Video zeigt brutale Szene

Einsatz in Deutschland eskaliert: Beamtin boxt auf Mann ein - Erklärung der Polizei bestürzt

In NRW ist ein Einsatz der Krefelder Polizei scheinbar eskaliert. Videos zeigen, wie eine Beamtin einem Mann mehrmals ins Gesicht boxt. (Screenshot)
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In NRW ist ein Einsatz der Krefelder Polizei scheinbar eskaliert. Videos zeigen, wie eine Beamtin einem Mann mehrmals ins Gesicht boxt. (Screenshot)

Ein Polizeieinsatz in Krefeld (NRW) eskaliert. Auf Twitter kursieren Videos, wie eine Beamtin einen Mann brutal angreift und ihn ins Gesicht boxt.

  • Ein Polizeieinsatz in Krefeld (NRW) wegen mutmaßlicher Brandstiftung bringt die Polizei bei Twitter-Nutzern in die Kritik.
  • Im Internet kursiert ein Video von dem Einsatz, bei dem eine Beamtin einem Mann mehrmals brutal ins Gesicht boxt.
  • Jetzt ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft.

Update vom 11. Oktober, 13.41 Uhr: Videoaufnahmen eines Polizeieinsatzes in Krefeld, Nordrhein-Westfalen, schlagen in den sozialen Netzwerken hohe Wellen. Nun reagiert die Polizei mit einer Stellungnahme. Auf Twitter hatte die Polizei NRW bereits kommentiert, dass es sich bei dem Video lediglich um einen Ausschnitt des Einsatzes handele.

In dem Video ist zu sehen, wie ein Mann von mehreren Polizeibeamten scheinbar in Gewahrsam genommen werden soll. Er wehrt sich. Drei Beamte versuchen den Mann ruhig zu stellen. Eine vierte Kollegin rennt auf die rangelnde Gruppe zu und schlägt mehrmals auf den Kopf und in das Gesicht des Mannes, bevor er mit dem Knie der Beamtin auf seinem Kopf am Boden fixiert werden kann (siehe Erstmeldung). Eine Polizeisprecherin erklärte gegenüber der Rheinischen Post: „Es ist aber wichtig, dass gesagt wird, dass das Video nur einen Teil einer dynamischen Entwicklung darstellt.“ So habe die Auseinandersetzung zum Beispiel schon viel früher im Haus begonnen. 

Der Fall wird nun von der Staatsanwaltschaft geprüft.

Polizeieinsatz eskaliert? Beamtin boxt Mann wiederholt ins Gesicht - Videos zeigen den brutalen Einsatz

Erstmeldung vom 11 Oktober:

Krefeld - Bei einem Polizeieinsatz hat die Polizei in Krefeld eine Frau wegen versuchter Brandstiftung festgenommen. Bei der Festnahme nahmen die Beamten auch einen Mann in Gewahrsam, dieser wehrte sich anfangs. Als zwei der Polizisten den Mann festsetzen wollten, eilte ihnen eine Kollegin zur Hilfe, die dem Mann mehrmals und wiederholt gezielt ins Gesicht boxte.

Krefeld/NRW: Polizeieinsatz brutal? Videos zeigen radikales Vorgehen

Das Video des offenbar außer Kontrolle geratenen Einsatzes kursiert jetzt auf Twitter - und erntet Empörung und Schock. In einer Pressemitteilung zu dem Einsatz spricht die Krefelder Polizei von einer eskalierten Rettungsaktion:

„Am heutigen Samstagvormittag (10. Oktober 2020) hat die Polizei einen Mann und eine Frau wegen versuchter Brandstiftung vorläufig festgenommen.
Gegen 11:40 Uhr kam es in der Erdgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses an der Hubertusstraße zu einem Wohnungsbrand. Die hinzugerufenen Polizeibeamten trafen darin eine Frau (28) und einen Mann (47) an. Als sie aus der verrauchten Wohnung gerettet werden sollten, weigerte sich der Mann. Angesichts seines Widerstands musste unmittelbarer Zwang angewendet werden, um ihn in Sicherheit zu bringen.
Die Deutsche und der Tunesier befinden sich im Polizeigewahrsam. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.“

Krefeld/NRW: Kriminalhauptkommissar kritisiert Vorgehen der Polizistin heftig

Doch selbst ein Kriminalhauptkommissar ordnet die Lage aufgrund des Videos von dem Einsatz kritisch ein: „Wieder einmal so ein Video, bei dem Viele sagen werden ‚Aber man sieht doch gar nicht, was davor passiert ist‘ und es eigentlich völlig egal ist, was davor passiert ist. Das ist Jahrmarktsboxerei und keine saubere Polizeiarbeit. Die Kollegin zerschlägt hier Vertrauen.“

Die Polizei NRW hat sich inzwischen zu dem Video geäußert und ein Statement auf Twitter veröffentlicht. Dabei verweisen die Beamten darauf, dass es sich bei dem geteilten Video nur um einen Ausschnitt des Einsatzes handele. Dennoch werde der Sachverhalt „unter allen Aspekten polizeilich und staatsanwaltschaftlich geprüft.“ Zuvor hatte es bei vielen Nutzern auch Zweifel daran gegeben, ob das Video überhaupt den tatsächlichen Einsatz wiedergebe, ob es sich dabei womöglich um eine Fälschung handeln könne. Die eingeleiteten Ermittlungen und der Verweis der Polizei NRW in ihrer Reaktion scheinen diese Zweifel nun zu widerlegen.

Über einen Antifa-Twitter-Account wurde daraufhin ein längeres Video geteilt, auf dem auch die Entwicklung des Hergang zu erkennen sein soll. In dem Video hört man die Passanten rufen: „Übertreibt doch nicht so!“, „Das ist ja krank.“ Als der Mann von drei Beamten auf dem Boden fixiert wird, trifft die Feuerwehr an der Einsatzstelle ein. (nai)

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