Wahlen 2017 in Frankreich im Ticker

News-Ticker: Endergebnis der Parlamentswahl in Frankreich steht fest

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Wahltag.

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat am Sonntag die absolute Mehrheit im Parlament geholt. Alle Infos im News-Ticker zu den Wahlen 2017 in Frankreich.

  • Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron hat am Sonntag bei der Parlamentswahl eine absolute Mehrheit geholt.
  • Abgestimmt wurde über die 577 Sitze der Nationalversammlung, der ersten Kammer des Parlaments.
  • Macrons junge Partei La République en Marche und ihre Verbündeten gewannen laut Mitteilung des Innenministeriums vom Montagmorgen 350 der 577 Sitze.
  • Ergebnisse der Wahl in Frankreich wurden seit 20.00 Uhr am Sonntag veröffentlicht.

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Wahlen 2017 in Frankreich: Das Endergebnis

Partei

Sitze

La République en Marche (Macron-Liste)

350

Republikaner (Konservative und Verbündete)

131 Sitze

Parti socialiste (Sozialisten und Verbündete)

29 Sitze

France Insoumise (Linkspartei)

17 Sitze

Kommunisten

10 Sitze

Front National (Rechtspopulistisch)

8 Sitze

Andere

32 Sitze

+++ Jetzt ist es amtlich: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat bei der Parlamentswahl laut Endergebnis eine klare absolute Mehrheit erzielt. Seine Partei La République en Marche und die verbündete Zentrumspartei MoDem kommen nach der Wahl vom Sonntag zusammen auf 350 Sitze in der Nationalversammlung, wie das Innenministerium mitteilte. Das liegt deutlich über den 289 Abgeordnetenmandaten, die für eine absolute Mehrheit notwendig sind. Die konservativen Republikaner kommen zusammen mit der Zentrumspartei UDI auf 131 Sitze. Die Sozialisten von Ex-Staatschef François Hollande haben künftig nur noch 29 Abgeordnete in der Nationalversammlung. Die Bewegung Das unbeugsame Frankreich des Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon gewann 17 Mandate, die Kommunisten erzielten zehn Mandate. Die rechtspopulistische Front National stellt künftig acht Abgeordnete, unter ihnen Parteichefin Marine Le Pen.

+++ Das Wichtigste, was Sie am Montagmorgen über die Parlamentswahl 2017 in Frankreich wissen müssen kurz zusammengefasst: Nach dem klaren Sieg der Partei von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei der Parlamentswahl ist der Weg frei für seine Reformpläne. Der sozialliberale Staatschef sicherte sich in der entscheidenden Abstimmungsrunde am Sonntag eine komfortable Machtbasis für seine Reformen, mit denen er unter anderem Frankreichs Wirtschaft international wieder konkurrenzfähig machen will. Allerdings schnitt Macron deutlich schwächer ab als erwartet. Sein Mitte-Lager kam nach Zahlen des Innenministeriums vom Montagmorgen aus dem Stand auf 350 der 577 Sitze in der Nationalversammlung. Die Schwelle für die absolute Mehrheit liegt bei 289 Sitzen.

Das waren alle News zur Parlamentswahl in Frankreich 2017 vom Sonntag:

+++ 22.34 Uhr: Nach dem klaren Sieg bei der französischen Parlamentswahl hat Präsident Emmanuel Macron nun freie Bahn für seine Reformvorhaben. Das Bündnis um seine Partei La République en Marche errang am Sonntag laut Hochrechnungen bei der zweiten Runde der Parlamentswahl mehr als 355 der insgesamt 577 Sitze. Macrons Partei kam zusammen mit der verbündeten Zentrumspartei MoDem auf deutlich mehr als die 289 Sitze, die für eine absolute Mehrheit in der Nationalversammlung nötig sind. Meinungsforscher hatten allerdings mit einer noch größeren Mehrheit von bis zu 470 Mandaten gerechnet.

+++ 21.57 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zum Sieg seines Lagers bei der Parlamentswahl gratuliert. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb am Sonntagabend auf Twitter, die Kanzlerin verknüpfe mit Macrons Erfolg die Hoffnung auf eine "weiter gute Zusammenarbeit" für Deutschland, Frankreich und Europa.

+++ 21.38 Uhr: Laut Hochrechnungen kam Macrons Lager aus dem Stand auf 355 bis 365 der 577 Sitze in der Nationalversammlung. Meinungsforscher hatten zuvor bis zu 470 Mandate für möglich gehalten. Die absolute Mehrheit liegt bei 289 Sitzen.

+++ 21.28 Uhr: Emmanuel Macron feiert einen haushohen, aber keinen rauschenden Wahlsieg.

Bei der Parlamentswahl in Frankreich erobert das Bündnis des sozialliberalen Präsidenten laut Hochrechnungen mehr als 350 von 577 Abgeordnetenmandaten. Das ist eine satte absolute Mehrheit, doch deutlich weniger als erwartet. Zudem schmälert eine historisch niedrige Wahlbeteiligung den Erfolg.

