Weltweite Aufmerksamkeit sei „fabelhaft“

Künstler des Trump-Spiegel-Covers: „Ich muss das machen“

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Das neue Cover des Spiegels.

New York - Das Cover, das der kubanische Künstler Edel Rodriguez für den Spiegel illustrierte, hat für weltweites Aufsehen gesorgt. Jetzt äußert sich der Künstler.

Der Zeichner des Spiegel-Titelbilds mit US-Präsident Donald Trump als Henker der Freiheitsstatue, Edel Rodríguez, hat sich als Flüchtling zu einem solchen Statement verpflichtet gefühlt. „Ich sehe sonst niemanden, der diese Art Illustrationen macht; ich denke, dass ich daher derjenige bin, der sie machen muss“, sagte der in den USA lebende Kubaner der Deutschen Presse-Agentur. Mit Blick auf Trumps Einreisestopp für Flüchtlinge und Bürger aus sieben islamisch geprägten Ländern fügte Rodríguez hinzu: „Welchen Unterschied gibt es zwischen mir und einem Moslem, der sein Land verlässt, weil er Angst hat, umgebracht zu werden?“

Das Titelbild der jüngsten Ausgabe des deutschen Magazins hatte auch in den USA Reaktionen hervorgerufen. Das Online-Portal Buzzfeed schrieb, die Menschen seien „ziemlich schockiert“. Die Illustration zeigt Trump, wie er in der einen Hand den blutenden, abgetrennten Kopf der Freiheitsstatue hält, in der anderen ein Messer. Dass die ganze Welt über ein Kunstwerk rede, findet Rodríguez „fabelhaft“. Er habe sein Bild auch schon auf Anti-Trump-Demonstrationen gesehen.

Rodríguez kam 1980 mit acht Jahren als einer von rund 125.000 Kubanern während der damaligen Migrationskrise mit seiner Familie in die USA und lebt heute nahe New York. „Als mein Vater aus dem Boot stieg - ich habe es auf Video - war das Erste, was er sagte: „Nieder mit Fidel, nieder mit der Revolution““, erzählte der heute 45-Jährige. Sein Vater habe in den USA endlich die Freiheit gehabt, das zu sagen. „Wie soll ich dann nicht die Freiheit haben, Trump zu zeichnen, oder Obama oder wen ich will, wie auch immer ich will?“

dpa

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