Sri Lanka: Präsidentenwahl beginnt

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In Sri Lanka hat die Präsidentenwahl begonnen. Acht Monate nach dem militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen entscheiden die 14 Millionen Wahlberechtigten über ein neues Staatsoberhaupt.

Colombo - In Sri Lanka hat die Präsidentenwahl begonnen. Acht Monate nach dem militärischen Sieg über die tamilischen Rebellen entscheiden die 14 Millionen Wahlberechtigten über ein neues Staatsoberhaupt.

Beobachter erwarten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem amtierenden Präsidenten Mahinda Rajapakse und dem früheren Armeechef Sarath Fonseka, der für ein Bündnis aus mehreren Oppositionsparteien ins Rennen geht. Mit einem Ergebnis wird am Mittwoch gerechnet. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen öffneten um 7.00 Uhr Ortszeit (2.30 Uhr MEZ) die mehr als 11 000 Wahllokale. Landesweit sind 70 000 Polizisten im Einsatz. Zudem verfolgen etwa 20 000 Wahlbeobachter aus dem In- und Ausland der Verlauf der Abstimmung. Im Verlauf des Wahlkampfes war es zu zahlreichen gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern Rajapakses und Fonsekas gekommen. Am Morgen des Wahltages berichteten Augenzeugen von einer Explosion auf der Halbinsel Jaffna in Norden des Insel.

 Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Die Rivalen werben damit, den jahrzehntelangen Bürgerkrieg gegen die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) gewonnen zu haben. Der Sieg über die LTTE im Mai vergangenen Jahres hatte Präsident Rajapakse zu einem Popularitätsschub bei der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit verholfen. Daraufhin kündigte dessen Vereinte Freiheitsallianz (UPFA) im Oktober an, die ursprünglich erst für Ende 2011 geplanten Wahlen vorzuziehen. Ende November gab Fonseka seine Kandidatur bekannt. Er hatte die Streitkräfte in den letzten Monaten des Bürgerkriegs militärisch geführt. Unterstützt wird Fonseka unter anderem von der Vereinten Nationalpartei (UNP) von Oppositionsführer und Ex-Premier Ranil Wickremesinghe und der einst LTTE-nahen Tamilischen Nationalallianz. dpa

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