Bundestagswahl

Die Linke: Gleich acht Spitzenkandidaten

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Linksfraktionschef Gregor Gysi

Berlin - Ein bis zwei Spitzenkandidaten für eine Wahl sind der Normalfall. Die Linke versucht es bei der Bundestagswahl jetzt mal mit acht - weil keine Einigkeit erzielt werden konnte.

Die Linkspartei zieht mit acht gleichberechtigten Spitzenkandidaten in den Bundestagswahlkampf. Fraktionschef Gregor Gysi und seine Stellvertreterin Sahra Wagenknecht werden in dem am Montag von der Parteiführung aufgestellten Team keine herausgehobene Rolle haben. Die beiden prominentesten Bundestagsabgeordneten der Linken waren ursprünglich als Doppelspitze im Gespräch.

Gysi gab ein zweistelliges Ergebnis als Wahlziel aus. „Ich sehe das sogar als eine Stärke von uns, dass wir ein so großes Team gebildet haben“, sagte er.

Die Nominierung des Spitzenteams fand einen Tag nach der herben Wahlschlappe der Linken in Niedersachsen statt. Die Partei stürzte dort von 7,1 auf 3,1 Prozent ab und verpasste den Wiedereinzug in den Landtag. Bis zuletzt war unklar, ob Gysi eine herausgehobene Rolle in dem Team erhalten soll. Gegen eine Doppelspitze mit der Parteilinken Wagenknecht hatte sich der 65-Jährige gesperrt. Auch an der genauen Zusammensetzung des Teams wurde bis zum Schluss gefeilt.

Parteichef als Prakti - Gysi in der Kita

Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd
Am Weltfrauentag arbeitet Gregor Gysi als Praktikant in einer Berliner Kindertagesstätte. Der Fraktionschef zieht auch Parallelen zwischen Politik- und Kindergartenbetrieb. © dapd

Die beiden Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger verzichteten letztlich auf ein Mitwirken und wollen sich auf die Parteiarbeit konzentrieren. Neben Gysi und Wagenknecht gehören Ex-Parteichef Klaus Ernst und Fraktionsvize Dietmar Bartsch zur Spitzengruppe. Bartsch war im vergangenen Juni im Machtkampf um die Parteiführung an Riexinger gescheitert. Weitere Spitzenkandidaten sind die stellvertretenden Parteivorsitzenden Caren Lay und Jan van Aken sowie die Bundestagsabgeordneten Diana Golze und Nicole Gohlke.

Damit gehören dem Team vier Männer und vier Frauen an. Auch die wesentlichen politischen Strömungen in der Partei sind vertreten. Jüngstes Mitglied ist Nicole Gohlke mit 37 Jahren, Gysi ist mit 65 Jahren der Älteste. Die Mitglieder haben thematische Schwerpunkte und sollen auf Augenhöhe agieren.

