Kandidatenvorstellung Landtagswahl 2018: Stimmkreis Traunstein

24 Fragen an Sabrina Teifel (mut)

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Sabrina Teifel, Direktkandidatin der mut-Partei im Stimmkreis Traunstein hat sich den Fragen von chiemgau24.de gestellt.

Landkreis Traunstein/Bayern - In Bayern wird am Sonntag, 14. Oktober, ein neuer Landtag gewählt. Im Stimmkreis Traunstein bewerben sich elf Direktkandidaten für einen Sitz im bayerischen Landesparlament. Wir stellen die Kandidaten einzeln vor. Dieses Mal: Sabrina Teifel (mut).

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Die Antworten auf den Fragebogen von chiemgau24.de

1. Name

Sabrina Teifel

2. Partei 

mut

3. Alter 

33 Jahre

4. Wohnort 

 Reit im Winkl

5. Familienstand

Verheiratet

6. Kinder 

 Zwei Söhne

7. Wie verlief Ihre politische Karriere? 

Politik und Weltgeschehen hat mich schon in der Grundschule interessiert. Politisch aktiv war ich immer, allerdings bisher nicht parteipolitisch. Mit mut gibt es nun endlich eine Partei, mit deren Zielen und Werten ich mich 100 Prozent identifizieren kann.

8. Wer sind Ihre politischen Vorbilder? 

Menschen, die ihren Werten trotz widriger Umstände treu geblieben sind. Nelson Mandela zum Beispiel.

9. Was verbindet Sie mit der Region? Was ist das Besondere bei uns? 

Unsere Region ist meine Heimat, die Heimat meiner Kinder. Das Besondere ist sicherlich die einmalige Landschaft, die in ihrer Abwechslung praktisch alles bietet. Die politische Herausforderung in unserer Region wird sein, dass durch die Weitläufigkeit unseres Landkreises und die teilweise völlig unterschiedlichen Gegebenheiten, ein sehr großes, facettenreiches Feld an politischen Bereichen abzudecken sein wird. 

Da geht es über Tourismus hauptsächlich im Chiemgau und Achental, die Landwirtschaft im Rupertiwinkel und drum herum, die soziale Gerechtigkeit und Wohnungsknappheit in der Städten Traunstein und Traunreut, insgesamt um den Ausbau von Breitband und ÖPVN und nicht zuletzt um eine gerechte Standortpolitik und Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und zu schaffen.

10. Warum sind genau Sie der Richtige?

Ich bin die Richtige, weil ich mich seit nunmehr 20 Jahren intensiv mit der Politik in unserem Land und weltweit befasse. Ich bin parteipolitisch unvorbelastet und bereit, neue Wege einzuschlagen, die dringend notwendig sind.

11. Was sind Ihre drei wichtigsten politischen Ziele? 

– Die Schaffung sozialer Gerechtigkeit.

– Die Förderung der ökologischen Landwirtschaft und kleiner Höfe.

– Die ehrliche und nachhaltige Beseitigung des Pflegenotstands.

12. Was wollen Sie für die Menschen in der Region erreichen?

Die Menschen in unserer Region brauchen eine bessere Verkehrsanbindung unabhängig vom eigenen PKW. Im Tourismussektor befürworte ich die Förderung ökologisch und sozial wirtschaftender Betriebe, ebenso in der Landwirtschaft. In der Landwirtschaft wollen wir aktiv gegen das Höfesterben agieren. Wir brauchen ein flexibles Angebot in der Kinderbetreuung, außerdem müssen die kleinen Schulen vor Ort erhalten werden. Unumgänglich ist der Breitbandausbau, um unsere Region auch als Standpunkt attraktiv zu halten und um es den Menschen zu ermöglichen in den entsprechenden Berufsfeldern von zu Hause aus zu arbeiten um lange Pendelwege oder gar einen Umzug abzuwenden.

13. Thema Verkehr: Ist der sechsspurige Ausbau der A8 dringend erforderlich, welche Alternativen sehen Sie?

 

Nein, der Ausbau der A8 ist nicht nötig. Wir setzen auf zwei Dinge: – Tempolimit auf den Autobahnen, um den Verkehrsfluss auch bei hohem Verkehrsaufkommen zu harmonisieren – konsequenter Ausbau den ÖPNVs.

14. Thema Wohnen: Wie kann gerade in der Region bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? 

Sozialer Wohnungsbau, ganz klar. Auch sollte es für Vermieter, die bisher Ferienwohnungen vermietet haben, dies aber nicht mehr möchten, vereinfacht werden ihre Wohnungen dauerhaft zu vermieten, ohne vormals erhaltene Fördermittel zurückzahlen zu müssen zum Beispiel.

1 5. Thema Landwirtschaft und Flächenknappheit: Wie schaffen Sie den Spagat zwischen dem Umweltschutz, Tourismus und der Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe?

Ich denke hier gar nicht an einen Spagat. Viel mehr müssen die Konzepte Hand in Hand gehen. Hier ist ein offener Dialog mit den betroffenen Betrieben notwendig. Sowohl im Tourismussektor als auch in der Landwirtschaft müssen Betriebe nach den Gemeinwohlkriterien gefördert werden. Es muss attraktiv werden, ökologisch zu wirtschaften.

16. Thema Ökologie: Auf welche Weise kann dem Flächenfraß in Bayern entgegenwirkt werden?

Der Flächenverbrauch muss ganz klar gesetzlich eingeschränkt werden. Außerdem müssen Gesetzte wie zum Beispiel die Pflicht der Parkplatzausweisung angepasst werden.

