostteil von Mossul. Noch ist die Stadt nicht gänzlich vom IS zurückerobert. Foto: Khalid Mohammed

Die Schlacht um Mossul geht in die entscheidende Phase: Die Eroberung des Westteils der IS-Hochburg Mossul dürfte für die irakische Armee aber viele Schwierigkeiten bereithalten.

Bagdad - Die irakischen Streitkräfte haben nach Angaben von Premierminister Haider al-Abadi mit dem Sturm auf den verbliebenen westlichen Teil der IS-Hochburg Mossul begonnen. Das verkündete der Regierungschef am Sonntagmorgen auf seiner offiziellen Facebookseite.

Die irakische Armee, mit ihnen verbündete Milizen und kurdische Kämpfer hatten die Offensive auf Mossul Mitte Oktober aus mehreren Richtungen begonnen und die Großstadt schnell eingekreist. Unterstützt wurden die Kämpfer durch Luftangriffe der US-geführten internationalen Koalition sowie hinter der Front durch Hunderte Militärberater.

Die jetzt begonnene Militäroperation zur Befreiung des Westteils Mossuls wird als aufwendiger eingeschätzt als die bisherigen Gefechte im Osten der Stadt. Viele Zehntausend Zivilisten leben neben den Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Stadt, die westlich des Tigris zudem teilweise eng bebaut ist. Dies macht eine Eroberung schwierig, weil der IS sich dort besser verschanzen und Sprengfallen aufstellen kann.

Bei einer vollständigen Eroberung Mossuls wäre der IS im Irak weitgehend besiegt - zuvor waren bereits die Städte Ramadi und Falludscha aus den Händen der Dschihadisten zurückerobert worden. Die Gefechte in der ehemaligen Millionenstadt werden voraussichtlich aber noch Wochen bis Monate andauern.

Die Terrormiliz setzt im Kampf gegen die Angreifer bislang vor allem Selbstmordattentäter und Scharfschützen ein und leistete damit heftigen Widerstand. Nach schweren Verlusten stockte die Offensive der Regierung und verbündeter Kräfte im Dezember erstmals. Nach einer Umgruppierung der Truppen kam der Vormarsch allerdings wieder in Gang und der Osten der Stadt konnte wenige Wochen später für befreit erklärt werden.

Facebookseite von Haider al-Abadi

dpa

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