Doch diese Schönheitsfehler dürften bald vergessen sein: Mit seiner deutlichen Mehrheit in der Nationalversammlung kann der junge Staatschef durchregieren. Bei seinen Reformvorhaben, insbesondere der Flexibilisierung des Arbeitsmarkts, will Macron schnell Fakten schaffen.

Der klare Sieg für den Präsidenten war keine Überraschung mehr: Schon in der ersten Wahlrunde vor einer Woche hatte Macrons La République en Marche die anderen Parteien deklassiert. Bei der entscheidenden zweiten Wahlrunde startete die junge Partei am Sonntag aus der Pole Position - und ließ die politische Konkurrenz weit hinter sich.

Wahlen 2017 in Frankreich: Gabriel und Schulz beglückwünschen Macron

+++ 21.04 Uhr: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) hat den Sieg des französischen Präsidenten Emmanuel Macron bei der Parlamentswahl begrüßt.

Macron sei der "Durch-Marche" in der Nationalversammlung gelungen, schrieb Gabriel am Sonntagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Der Weg ist frei für Reformen, in Frankreich und in Europa", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beglückwünschte Macron. "Europa bringen wir nur nach vorn mit PolitikerInnen, die gestalten wollen", twitterte Schulz. Der Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier (CDU), äußerte sich ebenfalls positiv zum Sieg des Macron-Lagers: "Frankreich hat jetzt einen starken Präsidenten mit starker Mehrheit im Parlament", schrieb er auf Twitter. Das sei "gut für Europa und für Deutschland".

Wahlen 2017 in Frankreich: Le Pen wohl auch in Nationalversammlung

+++ 20.49 Uhr: Die französische Rechtspopulistin ist nach eigenen Angaben erstmals in die Nationalversammlung gewählt worden. Sie sei in der zweiten Runde der Parlamentswahl in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich mit an die 58 Prozent gewählt worden, sagte die Chefin der Front National (FN) am Sonntagabend. Offizielle Ergebnisse für den Wahlkreis lagen zunächst noch nicht vor.

Insgesamt seien mindestens sechs FN-Abgeordnete bereits gewählt worden, sagte Le Pen. „Wir sind die einzige Widerstandskraft gegen die Auflösung Frankreichs, seines Sozialmodells und seiner Identität.“ Bei der Präsidentenwahl hatte es Marine Le Pen in die Stichwahl gegen den späteren Sieger Emmanuel Macron geschafft.

Sie kritisierte das französische Mehrheitswahlrecht und forderte die Einführung des Verhältniswahlrechts. Es sei skandalös, dass die FN keine Fraktion in der Nationalversammlung bilden könne. Dafür sind 15 Abgeordnete nötig. Hochrechnungen sahen die Partei zwischen 5 und 8 Abgeordneten. Die Nationalversammlung hat 577 Abgeordnete.

+++ 20.32 Uhr: Mit der klaren Mehrheit in der Nationalversammlung hat Präsident Macron nun weitgehend freie Hand für seine Gesetzespläne. Bremsen könnte allenfalls der Senat, die zweite Parlamentskammer wird von der bürgerlichen Rechten dominiert. Allerdings sitzt die Nationalversammlung bei der Verabschiedung von Gesetzen am längeren Hebel. Vor allem bei der geplanten Arbeitsmarktreform sind außerdem Protestkundgebungen von Gewerkschaften zu erwarten.

+++ 20.27 Uhr:

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei der Parlamentswahl eine absolute Mehrheit für sein Reformprogramm gewonnen, könnte aber schwächer abschneiden als zunächst erwartet. Laut ersten Hochrechnungen verschiedener Institute kam Macrons Lager im zweiten Wahlgang am Sonntag auf 355 bis 425 der 577 Sitze in der Nationalversammlung. Damit kann der sozialliberale Staatschef sich in der ersten Parlamentskammer auf eine klare Mehrheit stützen.

+++ 20.20 Uhr: Die Wahlbeteiligung fiel auf ein neues Rekordtief. Sie lag laut Hochrechnungen um die 43 Prozent, noch deutlich niedriger als im ersten Wahlgang.

+++ 20.15 Uhr: Der Sieg für Macrons erst vor gut einem Jahr gegründete Mitte-Partei und ihre Verbündeten bestätigt eine historische Zäsur für die französische Politik. Die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mussten eine weitere Schlappe einstecken. Macron war vor sechs Wochen als jüngster französischer Präsident aller Zeiten in den Élyséepalast gewählt worden. 

Die bürgerliche Rechte kommt laut den Instituten Kantar Public-Onepoint, Ipsos und Elabe in der neuen Nationalversammlung auf auf 95 bis 133 Sitze. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande stürzten ab und dürften gemeinsam mit Verbündeten nur noch 27 bis 49 Sitzen bekommen. Die radikale Linke lag zwischen 10 und 30 Abgeordneten. Die Front National der Rechtspopulistin Marine Le Pen kann nur mit 4 bis 8 Abgeordneten rechnen.

