Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Rosenheim-West

24 Fragen an Otto Lederer (CSU)

+
Otto Lederer, Direktkandidat der CSU im Stimmkreis Rosenheim-West hat sich den Fragen von rosenheim24.de gestellt.

Rosenheim/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Rosenheim-West bewerben sich zwölf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Otto Lederer (CSU).

Homepage/Social Media Kanäle:

Homepage: www.lederer-otto.de

Facebook: Otto Lederer auf Facebook

Twitter: --

Instagram: --

Die Antworten auf den Fragebogen von rosenheim24.de

1. Name 

Otto Lederer, MdL

2. Partei 

Christlich-Soziale-Union

3. Alter 

47 Jahre

4. Wohnort 

Gemeinde Tuntenhausen

5. Familienstand 

Verheiratet

6. Kinder 

Drei Kinder: zwei Töchter, einen Sohn

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Videos:

Mit 25 Jahren bin ich zum ersten Mal in den Gemeinderat der Gemeinde Tuntenhausen gewählt worden. Über dieses Ehrenamt habe ich ein Jahr später den Weg zur JU und CSU gefunden. Wenige Jahre später, im Jahr 2002 wurde ich zum Ersten Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen gewählt und durfte für die CSU in den Kreistag des Landkreises Rosenheim einziehen, dem ich heute noch angehöre. Hier habe ich über sechs Jahre lang, bis 2014, auch die CSU-Fraktion geleitet. Seit 2013 bin ich nun für die CSU im Bayerischen Landtag und bringe mich dort sowohl im Bildungs- als auch im Innenausschuss als ständiges Mitglied ein. Zudem bin ich stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises Bildung und Kultus der CSU- Landtagsfraktion. Darüber hinaus habe ich diverse Ämter des CSU-Kreisverbandes Rosenheim-Land und des CSU-Bezirksverbandes Oberbayern inne. Seit 2015 bin ich auch Landesvorsitzender des Arbeitskreises Schule, Bildung und Sport (AKS) der CSU.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Ein eigentliches politisches Vorbild habe ich nicht, aber ich finde die Art, wie sich meine Vorgänger Annemarie Biechl und Sepp Ranner für die Menschen in unserer Heimat eingesetzt haben, absolut vorbildlich. Außerdem schätze ich auch Alois Glück als politischen Vordenker und Impulsgeber sehr. 

9. Was verbindet Sie mit der Region? 

Was ist das Besondere bei uns? Mit der Region verbindet mich eindeutig meine Familie, meine Freunde und die Liebe zur Heimat. Ich bin dementsprechend gerne in den Bergen in der Region unterwegs. Dort finde ich Ruhe und Zeit zu entspannen sowie über Dinge nachzudenken. Während andere hierzu in den Urlaub fahren müssen, lebe ich in einer Urlaubsregion und kann diese entsprechend nutzen, wann immer es mir die Zeit zulässt.

10. Warum sind genau Sie der Richtige? 

Für mich als Politiker ist es wichtig, die Menschen und Ihre Anliegen, die ich sehr ernst nehme, anzuhören. Ich höre aber nicht nur zu, sondern versuche mich auch für die Anliegen der Menschen in der Region auf Landes- und Kreisebene entsprechend einzusetzen. Die Erfahrung aus meiner über 11-jährigen Zeit als Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen kann ich hier sehr gut einbringen.

Darüber hinaus engagiere ich mich aktiv in diversen Vereinen, wie zum Beispiel dem Trachtenverein und der Freiwilligen Feuerwehr Ostermünchen. Durch meine ehrenamtliche Arbeit bin ich nah an meinen Mitmenschen, ihren Sorgen und Problemen. So kann ich auch die Themen und Vorschläge, die in den Gremien des Bayerischen Landtags besprochen werden, bei mir speziell im Bildungs- und im Innenausschuss, realitäts- und bürgernah beurteilen. Diese Arbeit möchte ich gerne zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Jahren fortsetzen. 