17. Thema Infrastruktur: Wie kann der Breitbandausbau noch stärker vorangetrieben werden?

Mit einer gerechten Verteilung der Fördergelder und sicher auch mit Kompromissen. Wir wissen, dass unser Netz hier auf dem Land miserabel ist. Große Verteilerkästen möchte aber auch keiner auf seinem Grundstück stehen haben. Hier müssen also Dialoge geführt werden, dringend.

18. Thema Soziales: Die bayerischen Vereine stehen aufgrund der starken Regulierungen aktuell vor großen Hürden. Wie wollen Sie das Vereinsleben auch in Zukunft fördern? 

Vereine sind eine der wichtigsten Institutionen für das soziale Miteinander in unserer Region. Unnötige Regulierung und Bürokratie müssen in diesem Bereich abgeschafft werden.

19. Thema Migration: Wie stehen Sie zu der Asylpolitik von Markus Söder, wie kann zum Beispiel die Rückführung der abgelehnten Asylbewerber gelöst werden? 

Die Asylpolitik von Markus Söder ist keine. Ankerzentren sind menschenunwürdige Lager, Abschiebungen in ein Kriegsgebiet indiskutabel. Viel wichtigere, als die Frage der Rückführung ist die Frage, wie wir mit den Menschen umgehen, die hier in unserem Land sind. Wir brauchen dringend ein Zuwanderungsgesetz, wir sollten Migration als Chance sehen.

20. Thema Arbeit: Ist das bedingungslose Grundeinkommen der richtige Weg? Wie sähe die Alternative aus? 

Das bedingungslose Grundeinkommen ist mit Sicherheit eine gute Sache, kann aber nur einen Teil der Lösung darstellen. Zum Einen müssen besondere Bedarfe wie zum Beispiel Krankheit oder Behinderung weiterhin berücksichtigt werden, zum anderen muss überlegt werden, ob das Grundeinkommen nur bis zu einer Art Bemessungsgrenze bezahlt wird. Außerdem braucht es zudem Konzepte, um die Menschen aus der sozialen Isolation zu holen, dafür wird Geld alleine nicht ausreichen.

21. Thema Bildung: Wie wollen Sie die Bildungslandschaft im Freistaat stärken? 

Für die Bildung wird am wenigsten Geld ausgegeben und das ist einfach falsch. Es bedarf auf diesem Gebiet dringend Umgestaltung auf vielen Ebenen. Die Schulen sollen eigenständiger handeln können, es muss Bürokratie abgebaut werden, der Lehrerberuf muss wieder attraktiv werden, die Schulen müssen zeitgemäß ausgestattet werden. Langfristig werden neue Schularten angestrebt, in denen länger gemeinsam gelernt wird, was auch zur Erhaltung kleinerer Schulen vor Ort beiträgt.

22. Thema Familie: Wie stehen Sie zu dem bayerischen Familiengeld; an welchen Stellen muss nachgebessert werden? 

Das Familiengeld wirkt wie so Vieles auf den ersten Blick ganz nett. Leider geht es schon da los, dass es nur für Familien mit Kindern bis zum 3. Lebensjahr gezahlt wird. Und dann? Es löst im Grunde keines der Probleme. Was wir wirklich brauchen, sind kostenfreie, flexible Betreuungsmöglichkeiten, um auch den Müttern die Berufstätigkeit ohne Probleme zu ermöglichen. Dass das Familiengeld auf die Grundsicherung angerechnet wird, ist inzwischen bekannt. Den wirklich bedürftigen Familien ist also ohnehin nicht geholfen da hilft auch keine Nachbesserung, da geht es um die bundesweite Gesetzeslage.

23. Thema Versorgung: Was halten Sie vom Landespflegegeld? 

Beim Landespflegegeld verhält es sich ähnlich. Auch das wird auf die Grundsicherung angerechnet, Bedürftige gehen also leer aus. Außerdem sprechen wir von einem Betrag von rund 84 Euro monatlich. Soll dieser Betrag den Verdienstausfall der pflegenden Angehörigen auffangen oder teure Pflegedienste bezahlen?

Wir (hauptsächlich meine Mama) haben meinen Papa viele Jahre bis Ende Juli diesen Jahres zu Hause gepflegt. Dieses Pflegegeld hat uns bei der Bekanntgabe schon geärgert. Es hätte uns nichts geholfen. Es war in unserem Wohnort einfach nicht möglich, einen ambulanten Pflegedienst zu bekommen, schon gar nicht einen der zweimal täglich kommt. Also blieben wir bis zum Schluss ohne Unterstützung. Hier muss das Problem angegangen werden, am Notstand im gesamten Pflegesektor, da helfen 1000 Euro jährlich leider gar nichts.

24. Brauchen wir einen Regierungswechsel im Landtag? 

Ja, den brauchen wir dringend. Für alle Dinge, mit denen die CSU heute auf ihren Wahlplakaten wirbt, hatte sie nun Jahrzehnte Zeit. Passiert ist nichts und es wird auch in Zukunft nichts passieren, da die CSU inzwischen auch auf den Zug der Stimmungsmache aufgesprungen ist, statt sich ernsthaft mit den tatsächlichen Problemen zu befassen. Jetzt ist es an der Zeit für Veränderungen.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten des Kandidaten/der Kandidatin wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: chiemgau24.de

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