Kritik in sozialen Medien

„Frauenförderung bei der JU“? CSU-Nachwuchs kassiert Shitstorm für Plakat - und reagiert dann kleinlaut

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Die Junge Union wollte sich mit einem Plakat abheben - und kassierte einen Shitstorm. (Symbolbild)

In sozialen Medien erregte ein Wahlplakat zur Kommunalwahl Aufsehen. Die Junge Union wollte einen „Eyecatcher erzeugen“ - und kassierte stattdessen einen Shitstorm.

  • Die Junge Union in Mettenheim sorgt für Aufregung.
  • Grund ist ein Wahlplakat für die Kommunalwahl.
  • Der CSU-Nachwuchs hat mittlerweile auf die Kritik reagiert.

Mettenheim - Die Junge Union (JU) hat eine Plakatkampagne zur Kommunalwahl zurückgezogen - wegen massiver Kritik in sozialen Medien und dem Vorwurf der Frauenfeindlichkeit.

Stein des Antoßes war ein Plakat, darauf zu sehen: Ein Po in einer Lederhose, zwei Hände darauf und der Slogan „Jetzt pack ma‘s an!“

Junge Union sorgt mit Plakat für Aufsehen: Kritik auf Twitter

Der CSU-Nachwuchs hat sich mittlerweile zu dem Plakat geäußert: „Mit unserem Plakat wollten wir einen Eyecatcher erzeugen und uns von den üblichen Wahlplakaten abheben.“ Das hat offenbar gut funktioniert, denn das Plakat wurde unter anderem auf Twitter viel diskutiert. Aber nicht - wie vermutlich geplant - im positiven Sinne. „Uff. Unterste Schublade“, findet beispielsweise ein Nutzer. „Wahlplakate from Hell: Frauenförderung bei der JU“, fand ein weiterer.

Eine Nutzerin antwortet direkt mit einem Bild, auf dem die Kandidaten der JU Mettenheim zu sehen sind - nämlich zehn Männer und eine Frau. Dazu schreibt sie: „Wer von den 11 jungen Frau(en?) und Männern“ wohl diesen Wahnsinnseinfall hatte? Ich schätze Listenplatz 8 war es nicht“, sagt sie mit Blick auf die einzige Frau auf dem Bild.

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Kommunalwahl 2020: Junge Union löst mit Wahlplakat Kritik aus

„Die 50er haben angerufen“ schreibt ein weiterer Nutzer. In einem Tweet wird der CSU ironisch viel Glück für die Kommunalwahl gewünscht. „So gewinnt man Wahlen (in Bayern). Mehr Frauenhintern in Lederhosen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichberechtigung“. Aufmerksamkeit hat die JU für ihre Plakate auf jeden Fall bekommen, „jedoch sind wir damit wohl über das Ziel hinausgeschossen“, ließ der CSU-Nachwuchs verlauten.

Der JU-Ortsverband hatte sich nach eigenen Angaben dieses Jahr bewusst dazu entschieden, zur Kommunalwahl im März mit einer eigenen Liste anzutreten. „Unser Wahlkampf steht unter dem Motto „Frischer Wind für Mettenheim“ und „Wir packen an“, da wir jungen, engagierten Mettenheimern die Möglichkeit bieten wollen, sich in der regionalen Kommunalpolitik einzubringen“, hieß es.

Der Discounter Netto machte Werbung für unverpacktes Obst und Gemüse - mit unverpackten Models. Doch Kunden fanden die Werbekampagne alles andere als lustig.

Ein CSU-Stadtrat in Ingolstadt erntete kürzlich auch Kritik, da er gegen den OB-Kandidaten der SPD „schoss“, wie *Merkur.de berichtet.  

Der Aushang an einem Bayreuther Restaurant sorgte für Aufsehen. Dem Lokal wurde Diskriminierung vorgeworfen. Die Chefin wehrt sich -

doch der Vorfall hat bereits Auswirkungen.

Das Coronavirus beherrscht weiter die Schlagzeilen in Deutschland. Jetzt hat sich ein Bürgermeisterkandidat im Landkreis Augsburg infiziert - mitten im Wahlkampf. (Merkur.de*)

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