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

1. Den Menschen geht es gut in Bayern. Ich will dafür sorgen, dass das auch in Zukunft so bleibt! Im Innenausschuss des Bayerischen Landtags bin ich neben den Themen Innere Sicherheit und Sport hauptsächlich für den Bereich „Kommunale Angelegenheiten“ zuständig. Die Erneuerung des kommunalen Abgabengesetzes, des kommunalen Wahlgesetzes und Maßnahmen zur Stärkung des kommunalen Ehrenamts sind nur ein paar der Themen, die ich bislang aktiv begleiten durfte. Leistungsfähige Kommunen und vor allem die Innere Sicherheit sind wichtige Grundvoraussetzungen für ein stabiles Gemeinwesen.

2. Bildungspolitik ist Wirtschafts- und Sozialpolitik von morgen! Aus diesem Grund setze ich mich für eine ganzheitliche Bildung auf höchstem Niveau, sowohl im akademischen als auch beruflichen Sektor, ein. Im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags durfte ich maßgeblich das bayerische Bildungspaket, in dem unter anderem auch das neue bayerische Gymnasium enthalten ist, mitgestalten. Dabei liegt mir neben der akademischen Bildung speziell auch die berufliche Bildung am Herzen. Wir brauchen junge Fachkräfte, die mit einer fundierten dualen Aus- und Weiterbildung unsere heimische Wirtschaft stärken. Denn wie wir wissen: Fachkräfte werden nicht geboren, sie werden ausgebildet!

3. Unsere schöne Landschaft mit ihren Bergen, Seen und Wäldern ist Heimat und Verpflichtung zugleich. Diese gilt es einerseits zu wahren, andererseits auch schonend weiterzuentwickeln. Hier sind unsere Land- und Forstwirte ein wichtiger Faktor. Sie sorgen zum Beispiel für vielfältige Kulturlandschaften und lebendige dörfliche Strukturen. Um dies in Zukunft beibehalten zu können, muss besonders die Arbeit unserer landwirtschaftlichen Familienbetriebe wieder mehr gesellschaftliche Anerkennung erfahren.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen? 

Siehe Frage 11.

13. Thema Infrastruktur: Wie stehen Sie zu den vorgestellten ersten Grobtrassenentwürfen zum Brenner-Nordzulauf, welche Probleme bleiben bestehen, welche kommen hinzu und welche Lösungen haben Sie? 

Die Vorstellung der ersten Grobtrassenvorschläge durch die Bahn gibt nun den Startschuss für die detaillierte Planungsarbeit in den einzelnen Gemeindeforen mit allen Beteiligten. Hierbei können von den Kommunen auch eigene, neue Trassenvorschläge erarbeitet werden.

Oberstes Ziel ist hier für uns, möglichst verträgliche Trassengestaltungen für Mensch und Natur zu finden. Vor diesem Hintergrund möchte ich, dass auch in Bayern der „Tiroler Standard“ möglich wird. Dies bedeutet weitestgehend eine unterirdische Verlegung der Trasse.

Darüber hinaus muss der Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner an der Bestands- und Neubaustrecke angepasst und optimiert werden. Die derzeitige Belastung der Anwohner an der bestehenden Bahnstrecke muss reduziert werden.

Außerdem müssen die Ausgleichsflächen zum Bau des Brennernordzulaufs außerhalb des anfallenden Naturraums zur Verfügung gestellt, beziehungsweise durch finanziellen Ausgleich abgegolten werden.

14. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie? 

