Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Prozessbeginn in der Türkei

Istanbul: Khashoggi-Mord-Prozess beginnt - Verlobte des Saudi-Arabien-Kritikers will Antworten

Im Mordfall Khashoggi beginnt in der Türkei der Prozess. Die Täter sind allerdings abwesend. Trotzdem erhofft sich die Verlobte des Ermordeten Aufklärung.

  • Die Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi sorgte weltweit für Empörung.
  • In der Türkei beginnt nun der Prozess - in Abwesenheit der mutmaßlichen Täter.
  • Die haben Verbindungen zu Saudi-Arabiens Königshaus. 

Istanbul - Vor rund eineinhalb Jahren wurde der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi ermordet, am Freitag begann in Istanbul der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter. Im Falle einer Verurteilung droht den Beschuldigten eine lebenslange Haftstrafe, allerdings befindet sich keiner von ihnen derzeit in der Türkei.

Zwei der insgesamt 20 Angeklagten haben enge Verbindungen zum saudi-arabischen Königshof. Unter anderem wirft die Staatsanwaltschaft den beschuldigten Personen "vorsätzliche und monströse Tötung unter Qualen" vor, Haftbefehle gegen alle Angeklagten wurden schon vor dem Prozessbeginn ausgestellt.

Khashoggi-Mord: Verdächtige mit Verbindungen zum saudi-arabischen Königshaus

Zu den Verdächtigen zählt auch Saudi-Arabiens stellvertretender Geheimdienstchef Ahmed al-Assiri sowie ein früherer Berater des Kronprinzen Mohammed bin Salman, Saud al-Kahtani. Die türkischen Ermittler gehen davon aus, dass sie die Ermordung Kashoggis im Istanbuler Konsulat angeordnet haben.

Khashoggis türkische Verlobte Hatice Cengiz wohnte dem Prozessbeginn bei. "Ich werde alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Mörder von Jamal zur Rechenschaft zu ziehen", bekräftigte sie gegenüber AFP. Von dem Prozess erhofft sich Cengiz auch Erkenntnisse über den Standort der bis heute verschwundene Leiche von Khashoggi

Auch UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard nimmt am Prozess teil, sie sieht bezüglich der Tötung Khashoggis eine direkte Verbindung zum saudi-arabischen Kronprinzen bin Salman.

Khashoggi, der als Regierungskritiker galt, wurde im Oktober 2018 im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul von einem entsandten 15-köpfigen Kommando brutal ermordet. Anschließend zerstückelte man seinen Leichnam und entsorgte diesen. Erst unter internationalem Druck gestand Riad nach wochenlangen Dementis, Khashoggi "bei einem missglückten Einsatz zu seiner Festnahme" getötet zu haben.

Khashoggi-Mord: Prozess in Saudi-Arabien endete mit mehreren Todesurteilen

Im Zusammenhang mit dem Tod des regierungskritischen Journalisten wurden in Saudi-Arabien im Dezember 2019 fünf Menschen wegen Mordes an Khashoggi zum Tode verurteilt. Über die Identitäten Täter gibt es keine Angaben. Unterdessen gab Khashoggis Sohn Salah im Mai via Twitter bekannt, dass er und sein Bruder den Tätern "vergeben und verzeihen" werde. 

Dies könnte nach Einschätzung von Experten bewirken, dass die zum Tode verurteilten Mörder dadurch der Hinrichtung entgehen. Dagegen wurden die dem Kronprinzen nahestehenden al-Assiri und al-Kahtani in dem Prozess entlastet.

Währenddessen wurde in den USA an einem 45-Jährigen die Todesstrafe vollstreckt. Für eine Tat, die fast 30 Jahre zurückliegt. 

Rubriklistenbild: © Hasan Jamali/picture alliance/AP/dpa

Kommentare