Stimmkreis Rosenheim-Ost: Ergebnisse und Reaktionen

Wahlanalyse: Winhart und Fischer künftig im Landtag vertreten? 

Sie könnten den Einzug in den Landtag schaffen: Andreas Winhart (AfD) und Mary Fischer (Freie Wähler). 
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Sie könnten den Einzug in den Landtag schaffen: Andreas Winhart (AfD) und Mary Fischer (Freie Wähler). 

Landkreis Rosenheim/Bayern - Zwölf Direktkandidaten traten bei der Landtagswahl 2018 am 14. Oktober in Bayern im Stimmkreis Rosenheim-Ost an. Was bedeuten die Ergebnisse der vergangenen Wahl und wer hat eine Chance auf Einzug in den Landtag? 

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Harte Schlappe für die SPD, die CSU kommen mit einem blauen Auge davon, bei den Freien Wählern herrscht Feierstimmung. Die AfD zieht als vierstärkste Kraft erstmals in den Landtag ein. Als deutlicher Sieger gehen die Grünen aus der Wahl hervor. Und auch die FDP schafft erneut den Einzug in den Landtag

Im Stimmkreis Rosenheim-Ost sieht das vorläufige Ergebnis so aus:

  • CSU: 37,1 Prozent
  • Grüne: 19,5 Prozent
  • Freie Wähler: 11,4 Prozent
  • AfD: 10,0 Prozent
  • SPD: 6,3 Prozent
  • FDP: 5,2 Prozent
  • BP: 4,0 Prozent
  • Die Linke: 2,5 Prozent
  • ÖDP: 1,7 Prozent

Wahlbeteiligung bei über 70 Prozent 

Bei der Landtagswahl 2018 waren im Stimmkreis Rosenheim-Ost 111.367 Menschen wahlberechtigt. Von diesen gingen am Sonntag 82.633 zur Urne. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 74,2 Prozent, einer positiven Veränderung von plus 9,9 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl 2013.

Die Gesamtstimmen des Stimmkreises Rosenheim-Ost.

CSU verliert 15 Prozent im Vergleich zur letzten Landtagswahl

CSU-Politiker Klaus Stöttner hat das Direktmandat für seinen Stimmkreis geholt. Damit wird Rosenheim-Ost in der kommenden Legislaturperiode von Klaus Stöttner im Landtag vertreten sein. Bei den Zweitstimmen hat die CSU mit 38,8 Prozent die meisten Stimmen geholt. In seiner Heimatgemeinde Prutting entfielen 690 Erststimmen direkt auf Stöttner, in Prutting bekam die CSU insgesamt einen Zuspruch von 40,1 Prozent. Dennoch ist das Ergebnis um 15,2 Prozent schlechter im Vergleich zur Landtagswahl 2013, als die Schwarzen noch 52,3 Prozent erreicht haben. 

"Natürlich ist das Wahlergebnis für uns nicht befriedigend und wir sind enttäuscht", erklärte der Direktkandidat für den Stimmkreis Rosenheim-Ost noch am Wahlabend gegenüber rosenheim24.de. Es hätte laut Stöttner jedoch "schlimmer kommen können", die CSU habe zudem schon "mit schlechteren Ergebnissen gerechnet". 

Klaus Stöttner am Wahltag bei der Stimmabgabe. 

Einzug der FDP in den Landtag "ein überragendes Gefühl" 

Martin Hagen, Direktkandidat der FDP im Stimmkreis Rosenheim-Ost indes hat Grund zur Freude - denn er wird seine Partei wohl künftig im Landtag vertreten. Mit 5,2 Prozent an vorläufigen Gesamtstimmen verzeichnet die FDP ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl 2013. 

"Eine Stunde Schlaf, es war eine kurze Nacht", erklärte Hagen am Montagmorgen um 7.30 Uhr schmunzelnd in einem kurzen Facebook-Live-Video aus Berlin. Er sei immer noch überwältigt von den Eindrücken des Wahlabends und dem Moment, als die FDP um 1.15 Uhr endlich Gewissheit bekommen habe, dass sie den Einzug in den Landtag perfekt gemacht habe. "Das war ein überragendes Gefühl. Wir haben unser Ergebnis deutlich steigern können, haben es spannend gemacht, es war eine knappe Geschichte. Zum dritten Mal überhaupt seit ich auf der Welt bin hat die FDP es geschafft in den Landtag einzuziehen und das ist ein großer Erfolg", betonte der 1981 geborene Politiker. Nun werde man in den nächsten fünf Jahren dafür sorgen, dass die FDP bei kommenden Wahlen nicht mehr so zittern müsse. Hagen freue sich "wahnsinnig auf die nächsten Aufgaben", die nun vor ihm liegen

Schaffen es Winhart und Fischer in den Landtag? 

Die AfD zieht erstmals als viertstärkste Partei in den Bayerischen Landtag ein - mit 10,0 Prozent an vorläufigem Gesamtergebnis im Stimmkreis Rosenheim-Ost. 

"Uns freut es, dass uns viele trotz der miesen Stimmungsmache gegen uns ihre Stimme und ihr Vertrauen geschenkt haben", betonte AfD-Spitzenkandidat Andreas Winhart. Bei der anschließenden Wahlparty der AfD knallten die Korken. Dennoch wollte Winhart nichts überstürzen, wie er gegenüber rosenheim24.de betont: "Wir wollen vorab nichts prognostizieren. Aber gerade was mich angeht, wird es spannend - ich freue mich auf die neue Herausforderung."

Auch Mary Fischer, Direktkandidatin der Freien Wähler im Stimmkreis Rosenheim-Ost hat die Chance auf Einzug in den Landtag. Mit 11,4 Prozent haben die Freien Wähler ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zur Landtagswahl von vor fünf Jahren geholt. In Fischers Heimatgemeinde Rimsting haben die Freien Wähler insgesamt 16,8 Prozent erreicht. Auf Fischer selbst entfielen 518 Erststimmen.

Die Freude über das zweistellige Ergebnis sei, so betonte Fischer am Wahlabend gegenüber der Redaktion, überragend gewesen: "Wir sind sehr sehr sehr glücklich über das Ergebnis." Einer mögliche Koalition mit der CSU stehen die Freien Wähler positiv gegenüber. "Ich denke, wir könnten uns gegenseitig bereichern", so Fischer.

Die Wahlparty der Freien Wähler in einer Pizzeria in Bad Endorf. 

mb

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