Wer schon einmal auf der A8 von München nach Salzburg gefahren ist, weiß, wie hoch das Verkehrsaufkommen ist. Dieses könnte in den nächsten Jahren sogar noch steigen. Aus diesem Grund ist ein Ausbau der A8 dringend notwendig. Dadurch erhöht sich nicht nur die Kapazität, sondern vor allem auch die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer. Ein 4-spuriger Ausbau, der von manchen als Alternative gesehen wird, birgt einige gravierende Nachteile. So kann insbesondere hier kein vollumfänglicher Lärmschutz für die Anwohnerinnen und Anwohner in Aussicht gestellt werden. Somit ist ein sechsspuriger Ausbau der A8 die einzig sinnvolle Alternative.

15. Thema Wohnen: Wie kann gerade in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und privatem Wohneigentum hat für die CSU höchste Priorität! Auch wenn es sich hierbei um eine kommunale Aufgabe handelt, unterstützt hier der Freistaat wie kein anderes Bundesland in Deutschland. Bayern stellt allein 2018 über 1 Milliarde Euro bereit. Wir wollen Familien bei der Schaffung von Wohneigentum unterstützen. Daher haben wir das Bundesbaukindergeld durchgesetzt, mit dem Familien einen Zuschuss für den Ersterwerb von Neubau oder Bestand in Höhe von 1.200 Euro je Kind und pro Jahr für einen Zeitraum von zehn Jahren erhalten können (bis zu einer Einkommensgrenze von 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen plus 15.000 Euro pro Kind). Bayern legt mit dem Bayerischen Baukindergeld Plus nochmal 300 Euro drauf. Damit gibt es 1.500 Euro pro Kind und pro Jahr für bayerische Familien.

Darüber hinaus kann seit September 2018 die Bayerische Eigenheimzulage beantragt werden. Dies ist ein einmaliger Zuschuss von 10.000 Euro oben drauf. Damit bekommt eine Familie in Bayern mit zwei Kindern beim Neubau oder Kauf insgesamt 40.000 Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Der Freistaat Bayern baut außerdem selbst bezahlbare Mietwohnungen: Mit der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft „BayernHeim“ schaffen wir erschwingliche Mietwohnungen für untere und mittlere Einkommensgruppen. Die „BayernHeim“ soll 10.000 Wohnungen bis 2025 neu errichten.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden? 

Der Freistaat ist in puncto Reduzierung des Flächenverbrauchs bereits tätig. Für die CSU gilt hier das Motto: Anreize statt Verbote! Dazu wurde ein flächendeckendes Naturpaket erstellt, mit Vertragsnaturschutz, Landschaftspflege sowie einer Stärkung des Kulturlandschaftsprogramms für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, die seit Jahrhunderten in familiärer Hand unsere Landschaften gestalten und pflegen.

Darüber hinaus gab es im März dieses Jahres einen Beschluss des Bayerischen Landtags, in dem ein Anreizpaket zum Flächensparen verabschiedet worden ist. Auf Antrag der CSU-Fraktion wurden folgende, konkrete Maßnahmen in vier Kernbereichen beschlossen:

Für den Bereich der Information und Beratung wurde eine Bereitstellung von Lehr- und Informationsmaterial zur Fortbildung und Sensibilisierung kommunaler Mandats- und Funktionsträger, sowie die Erstellung von Planungshilfen für die Bauleitplanung vorgesehen. Des Weiteren ist die Einführung eines Gütesiegels „flächenbewusste Kommune“ und eine Verbesserung zum Flächensparen im Denkmal- und Ensembleschutz beschlossen worden.

Der zweite zentrale Aspekt ist das Flächenmanagement und die Identifizierung von Innenentwicklungspotential. Dafür gibt es ein Programm zur Erfassung und Identifizierung der Entwicklungspotentiale, sowie PDF Karten für Kommunen mit Flächenmanagement-Datenbank. Außerdem soll eine Verbesserung der Interkommunalen Planung- und des Regionalmanagements stattfinden.

Als dritter großer Bereich wird die Nutzung des Innenentwicklungspotentials durch die Dorferneuerung, Städtebauförderung, Förderung der Gebäudesanierung und der Ortskernentwicklung in Angriff genommen.

