Luftangriffe, Flugzeugabsturz und Erdbeben

Iran-Konflikt: Iranischer General getötet - dann folgt Vergeltungsschlag - Überblick über die Ereignisse

Nach der Tötung des iranischen Top-Generals Soleimani durch Trump eskaliert die Lage im Irak zunehmend. Es kam zu einem Luftangriff auf US-Soldaten, zudem gibt ein Flugzeugabsturz Rätsel auf. 

  • Nachdem Donald Trump den iranischen Top-General Ghassem Soleimani bei einem Luftangriff töten ließ, spitzt sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA* zu.
  • Der Iran holte in der Nacht zum Mittwoch mit einem Luftangriff auf US-Soldaten im Irak zum Vergeltungsschlag aus.
  • Wenige Stunden später kam es zu einem Flugzeugabsturz im Iran, bei dem alle 176 Insassen der ukrainischen Maschine gestorben sind. 
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Teheran/Bagdad - Der seit langer Zeit schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran eskalierte in den vergangenen Tagen zunehmend. Seit der iranische Top-General Ghassem Soleimani am Freitag bei einem von Donald Trump in Auftrag gegebenen US-Luftangriff getötet wurde, überschlagen sich die Ereignisse. 

So kam es bei einem Trauermarsch am Dienstagvormittag zu einer Massenpanik mit 56 Toten und mehr als 200 Verletzten, berichtete die Deutsche Presse-Agentur. Soleimanis Tochter richtete sich bei der Trauerfeier zu Ehren ihres Vaters mit einer martialischen Botschaft an Trump*. Sie kündigte unter anderem einen „schwarzen Tag“ für Amerika an. 

Iran-Konflikt: Bundesregierung zieht Truppen aus dem Irak ab

Die deutsche Bundesregierung und die Nato reagierten auf die angespannte Lage mit einem teilweisen Abzug ihrer im Zentralirak stationierten Truppen. Wie die Bundeswehr mitteilte, seien die zuletzt 32 Soldaten im Militärkomplex Tadschi am Dienstag auf die Luftwaffenbasis Al-Asrak in Jordanien gebracht worden. 

In der Nacht zum Mittwoch kam es zum bereits angekündigten Racheakt des Irans: Mehrere Raketen schlugen auf den US-Militärstützpunkten Ain al-Assad und Erbil im Irak ein, berichtet unter anderem die dpa. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bezeichnete die Attacken auf Twitter als einen „Akt der Selbstverteidigung“. Der Iran habe „verhältnismäßige Maßnahmen zur Selbstverteidigung ergriffen und abgeschlossen“. Sarif betonte aber auch: „Wir streben nicht nach einer Eskalation* oder Krieg, aber wir werden uns gegen jede Aggression verteidigen.“

Trump gibt nach dem Angriff auf US-Soldaten im Irak Entwarnung

Über mögliche Todesopfer war  zunächst nichts bekannt. Während iranische Staatsmedien von 80 getöteten US-Soldaten sprachen, gab Trump via Twitter Entwarnung. „Alles ist gut“, schrieb der US-Präsident. „Wir haben das mächtigste und am besten ausgestattete Militär überall auf der Welt, bei weitem!“ Die Auswirkungen und Schäden würden derzeit untersucht werden. 

Der Vergeltungsschlag der Iraner war offenbar ein angekündigter Racheakt: Nach eigenen Angaben wurde Iraks Regierung über den Militärschlag gegen US-Truppen von Teheran vorab informiert. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi zufolge gab es unter den irakischen Truppen keine Toten. Zu Opfern unter der internationalen IS-Koalition habe die irakische Regierung bisher keine offiziellen Angaben erhalten. 

Flugzeugabsturz über dem Iran sorgt für Verunsicherung

Kurz nach den iranischen Luftangriffen auf US-Militärstützpunkte stürzte nahe Teheran ein ukrainisches Passagierflugzeug ab. Alle 176 Insassen kamen bei dem Flugzeugabsturz ums Leben. Auch drei deutsche Passagiere befinden sich unter den Todesopfern. Derzeit ist offen, ob es dabei einen direkten Zusammenhang mit der militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran gibt. Wie Welt unter Berufung auf ukrainische Medien berichtet, soll der Pilot kurz vor dem Absturz der Maschine keinen Notruf abgegeben haben.

Und die Ereignisse im Iran überschlugen sich weiter. So hat am Mittwochmorgen zudem ein Erdbeben der Stärke 4,7 die iranische Provinz Buschehr erschüttert. Der Nachrichtenagentur Irna zufolge war davon die Kleinstadt Boradschan. Besonders bedrohlich: Weniger als 50 Kilometer entfernt befindet sich ein Atomkraftwerk. Zwar gibt es bisher keine gesicherten Informationen über die Auswirkungen des Erdbebens. Nach Angaben von Behörden wurden von den Rettungsteams bisher aber weder Schäden noch Verletzte gemeldet.

Iran-Experten warnen vor Folgen 

Welche Folgen die Eskalation im Irak für Deutschland* und den Rest der Welt haben könnte, diskutieren nun Experten und Politiker. Iran-Experte Adnan Tabatabai warnt* vor schwerwiegenden Konsequenzen. Mehr denn je gilt der Nahe Osten dieser Tage regelrecht als „Pulverfass“*.

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Rubriklistenbild: © dpa / Ahmad Halabisaz

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