Echtheit noch unklar

Islamischer Staat bekennt sich zu Anschlag in London

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Bei dem Anschlag am Mittwoch waren vier Menschen getötet worden, darunter auch der Attentäter

London - Der Attentäter von London stand schon einmal im Fokus der britischen Polizei. Hinter dem Anschlag scheint die Terrormiliz IS zu stecken. Die Opfer kommen aus mindestens elf Ländern.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zum Anschlag mit vier Toten und etwa 40 Verletzten in London bekannt. Einer ihrer „Soldaten“ habe die Operation ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen.

Der Attentäter war der britischen Polizei einschlägig bekannt. Gegen den aus Großbritannien stammenden Mann war bereits vor einigen Jahren ermittelt worden, berichtete Premierministerin Theresa May im Parlament. Er stand im Verdacht, ein gewalttätiger Extremist zu sein. May bezeichnete ihn in ihrer Rede als „Randfigur“.

Einen Tag nach dem Terrorakt in London wurde möglicherweise in der belgischen Stadt Antwerpen ein Anschlag verhindert. Nach Angaben eines Polizeisprechers raste ein Mann mit hohem Tempo durch die City. Menschen mussten zur Seite springen. Die Polizei nahm den Mann fest.

In Großbritannien nahm die Polizei bei Razzien acht Menschen fest. Sie durchsuchte in London, Birmingham und anderen Orten Wohnungen, teilte ein Sprecher von Scotland Yard mit. In welcher Beziehung die Personen zum Attentäter von London stehen, sagte er nicht.

Terrorforscher Neumann: Anschlag von London wie Nizza und Berlin

„Dieser Anschlag passt genau in das Muster der Anschläge, die wir gesehen haben von Nizza und Berlin. Das ist genau die Art von Anschlag, die der IS promoted und anstiften will“, sagte der Terrorismusforscher Peter Neumann der Deutschen Presse-Agentur.

Neumann leitet das internationale Zentrum zur Erforschung von Radikalisierung (ICSR) am King's College in London und berät auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Sachen Deradikalisierung von Islamisten. Bei den Anschlägen in Nizza und Berlin hatten die Täter Lastwagen in Menschenmengen gesteuert.

Der Attentäter von London war auf einer Brücke mit seinem Auto in Fußgänger gerast und erstach dann vor dem Parlament einen Polizisten, der unbewaffnet gewesen sein soll. Die Polizei erschoss den Täter.

Die grausame Bilanz: vier Tote und etwa 40 Verletzte aus mindestens elf Ländern, darunter ist auch eine Frau aus Deutschland.

Ein Mann aus den USA und eine Britin überlebten den Zusammenprall mit dem Auto auf der Brücke nicht. Die Überquerung wurde am Donnerstag wieder geöffnet. Das Fahrzeug des Täters war in Birmingham gemietet worden.

Maaßen: IS verlagere „sich mehr und mehr in ein virtuelles Kalifat“

In Kliniken müssen noch zwölf Briten, drei Franzosen, zwei Rumänen, vier Südkoreaner, ein Pole, ein Ire, ein Chinese, ein Italiener, ein Amerikaner und zwei Griechen behandelt werden. Wie viele Frauen darunter sind, sagte May nicht.

Der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, warnte vor einer Radikalisierungsoffensive des IS im Internet. Der IS verlagere „sich mehr und mehr in ein virtuelles Kalifat“. Allein in Deutschland habe die Salafisten-Szene schon knapp 10 000 Anhänger.

Der russische Präsident Wladimir Putin forderte nach dem Anschlag eine engere Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus.

Die Tat löste international Bestürzung und Anteilnahme aus. Die Queen sprach den Opfern ihr Mitgefühl aus. Das britische Parlament und Scotland Yard gedachten ebenso wie Abgeordnete in Deutschland der Opfer. Paris schaltete die Beleuchtung des Eiffelturms ab, das Brandenburger Tor in Berlin sollte in den Farben der britischen Flagge angestrahlt werden. Am Donnertagabend war eine Gedenkveranstaltung auf dem Trafalgar Square in London geplant.

dpa/AFP

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