Der letzte Punkt stellt das konkrete Bauen und Planen dar. Hier ist eine Erleichterung von Aufstockungen von Bestandsgebäuden sowie bei Möbelhäusern und Einzelhandelsgroßprojekten der Vorrang baulicher Parkangebote vor großen Parkfreiflächen vorgesehen. Einen zusätzlichen Aspekt stellt die optimierte Nutzung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur durch Einsatz intelligenter Verkehrssysteme dar. Bayerns Ministerpräsident hat darüber hinaus in seinem 10-Punkte-Plan weitere Anreize zum Flächensparen mit einem Prämienmodell zu Entsiegelungen festgelegt. So gibt es nun vom Bayerischen Bauministerium zwei neue Förderinitiativen für Gemeinden, die Flächen sparen wollen. Damit sollen leerstehende Gebäude und Brachen in Ortskernen revitalisiert werden, zum Beispiel durch Modernisierung oder Instandsetzung. Insgesamt 100 Millionen Euro stehen hierfür zur Verfügung. Übrigens – wussten Sie, dass Bayern mit rund 9.200 Biohöfen und über 300.000 Hektar ökologisch bewirtschafteter Flächen sowie gut 3.500 Verarbeitern das Öko- Land Nummer Eins in Deutschland ist? Die Steigerungsrate der Ökofläche liegt auch 2017 über dem Bundesdurchschnitt. Der Öko-Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern liegt jetzt bei rd. 10 %. Zum Vergleich: In Niedersachsen liegt dieser Anteil bei 3,8 %, in Nordrhein-Westfalen bei 5,7 % und in Schleswig-Holstein bei 5,6 %. Mehr als die Hälfte der in Deutschland produzierten Öko-Milch kommt aus Bayern.

17. Thema Landwirtschaft: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe? 

Oberstes Ziel ist der Schutz und die Wahrung unserer Heimat mit unseren sauberen Seen, Flüssen und Wäldern. Dies ist das Ergebnis der Arbeit unserer forst- und landwirtschaftlichen Betriebe, die über Jahrhunderte hinweg diese Landschaften gestaltet und geprägt haben. Der Freistaat Bayern unterstützt diese bei ihrer Aufgabe, unter anderem mit dem Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) und dem Vertragsnaturschutzprogramm.

Mit dem Kulap erhalten die Landwirte seit rund 30 Jahren Ausgleichszahlungen für umweltschonende Bewirtschaftungen – für mehr Artenvielfalt, mehr Klima-, Boden-

und Gewässerschutz sowie zum Erhalten der Kulturlandschaft. Die Landwirte können hier, den Bedürfnissen ihrer Betriebe angepasst, verschiedene Maßnahmen kombinieren.

Das Vertragsnaturschutzprogramm sichert die nachhaltige Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts und hilft, die Lebensräume der heimischen Tiere und Pflanzen zu erhalten. Ein zusätzlicher Erschwernisausgleich gewährt zudem eine schonende und nachhaltige Bewirtschaftung von gesetzlich geschützten Biotopflächen.

Darüber hinaus muss der sanfte Tourismus weiter gefördert werden. Dieser ist Motor für Innovation und Nachhaltigkeit und bringt Ökonomie und Ökologie in eine ausgewogene Balance.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Unsere Vereine leisten eine wertvolle Arbeit für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Das hohe Engagement in den Sport- und Schützenvereinen ist der Bayerischen Staatsregierung viel wert: So wurden zum Beispiel in diesem Jahr rund 20 Millionen Euro pauschal zur Förderung des Vereins- Sportbetriebs investiert, das ist ein Plus von 7 %. Diese Erhöhung geht insbesondere auf eine Initiative der CSU-Fraktion zurück. Aber auch alle anderen Vereine, wie zum Beispiel unsere Trachtenvereine, Freiwilligen Feuerwehren oder Theatervereine werden vom Freistaat Bayern finanziell gefördert. Dies ist der richtige Weg, um unseren Nachkommen die kulturelle Identität Bayerns in allen Facetten zu überliefern.

