Umstrittener Publizist

Islamkritiker Udo Ulfkotte gestorben

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Udo Ulfkotte 2007 bei einem Inrterview mit dem „Münchner Merkur“.

Rottenburg am Neckar - Der umstrittene Publizist Udo Ulfkotte ist tot. Der 56-Jährige Bestseller-Autor und Politikwissenschaftler starb überraschend am Freitag.

Udo Ulfkotte war kein stiller Mensch. Zeit seines Lebens sagte er seine Meinung zu den Themen, die die Gesellschaft bewegen. Als Journalist der FAZ (1986-2003) befasste er sich besonders mit Themen rund um Afrika, die islamische Welt und die Vereinten Nationen. Von 1986 bis 1998 lebte er laut seiner Website überwiegend in islamisch geprägten Staaten und bereiste über 60 Länder. 

In den vergangenen Jahren war er in erster Linie als umstrittener Bestsellerautor und islamkritischer Aktivist bekannt. Am Freitag ist Udo Ulfkotte überraschend gestorben.

Udo Ulfkotte gestorben: Das ist die Todesurasache

Wie der KOPP-Verlag, bei dem zuletzt exklusiv die Werke des Politikwissenschaftlers erschienen, mitteilt, starb Ulfkotte wenige Tage vor seinem 57. Geburtstag am 13. Januar 2017 an einem Herzversagen. Laut Verlagsangaben stand es „mit seiner Gesundheit schon seit einiger Zeit nicht mehr zum besten“. Dennoch sei er bis zuletzt aktiv gewesen. „Beinahe bis in die letzten Minuten seines Lebens saß Udo Ulfkotte an seinem Schreibtisch und arbeitete. Viele Projekte und Ideen wollte er noch verwirklichen. Doch dann wurde er jäh aus dem Leben gerissen.“

Mehrere von Ulfkottes Büchern avancierten in den vergangenen Jahren zu Bestsellern. Sein wohl erfolgreichstes Werk „Gekaufte Journalisten“ rangierte 2015 auf Platz 6 der Spiegel-Bestsellerliste. Darin wirft er den Medienvertretern in Deutschland vor, korrupt zu sein und sich von staatlichen Stellen leiten zu lassen. Er schreibt auch, er selbst sei während seiner Tätigkeit für die FAZ korrumpierbar gewesen.

Ulfkotte unterstützte auch inhaltlich die umstrittenen Thesen des früheren Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin zu Migrationsproblemen und Auswüchsen des Islams. Es würden "irrsinnige Summen für bildungsresistente und rückständige Migranten ausgegeben", sagte er 2010 der "Leipziger Volkszeitung".

Anfang 2015 sprach er auf einer Veranstaltung der islamfeindlichen Pegida-Organisation über seine Lieblingsthemen: Die angeblich verlogene und gleichgeschaltete Medienlandschaft und die Gefahr, die er in der Islamisierung der westlichen Welt ausmachte. Zuletzt publizierte Ulfkotte das Buch "Volkspädagogen", in dem er kaum ein gutes Haar an der Medienbranche ließ. 

Einseitige Twitter-Postings

Auf Twitter bezeichnet er sich selbst als „politisch nicht korrekten Gegner von Qualitätsmedien und Islamisierung“. Sein Posting bezog sich meist auf die Berichterstattung über Gewaltverbrechen und Sexualdelikte in Verbindung mit „Asylanten“, „Schwarzafrikanern“ oder „Dunkelhäutigen“. 

Udo Ulfkotte: Zitate aus seinem Interview mit dem „Münchner Merkur“

Im Münchner Merkur vom 30. Juli 2007 war ein ganzseitiges Interview mit Islamkritiker Udo Ulfkotte zu lesen. Hier lesen Sie einige Zitate:

  • „Als die ersten muslimischen Familien nach Deutschland geholt wurden, hat man sich weder mit dem Islam noch mit den Folgen beschäftigt. Es gab auch kaum einschlägige Literatur. Im Laufe der Zeit aber hätte man die Zeichen erkennen müssen. Jetzt ist es so, dass für die kommende Generation eine Entwicklung eintritt, die nicht zu einem friedfertigeren Miteinander führen wird, sondern zu einem Tsunami der Islamisierung.“
  • “Zu unseren Werten sollte eigentlich gehören, dass jemand, der vom Verfassungsschutz beobachtet wird, ausgegrenzt wird – so wie es bei Rechtsextremisten sofort geschieht. Werte muss man verteidigen und Demokratie muss wehrhaft sein. Wir aber lassen zu, dass andere unser Wertesystem besetzen.“
  • “Für uns ist eine Moschee wie eine Kirche. Das stimmt so nicht, denn zu einer Moschee gehören auch ein Einkaufszentrum, ein Hotel, ein Café, ein Begegnungszentrum und ein Markt. Eine Moschee ist also die Keimzelle auch des wirtschaftlichen, soziologischen, kulturellen und politischen Lebens. In Moscheen wird der politische Islam dokumentiert. Deshalb spielt der Bau von Moscheen eine große Rolle bei der Ausweitung des politischen Islams.“
  • „Die Mehrzahl der Muslime weiß sehr genau, was in Deutschland geschieht. Sie wissen auch, dass sie eigentlich aufstehen und Zeichen setzen müssten. Sie wenden sich aber ab.“
  • „Als das Buch „Der Krieg in unseren Städten“ herauskam, gab es ein Kapitel mit Vorschlägen, was zu tun ist, um die Situation zu verändern. Da hat es geheißen: Das ist fast schon rechtsextremistisch. Wenige Wochen später kam der damalige Innenminister Otto Schily mit seinem sogenannten ‘Otto-Katalog Sicherheitspakete‘ – und ging weit über das hinaus, was ich gefordert habe.“
    lg

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