Zur Situation der Bayern-SPD

Kommentar: Start des Neuanfangs ist misslungen

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tz-Redakteurin Barbara Wimmer.

München - Die bayerische SPD erhofft sich durch den Hype um Martin Schulz einen Aufschwung. Dabei sind verheerende Fehler begangen worden. Ein Kommentar.

Die Bayern-SPD will in der Heckwelle des neuen sozialdemokratischen Aufschwungs nicht nur vom Schulz-Effekt profitieren, sondern die wunderbare Entwicklung im Freistaat nachmachen! Dieses Vorhaben könnten sicher alle bayerischen Genossen unterschreiben. Leider übersehen Landeschef Florian Pronold und seine Wunsch-Nachfolgerin Natascha Kohnen bei ihrem Ansatz entscheidende Unterschiede: Pronold ist nicht mit Sigmar Gabriel zu vergleichen und das Charisma der Generalsekretärin schon gar nicht mit dem eines Martin Schulz. Auch Partei-Schwergewicht Gabriel hat sich ja mit seiner überraschenden Stabübergabe an Schulz als wenig stilsicher seinen Parteifreunden gegenüber erwiesen.

Dass die ihrem Sigi die Geheimniskrämerei vor der Schulz-Kandidatenkür nachhaltig übel nahmen, verbot sich aber schon wegen des sofortigen Anstiegs der Mitgliederzahl und der Umfragewerte. Außerdem: Zuvor waren monatelang nur drei Namen als potenzielle Kanzlerbewerber gehandelt worden. Pronold und Kohnen aber klüngelten den Wechsel an der Spitze ohne Mitwirkung der Parteifreunde aus, und das offenbar schon vor zwei Jahren! Vielleicht, nachdem Pronold 2015 mit mickrigen 63,3 Prozent wiedergewählt wurde?

In der Zwischenzeit hätte es viele Gelegenheiten gegeben, die Personalie in Gremien zu besprechen und - Achtung: demokratische Partei! - alternative Vorstellungen zu diskutieren. Erste empörte Reaktionen auf Pronolds Ankündigung ließen nicht lang auf sich warten. Der erste Schritt des Neuanfangs ist misslungen.

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