Darüber hinaus gibt es für ehrenamtlich Tätige in Stadt und Landkreis Rosenheim die Möglichkeit, die Bayerische Ehrenamtskarte zu beantragen. Damit sind viele Preisnachlässe und Vergünstigungen unterschiedlichster Art verbunden. So erhalten Karteninhaber zum Beispiel Vorteile bei Einrichtungen des Freistaates Bayern, seinen Schlössern, Museen und der Seenschifffahrt sowie bei teilnehmenden kommunalen Einrichtungen (zum Beispiel Schwimmbäder) und Gewerbetreibenden aus der privaten Wirtschaft (Rabatt in einem Geschäft). Die Bedingungen zum Erhalt der Bayerischen Ehrenamtskarte finden Interessierte hier: www.lbe.bayern.de

Auch ganz praktische Probleme, wie etwa die Herausforderungen bei der Durchführung von Vereinsfeiern oder die Probleme des Datenschutzes, werden zielorientiert angegangen. So gibt es etwa in der Bayerischen Staatskanzlei ein „Sorgentelefon Ehrenamt“ an das sich ehrenamtlich Tätige wenden können, um sich im Dschungel der Bürokratie besser zu orientieren. Ein Leitfaden zur Durchführung von Vereinsfeiern wird ebenfalls angeboten. Die Informationen hierzu finden sich unter: www.freistaat.bayern/dokumente/leistung

Ähnliches gibt es beim Bayerischen Landesamt für Datenschutz. Dieses hat einen Leitfaden zum Umgang mit der Datenschutz-Grundverordnung sowie eine Hotline für Vereine zu dem Thema eingerichtet. Mehr Informationen gibt es unter www.lda.bayern.de.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Unsere freiheitliche Gesellschaft funktioniert nur deshalb, weil es eine gemeinsame Wertebasis und einen klaren Ordnungsrahmen gibt. Diese sind Grundlage und Richtung unserer bayerischen Integrationspolitik.

Die Integration der hohen Zahl von Flüchtlingen und Asylbewerbern fordert uns gesamtgesellschaftlich. Bildung und insbesondere Deutschkenntnisse, sowie Vermittlung der Rechts- und Werteordnung der Verfassung sind der Schlüssel für gelingende Integration, beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe.

Bayern hat bisher bei der Integration von anerkannten Flüchtlingen Vorbildliches geleistet. So wurden zum Beispiel bereits 155.000 Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie Praktika vermittelt. Diese erfreuliche Tatsache ist bundesweit vorbildlich, aber leider kaum bekannt.

Doch nicht alle Asylbewerber können in Bayern bleiben. So müssen diejenigen, die nicht unseren Schutz vor Verfolgung oder Krieg benötigen, in ihr Heimatland zurückkehren. Hierzu müssen Rückführungsabkommen mit den einzelnen Ländern abgeschlossen werden.

Darüber hinaus führen die beschlossenen Ankerzentren zu einer Beschleunigung der Asylverfahren. Dort werden Asylbewerber zentral erfasst, deren Asylantrag zügig bearbeitet und bei einem negativen Bescheid – gegebenenfalls nach richterlicher

Prüfung – wird die Rückführung eingeleitet. Dies bündelt die Verwaltungsakte und verkürzt und erleichtert das Verfahren durch Zentralisierung.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Die soziale Marktwirtschaft ist Grundlage der sozialen Gerechtigkeit und bleibt für die CSU Maßstab ihres Handelns. Ein bedingungsloses Grundeinkommen widerspricht zentralen Grundwerten der Sozialen Marktwirtschaft. Es ist wichtig, denen zu helfen, die unverschuldet in Not geraten sind. Jeder, der unverschuldet seine Arbeit verliert und trotz Bemühungen den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt über einen längeren Zeitraum hinweg nicht schafft, verdient die Unterstützung der Gesellschaft. Es ist aber ebenfalls wichtig den Menschen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung für sich und ihre Angehörigen zu ermöglichen. Leistung muss sich auch in Zukunft lohnen!

