EVP-Kandidat für EU-Parlamentspräsidentenwahl

Italiener Tajani soll Nachfolger von Martin Schulz werden

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Antonio Tajani.

Straßburg - Die christdemokratische Europäische Volkspartei (EVP) hat Antonio Tajani als Kandidaten für die Wahl des EU-Parlamentspräsidenten aufgestellt.

Tajani gewann am Dienstagabend in Straßburg die Abstimmung gegen die Irin Mairead McGuinness, den Slowenen Alojz Peterle und den Franzosen Alain Lamassoure.

Mit Tajani geht neben dem Sozialisten Gianni Pittella der zweite Italiener ins Rennen um das Amt des EU-Parlamentspräsidenten. Der 63 Jahre alte Jurist stammt aus Rom. Er gehört der konservativen Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi an.

Der Italiener sitzt seit 1994 im Europaparlament und ist seit 2014 einer der 14 Vizepräsidenten. Zwischendurch war er zweimal EU-Kommissar. Zwei Jahre lang war er für Verkehr zuständig, vier Jahre lang für die Industrie.

Zur EVP, die derzeit die stärkste Fraktion ist, gehören unter anderem die deutsche CDU und CSU. Der derzeitige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) hatte im November angekündigt, in die Bundespolitik wechseln zu wollen. Die Wahl seines Nachfolgers ist für den 17. Januar geplant. Ihr Ausgang ist offen, da keine Partei ohne die Unterstützung von anderen Parteien ihren Kandidaten sicher durchsetzen kann.

Das ist Antonio Tajani

Mit dem Christdemokraten Antonio Tajani ist neben dem Sozialisten Gianni Pittella nun der zweite Italiener im Rennen um das Amt des EU-Parlamentspräsidenten. Der 63 Jahre alte Jurist stammt aus Rom. Das Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP) gehört in seinem Heimatland der konservativen Forza Italia von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi an und ist dort auch im Präsidium.

Schon vor seiner Karriere als Politiker war Tajani mit der Berlusconi-Familie verbunden: Er leitete die römische Redaktion der Mailänder Tageszeitung „Il Giornale“, die Paolo Berlusconi gehört - dem Bruder von Silvio Berlusconi.

Nach seiner Kür als Kandidat sagte der EU-Abgeordnete am Dienstagabend in Straßburg: „Wir müssen Brücken bauen mit anderen politischen Gruppen gegen den Populismus.“ In Italien hatte sich seine Partei allerdings zuletzt unter die lautstarken Gegner der Verfassungsreform des proeuropäischen Ex-Ministerpräsidenten Matteo Renzi gemischt. Dazu zählten auch die eurokritische Fünf-Sterne-Bewegung und die ausländerfeindliche Lega Nord.

Tajani sitzt seit 1994 im Europaparlament und ist seit 2014 einer der 14 Vizepräsidenten. Zwischendurch war er zweimal EU-Kommissar. Zwei Jahre lang war er für Verkehr zuständig, vier Jahre lang für die Industrie.

Erst kürzlich musste er sich vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Europaparlaments rechtfertigen für die Rolle, die er als EU-Industriekommissar im Abgas-Skandal gespielt hatte. Als solcher war er nämlich für die Regulierung der Autobranche zuständig. Die Abgeordneten hatten ihm vorgeworfen, zu große Rücksicht auf die Autoindustrie genommen zu haben.

dpa

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