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Großer Rückruf: Zahlreiche Landkreise in Oberbayern betroffen

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Robert Koch Institut widerlegt Aussage von Andreas Winhart (AfD)

"Keine relevante Infektionsgefährdung durch Asylsuchende"

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Andreas Winhart, Landtagskandidat der AfD 
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Bad Aibling - AfD Landtagskandidat Andreas Winhart sieht von Asylsuchenden eine gesundheitliche Gefahr für die heimische Bevölkerung ausgehen. Das Landratsamt Rosenheim und das Robert Koch Institut widerlegen diese Vermutung.

Das  Büro von Dr. Alice Weidel bezog Stellung zu dem Vorfall in Bad Aibling. Ihr Pressereferent teilte in einer E-Mail mit, dass sie die „Neger“-Äußerung nicht gehört habe. "Möglicherweise sei sie durch ein kurzes Gespräch abgelenkt. Äußerungen solcher Art lehnt sie strikt ab.

Kurz vor der Landtagswahl lud der AfD-Kreisverband Rosenheim Dr. Alice Weidel ein, Fraktionsvorsitzende der Partei im Bundestag. Ans Rednerpult durfte auch Andreas Winhart, der Landtagskandidat der Rosenheimer AfD. Der erklärte, dass er vom Gesundheitsamt Rosenheim habe „nachrecherchieren lassen“, dass es durch die Flüchtlinge zu weitaus mehr HIV-, Krätze- und TBC-Fällen im Landkreis gekommen sei. Dann benutzt er in seiner öffentlichen Rede auch noch das Wort „Neger“. „Ich möchte wissen, wenn mich in der Nachbarschaft ein Neger anküsst oder anhustet, dann muss ich wissen, ist er krank oder ist er nicht krank“, fordert der AfD-Politiker und erntet Applaus dafür.

Hier können Sie den Abschnitt aus der Rede Winharts sehen

Seine Aussage bei der Veranstaltung mit Dr. Alice Weidel untermauerte Winhart jetzt auch noch in einer Pressemitteilung in der er mehr Transparenz im Gesundheitswesen fordert. Darin schreibt er unter anderem: 

"Andreas Winhart will sich dafür stark machen, dass - unter Wahrung datenschutzrechtlicher Aspekte - durch die Gesundheitsämter mehr Transparenz bezüglich Ansteckungsmöglichkeiten und -Risiken mit meldepflichtigen Krankheiten für die Bevölkerung besteht. Hierzu sollten meldepflichtige Krankheiten noch engmaschiger erfasst werden und diese Daten anonymisiert, aber öffentlich zur Verfügung gestellt werden. Zum Schutz der Bevölkerung sollen Maßnahmen ergriffen werden, welche eine Warnung an mögliche Kontaktgruppen in bestimmten Stadtteilen oder bestimmten Organisationsstrukturen ermöglicht. Hintergrund sind die bekanntgewordenen Fälle von ansteckenden Krankheiten, v.a. von TBC-Fällen durch Flüchtlinge."

Andres Winhart stellt hierzu fest: „Für Viele sind hochansteckende Krankheiten oder HIV immer noch ein Tabuthema. Aber gerade hier wäre für die Prävention bei der Bevölkerung mehr zu erreichen, wenn hier Hemmnisse abgebaut würden. Für besonders integrationsfreundliche Mitbürger kommen beim Thema Flüchtlinge mit ansteckenden Krankheiten natürlich besondere Reizpunkt zusammen. Wurde uns 2015 und 2016 noch gesagt, dass Flüchtlinge bereichern und laut Martin Schulz ‚wertvoller als Gold‘ sind, stellt sich allmählich heraus, dass das Gegenteil der Fall ist, wie die Zahlen u.a. des Gesundheitsamtes Rosenheim, aber auch anderer Quellen zeigen.“

Gesundheitsamt reagiert

Das Gesundheitsamt Rosenheim reagierte jetzt mit einem Statement auf die Behauptungen, die Winhart offenbar in mehreren Reden bereits wiederholt hat.

„Etliche Bürgerinnen und Bürger kontaktieren derzeit das Staatliche Gesundheitsamt wegen der Wahlkampfauftritte des AfD-Kandidaten Andreas Winhart“, heißt es auf der Homepage des Amtes. Dann erklärt das Gesundheitsamt: „Wir stellen fest, dass ‚unglaublich viele HIV-, TBC- und Krätzefälle‘, wie Winhart behauptet, durch das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Rosenheim nicht bestätigt werden können.“

Die Fakten: Ganze zwei Asylsuchende im Landkreis Rosenheim wurden positiv auf HIV getestet. Zwischen 2015 und 2018 wurden 118 Tuberkulose-Fälle registriert, „bei 43 Personen war dem Gesundheitsamt der Status als Asylbewerberin oder -bewerber oder UMA (unbegleitet, minderjährig) bekannt. Statistische Erhebungen zu Tuberkulose-Fällen in Flüchtlingsunterkünften in Stadt und Landkreis Rosenheim liegen dem Gesundheitsamt Rosenheim nicht vor“. Bei Krätze-Fällen wurde im Juli 2017 für Leiter von Gemeinschaftsunterkünften eine Meldepflicht eingeführt. Seitdem gab es sieben Fälle in drei Unterkünften im ganzen Landkreis Rosenheim.

Da die Zahlen des Gesundheitsamtes Winharts Aussagen zu widerlegen scheinen, äußerte es sich in der Pressemitteilung dahingehend: "Die Fälle von Krätze oder HIV-infizierten Asylsuchenden mag zwar gering erscheinen, sie blenden allerdings auch die Tatsache aus, dass beispielsweise Krätzefälle in Asylunterkünften erst seit dem 17.7.2017 erfasst werden. Auch hier ist zu vermuten, dass die Zahl auf Grund der ankommenden Flüchtlinge in den Jahren 2015 und 2016 deutlich höher lag.

Keine relevante Infektionsgefährdung durch Asylsuchende

Das Gesundheitsamt hat Winhart außerdem darüber informiert, dass das RKI (Robert Koch-Institut) keine relevante Infektionsgefährdung der Allgemeinbevölkerung durch Asylsuchende sehe. "Diese sind grundsätzlich durch die gleichen Infektionskrankheiten gefährdet wie die einheimische Bevölkerung in Deutschland. Die anstrengende Reise, ein oft fehlender Impfschutz und die enge räumliche Situation in den Aufnahmeeinrichtungen können jedoch dazu führen, dass Asylsuchende empfänglicher für einige Infektionskrankheiten sind. Meistens handelt es sich um Erkältungskrankheiten und Magen-Darm-Infekte. Das Übertragungsrisiko lässt sich hier durch einfache hygienische Maßnahmen (z.B. häufiges Händewaschen, Räume regelmäßig lüften, Reinigung häufig berührter Flächen und Türgriffe) erheblich verringern. Das RKI schätzt die Möglichkeit des Imports von hierzulande seltenen Infektionskrankheiten durch Asylsuchende nach Deutschland aktuell als gering ein.

Quelle: mangfall24.de

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