Wer in welchem Bundesland regiert

Schwarz-Gelb, Rot-Rot, Schwarz-Rot, Schwarz-Grün, Rot-Grün oder Jamaika: Welche Parteien regieren welches Bundesland? Ein Überblick über den politischen Fleckenteppich der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Niedersachsen: Rot-Grün. Die CDU/FDP-Koalition von Ministerpräsident David McAllister ist am 20. Januar 2013 nach zehn Jahren abgewählt worden. Nach der 17. Landtagswahl haben SPD und Grüne im Parlament allerdings nur eine Stimme Mehrheit. Neuer Ministerpräsident wird der bisherige hannoversche Oberbürgermeister Stephan Weil. © dpa
Schleswig-Holstein: Torsten Albig (SPD). Bei der vorgezogenen Landtagswahl im Mai 2012 löste der vorige Oberbürgermeister von Kiel den bisher regierenden Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen ab. Seit 12. Juni 2012 regiert eine Koalition aus SPD, Grünen und SSW (Südschleswigischer Wählerverband). Nächste Landtagswahl: 2017. © dpa
Bayern: Schwarz. Ministerpräsident ist Horst Seehofer (CSU). Die Christlich-Soziale Union hatte von 1962 bis 2008 die absolute Mehrheit in Bayern inne. Nach der Landtagswahl 2008 regierte die CSU eine Legislaturperiode lang in einer Koalition mit der FDP. Seit der Landtagswahl im september 2013 regieren Seehofer & Co. wieder alleine.S © dpa
Brandenburg: Rot-Rot. Die SPD stellt seit 1990 den Ministerpräsidenten und regiert aktuell mit der Linkspartei. Matthias Platzeck amtierte seit 2002, musste 2013 aber sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Am 28. August 2013 wurde Dietmar Woidke zum Nachfolger gewählt. Nächste Landtagswahl: 2014. © dpa
Bremen: Rot-Grün. Bürgermeister ist seit dem 8. November 2005 Jens Böhrnsen (SPD). Er regiert in einer Koalition mit den Grünen. Die SPD stellt seit 1945 den Bürgermeister. Nächste Wahlen zur Bürgerschaft: 2015. © dpa
Hamburg: Rot-Grün. Die SPD hat unter Olaf Scholz im Februar 2011 nach fast zehn Jahren Opposition das Hamburger Rathaus zurückerobert. Nach dem Bruch der schwarz-grünen Koalition im vorherigen November wurden Neuwahlen ausgerufen. Nächste Bürgerschaftswahl: 2015. © dpa
Hessen: Schwarz-Grün. Die CDU stellt seit 1999 den Ministerpräsidenten in Hessen. Roland Koch regierte das vormalige sozialdemokratische "Stammland"  seit 1999. 2010 zog er sich aus der Politik zurück. Am 31. August 2010 wurde Innenminister Volker Bouffier (CDU) zu Kochs Nachfolger gewählt. Die Landtagswahl 2013 sorgte für ein Novum: Weder Schwarz-Gelb noch Rot-Grün fanden beim Wähler eine Mehrheit, daher kam es schließlich zur ersten schwarz-Grünen Koalition in einem Flächenland.  © dpa
Nordrhein-Westfalen: Nach der vorgezogenen Landtagswahl am 13. Mai 2012 ergab sich eine Mehrheit für Rot-Grün. Ministerpräsidentin ist Hannelore Kraft von der SPD. Zuvor hatte die Koalition bereits als Minderheitsregierung seit Juli 2010 regiert. © dpa
Rheinland-Pfalz: Rot. 18 Jahre lang regierte hier Kurt Beck. Im Januar 2013 erfolgte dann der Wechsel: Becks Sozialministerin Marie-Luise "Malu" Dreyer ist seine Nachfolgerin. Die nächste wahl findet 2016 statt. © dpa
Saarland: Schwarz-Rot. Annegret Kramp-Karrenbauer übernahm im August 2011 das Ministerpräsidentenamt von Peter Müller (CDU), der seit 1999 regierte. Er hatte das erste Jamaika-Bündnis in Deutschland aus CDU, FDP und Grünen gezimmert. Doch die Koalition hat sich im Januar 2012 wegen interner Querelen bei der FDP aufgelöst. Neuwahlen machten die CDU zur stärksten Partei, am 9. Mai wurde Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende einer Großen Koalition mit der SPD im Saarbrücker Landtag wiedergewählt. © dpa
Saschen-Anhalt: Schwarz-Rot. Seit April 2011 ist Reiner Haseloff der neue Ministerpräsident. Er regiert in einer Großen Koalition mit der SPD. Nächste Landtagswahl: 2016. © dpa
Mecklenburg-Vorpommern: Minsterpräsident Erwin Sellering (SPD) regierte von 2006 bis 2011 in einer Großen Koalition mit der CDU. Die SPD stellt seit 1998 den Ministerpräsidenten in "Meck-Pom". Bei den Wahlen im September 2011 gingen die Genossen erneut als Sieger hervor, und führen die Koalition mit der CDU fort. Nächste Landtagswahl: 2016. © dapd
Sachsen: Schwarz-Gelb. Seit der Wiedervereinigung stellt die CDU in Sachsen ununterbrochen den Ministerpräsidenten. Stanislaw Tillich regiert seit Herbst 2009 in einer Koalition mit der FDP. Nächste Landtagswahl: 31. August 2014. © dpa
Thüringen: Schwarz-Rot. Die CDU regiert Thüringen seit der Wiedervereinigung. Christine Lieberknecht wurde im Herbst 2009 zur Ministerpräsidentin gewählt. Sie ist die erste weibliche Landesfürstin der Christdemokraten. Lieberknecht regiert in einer Großen Koalition mit der SPD. Nächste Landtagswahl: 14. September 2014. © dpa
Berlin: Rot-Schwarz. Klaus Wowereit (SPD) regiert die Hauptstadt seit 2002. Bei den Wahlen Mitte September 2011 feierte "Wowi" den dritten Wahlsieg in Folge. Als Koalitionspartner agiert die CDU. Nächste Wahlen zum Abgeordnetenhaus: 2016 © dapd
Baden-Württemberg: Grün-Rot. 2011 hat eine Koalition aus Grünen und SPD die seit 1953 regierende CDU im "Ländle" abgelöst. Ministerpäsident Winfried Kretschmann (Grüne) saß zuvor als Fraktionsvorsitzender der Grünen im baden-württembergischen Landtag. Nächste Landtagswahl: 2016. © dpa

„Wir haben bewusst betont, dass es sich hier um ein Team handelt“, sagte Parteichef Bernd Riexinger. Seine Co-Vorsitzende Katja Kipping sprach von „acht Köpfen für einen wirklichen Politikwechsel“. Im 44-köpfigen Parteivorstand gab es bei der Abstimmung über das Team zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen. Auch die Landesvorsitzenden billigten den Vorschlag.

Die Linke will im Wahlkampf für eine rot-rot-grüne Koalition werben. Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die Partei ein Rekordergebnis von 11,9 Prozent erzielt und liegt in den Umfragen derzeit bei 7 bis 8 Prozent. „Ich denke, wir können ein zweistelliges Ergebnis schaffen“, sagte Gysi.

Mit der Wahlschlappe in Niedersachsen setzte die Linke aber zunächst ihre Niederlagenserie im Westen fort. Die Partei hat nur bei einer der acht Landtagswahlen in Westdeutschland in den vergangenen beiden Jahren hinzugewinnen können. Auch das Engagements Wagenknechts im Wahlkampfendspurt konnte der niedersächsischen Landespartei nicht helfen. Die Parteiführung sieht die 43-Jährige trotzdem nicht als angeschlagen an. „Man kann das Ergebnis nicht einer Person anlasten“, sagte Kipping.

dpa

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