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Bildung und Erziehung von heute entscheiden über die Chancen unserer jungen Menschen von morgen! Mein Ziel ist es deshalb, unseren Kindern optimale und individuelle Bildungschancen zu bieten. Deshalb setze ich mich für eine ganzheitliche Bildung auf höchstem Niveau ein - im akademischen und im beruflichen Bereich! Denn beide Bildungswege sind gleichwertig.

Grundlage hierfür ist in Bayern das gegliederte Schulsystem. Durchlässigkeit, individuelle Förderung und das Prinzip „Kein Abschluss ohne Anschluss“ sind Garanten für eine Bildungslandschaft, die Chancengerechtigkeit als Maßstab hat. Deshalb haben wir – obwohl in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Schülerinnen und Schüler um 10% gesunken ist – die Anzahl der Lehrer um 7% erhöht. Diesen Weg möchte ich gerne weitergehen, um so auch den Bereichen Heterogenität, Inklusion, Integration oder Ganztag gerecht zu werden. Wir setzen auch in Zukunft auf Bayerns bewährtes und leistungsstarkes differenziertes Bildungswesen und wollen es weiter stärken. Daher haben wir für unsere Kinder das Bildungspaket: „Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen“ auf den Weg gebracht. Darin sind unter anderem die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung, der Ausbau von Inklusion und Stärkung der Förderschulen sowie die Stärkung der beruflichen Bildung und das neue bayerische Gymnasium enthalten. Dieses Bildungs-Projekt ist mit zusätzlichen 2.000 Lehrerstellen ausgestattet und soll in den nächsten Jahren mit weiteren Stellenmehrungen fortgesetzt werden.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Um die Familien zu fördern, haben wir gemeinsam mit den Kommunen die Kinderbetreuung stark ausgebaut und darüber hinaus das Baukindergeld Plus und das Familiengeld eingeführt. Mit letzterem eröffnen wir Familien Spielräume. Sie können selbst entscheiden, wofür sie das Geld zum Wohl ihrer Kinder verwenden. Das ist echte Wahlfreiheit! Das Familiengeld ist ein echtes „Mehr“ auch für Geringverdiener. Das Familiengeld soll auf existenzsichernde Sozialleistungen nicht angerechnet werden. Das heißt: Keine Anrechnung auf Hartz IV. Die anders lautende Haltung von Bundessozialminister Heil geht zu Lasten der Familien, ist nicht nachvollziehbar und falsch.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld?

Pflegebedürftige ab Pflegegrad 2 erhalten nun seit September 2018 das deutschlandweit einzigartige Landespflegegeld in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr. Davon profitieren 360.000 pflegebedürftige Menschen in Bayern. Mit dem Landespflegegeld und dem Ausbau der Pflege haben wir für unsere älteren Mitmenschen und ihre Familien wichtige Leistungen durchgesetzt. Die vielen positiven Rückmeldungen bestätigen, dass dieser Weg richtig ist.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Die CSU-geführte Staatsregierung hat in den vergangenen Jahrzehnten Großes für Bayern geleistet: Bayern ist nicht nur stark, sondern auch solide und sicher. Dies verdanken wir neben der Bayerischen Staatsregierung auch dem Einsatz der Bürgerinnen und Bürger sowie der Unternehmen vor Ort. Vor diesem Hintergrund ist für mich der Zeitpunkt für eine Diskussion über eine neue Staatsregierung ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Ich möchte keine Berliner Verhältnisse in unserem Freistaat!

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Zurück zur Übersicht: Landtagswahl Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT