„Kein Teufelszeug“

FDP-Vize Kubicki „misstraut“ Schulz - und denkt an Ampel-Koalition

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Wolfgang Kubicki bei einem FDP-Bundesparteitag

Kiel/Berlin - Wer mit wem? Das ist eine der großen Fragen vor der Bundestagswahl. FDP-Urgestein Wolfgang Kubicki nähert sich der SPD - und hat einen Seitenhieb für Martin Schulz.

Schwarz-Rot, Rot-Schwarz, Rot-Rot-Grün, Schwarz-Gelb-Grün... - Farbenspiele und Koalitions-Spekulationen haben in Wahljahren immer Konjunktur. Ende März hatte die FDP Avancen der SPD für eine Ampel-Koalition noch eine Abfuhr erteilt. Nun klingt das schon wieder ein wenig anders: Wolfgang Kubicki, Vize-Parteichef der Liberalen, ist am Donnerstag in einem Interview mit Zeit-Online vorsichtig auf Annäherungskurs zu den Sozialdemokraten gegangen.

„Ich bin kein Anhänger des Bündnisses mit der SPD. Aber ich halte es auch nicht für Teufelszeug“, sagte Kubicki. „Auch mit der SPD können wir vernünftig reagieren.“ Ein mögliches Vorbild sei die Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz: „Von meinem Parteifreund Volker Wissing höre ich, dass die Koalition dort sehr gut funktioniert, was vorher nicht zu erwarten war. Daran lernt man.“

Martin Schulz „weckt Misstrauen“

Einen kleinen verbalen Tiefschlag hatte das FDP-Urgestein allerdings für den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz parat. Es gebe Sozialdemokraten, die er „sehr schätze“, sagte Kubicki. Peer Steinbrück oder Sigmar Gabriel etwa. Schulz gehört aber offenbar nicht in diese Kategorie.

„Martin Schulz muss sich fragen lassen, ob ihm noch zu trauen ist“, ätzte Kubicki. Es wecke „Misstrauen, dass er sich nun einer Ampel zuwendet, nachdem er gesehen hat, dass Rot-Rot-Grün nicht funktioniert.“

Wie reagiert Christian Lindner diesmal?

Im März hatten SPD-Spitzenpolitiker eine Ampel-Koalition mit FDP und Grünen ins Gespräch gebracht. Kubicki hatte schon damals erklärt, ein solches Bündnis treibe ihm „keine Schweißperlen auf die Stirn“. Allerdings fuhr ihm Parteichef Christian Lindner in die Parade. Es handle sich bei den Spekulationen um „amüsante Fake News“, stellte er klar.

Kubicki hat unterdessen zunächst noch eine andere Wahl zu bestehen: Am 7. Mai führt er die Liberalen als Spitzenkandidat in die schleswig-holsteinischen Landtagswahlen.

Wofür steht eigentlich Martin Schulz? Mehr erfahren Sie in diesem Artikel.

fn

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