Sexismus-Debatte

„Legs-it“: Zeitung analysiert Beine von May und Sturgeon

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Das „Legs-it“-Cover der Daily Mail.

London - Die britische Zeitung Daily Mail scheint genug vom Brexit zu haben. Ihre Titelgeschichte nimmt den „Legs-it“ in den Fokus und löst aktuell eine Sexismus-Debatte aus.

Die beiden mächtigsten Politikerinnen Großbritanniens haben am Montag über den Brexit und die schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen diskutiert - aber die Zeitung "Daily Mail" interessierte sich nur für ihr Aussehen. 

Das Boulevardblatt widmete ihre Titelgeschichte am Dienstag den Beinen der britischen Premierministerin Theresa May und der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon. Dies löste eine Debatte über Sexismus aus. "Es war zwar kein Duell der hochhackigen Schuhe, aber es herrschte eine unverkennbar frostige Atmosphäre", hieß es auf der Titelseite zu dem Foto vom Treffen der beiden Politikerinnen in Glasgow. 

„Sittsam arrangiert“

Es zeigt May und Sturgeon nebeneinander sitzend, sie tragen ähnliche Kleidung aus Rock und Blazer, ihre Beine sind bis oberhalb der Knie zu sehen. Während May die Beine parallel zueinander abstellt, schlägt Sturgeon ihr linkes über das rechte Bein. Mit ihren "marineblauen kastenförmigen Blazern und Röcken, die knapp über dem Knie enden, schimmernden transparenten Strumpfhosen und spitzen Schuhen" hätten May und Sturgeon "den Standard-Look von Karrierefrauen eines bestimmten Alters weltweit", lästerte die Stil-Expertin der Zeitung, Sarah Vine. 

„Die 50er Jahre wollen ihre Schlagzeile zurück“

Vine analysierte auch die Haltung der Beine: "Mays berühmte lange Extremitäten sind sittsam arrangiert", schrieb sie. "Sturgeons kürzere, aber unbestritten stärker geformte Schenkel sind insgesamt aufreizender." Sturgeons Pose sei "ein direkter Versuch der Verführung." 

Die Kritik an den Kommentaren ließ nicht lange auf sich warten. Die frühere Frauen- und Gleichstellungsministerin Nicky Morgan nannte die Reduzierung der beiden Politikerinnen auf ihre Beine einen "entsetzlichen Sexismus". Labour-Chef Jeremy Corbyn sagte: "Es ist 2017. Sexismus muss Geschichte sein. Schande für die 'Daily Mail'". 

Sein Vorgänger Ed Miliband schrieb auf Twitter: "Die 50er Jahre riefen an und forderten ihre Schlagzeile zurück."

afp

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