Gedenken nach Anschlag in Berlin

Lammert fordert von Muslimen Debatte über Glauben und Gewalt

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Der Bundestag gedenkt nach dem Anschlag am Breitscheidplatz der Opfer.

Berlin - Gut vier Wochen nach dem Anschlag vom Berliner Breitscheidplatz hat der Bundestag am Donnerstag der Opfer des Attentats gedacht. "Jeder von uns ist gemeint, jeder von uns ist betroffen", sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) in einer Ansprache.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat die Muslime in Deutschland gut einen Monat nach dem islamistischen Anschlag von Berlin zur Auseinandersetzung mit ihrer Religion aufgefordert. Als Staat, der Religionsfreiheit als Menschenrecht garantiere, „dürfen und müssen wir die Auseinandersetzung der Muslime mit ihrer Religion und dem verhängnisvollen Zusammenhang von Glaube und fanatischer Gewalt mit Nachdruck einfordern“, sagte Lammert am Donnerstag in einer Gedenkrede im Bundestag. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime habe dies nach dem Anschlag beispielhaft getan. „Auch das verdient Respekt und Anerkennung.“

Zugleich warnte Lammert eindringlich davor, dass Menschen wegen „ihrer Herkunft oder Religion in Sippenhaft genommen werden für terroristische Gewalt, vor der sie vielfach selbst geflohen sind“. Der Attentäter Anis Amri habe sich als Muslim und Soldat der Terrormiliz Islamischer Staat verstanden und als Flüchtling ausgegeben. „Beides können wir nicht übersehen - gerade weil wir uns zur religiösen Vielfalt, zur weltoffenen Gesellschaft und zu unseren humanitären Verpflichtungen bekennen“, sagte der Bundestagspräsident.

Lammert verlangte die Bekämpfung islamistischen Gedankenguts mit aller rechtsstaatlicher Härte und auch in der politischen Auseinandersetzung. „Terror ist nie religiös, Terror ist politisch - und die Antwort darauf muss auch politisch sein.“ Zugleich unterstrich er: „Wir bekämpfen nicht den Islam, sondern Fanatismus, nicht Religion, sondern Fundamentalismus.“ Dies gelte unter dem Eindruck des Terrors in Deutschland genauso wie nach den Anschlägen in den europäischen Nachbarländern.

dpa/afp

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