+++ 20.10 Uhr: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei der Parlamentswahl in Frankreich eine klare absolute Mehrheit gewonnen. Das Parteienbündnis des sozialliberalen Staatschefs errang am Sonntag laut Hochrechnungen zwischen 355 und 425 von 577 Abgeordnetenmandaten. Konservative und Sozialisten erlitten schwere Verluste.

+++ 20.00 Uhr: Die erste Prognose ist da. Demnach hat Präsident Emmanuel Macron die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung geholt.

  • La République en marche/MoDem Macron-Bewegung und Verbündete : 355 Sitze
  • Les Républicains/UDI/Divers droite (Konservative): 125 Sitze
  • Parti socialiste/Parti radical de gauche/Divers gauche (Sozialisten): 49 Sitze 
  • La France insoumise (Linkspartei) : 19 Sitze 
  • Kommunisten: 11 Sitze
  • Front national : 8 Sitze
  • Andere : 10 Sitze

Quelle: Umfrageinstitut Ipsos-Sopra Steria für Le Monde

+++ 19.57 Uhr: In wenigen Augenblicken gibt es die erste Prognose zum Ausgang der Wahlen 2017 in Frankreich.

+++ 19.41 Uhr: Präsident Emmanuel Macron wird den Ausgang der heutigen Wahl in Frankreich mit seinen Ministerin und seiner Familie im Elysée-Palast verfolgen.

+++ 19.39 Uhr: Die französische Nationalversammlung hat 577 Sitze, von denen nur vier in der ersten Runde der Parlamentswahlen von einem Kandidaten mit über 50 Prozent der Stimmen gewonnen wurden. 

+++ 19.36 Uhr: Ob die niedrige Wahlbeteiligung heute auch daran liegt, dass die Franzosen binnen weniger Wochen schon zum vierten Mal wählen gehen dürfen? Nach zwei Runden der Präsidentschaftswahl folgten zwei Runden der Parlamentswahl. So wie es aussieht, gehen wohl 56 Prozent der Franzosen nicht wählen.

+++ 19.20 Uhr: Präsident Macron gab seine Stimme am Vormittag im Badeort Le Touquet am Ärmelkanal ab. Anders als im ersten Wahlgang begleitete seine Frau Brigitte ihn diesmal nicht mit ins Wahllokal.

Wahlen 2017 in Frankreich: Niedrige Wahlbeteiligung

+++ 19.00 Uhr: Bei der Parlamentswahl in Frankreich zeichnet sich eine historisch niedrige Beteiligung ab. Bis Sonntagnachmittag um 17.00 Uhr gaben rund 35,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Das waren gut fünf Prozentpunkte weniger als in der ersten Runde vor einer Woche zur gleichen Uhrzeit und sogar elf Prozentpunkte weniger als bei der zweiten Runde der Parlamentswahl vor fünf Jahren.

Die Beteiligung über den gesamten Wahltag wird von Meinungsforschern auf 42 bis 43 Prozent geschätzt. Das wäre ein neuer Tiefstand in der Geschichte der 1958 gegründeten Fünften Republik.

+++Frankreichs neuer Staatschef Emmanuel Macron kann aller Voraussicht nach auf eine breite Regierungsmehrheit für seine Reformagenda bauen. Das sozialliberale Bündnis des Präsidenten wurde bei der ersten Runde der Parlamentswahl am vergangenen Sonntag mit großem Abstand stärkste Kraft. Beim zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag dürfte Macron eine deutliche absolute Mehrheit in der Nationalversammlung erzielen. Die Wahlbeteiligung fiel allerdings auf ein historisches Tief.

+++ Laut den letzten Umfragen zur Wahl 2017 in Frankreich sind für Macrons Bündnis am heutigen Sonntag 400 bis 455 der 577 Sitze in der Nationalversammlung möglich. Die absolute Mehrheit liegt bei 289 Mandaten.

Wahlen 2017 in Frankreich: Das könnte Macron mit einer absoluten Mehrheit voranbringen

+++ Es wäre eine der größten parlamentarischen Mehrheiten in der Geschichte von Frankreichs 1958 gegründeter Fünfter Republik. Sie würde dem vor einem Monat gewählten Präsidenten eine Umsetzung seiner Reformvorhaben ermöglichen. Macron will unter anderem das französische Arbeitsrecht lockern.

+++Sozialisten im Krisenmodus: Die einstige Regierungspartei erlitt bei der Parlamentswahl eine erneute demütigende Niederlage. Zusammen mit verbündeten linken Politikern kommen die Sozialisten auf nur 9,5 Prozent. In der künftigen Nationalversammlung dürften die Sozialisten weniger als 40 Abgeordnete stellen - nach 277 in der bisherigen Nationalversammlung. Parteigrößen wie Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadélis und der gescheiterte Präsidentschaftskandidat Benoît Hamon schieden schon im ersten Wahlgang aus, ebenso wie eine Reihe früherer Minister.

+++ Die Sozialisten schnitten zudem schlechter ab als die Bewegung Das unbeugsame Frankreich des Linkspolitikers Jean-Luc Mélenchon, die auf elf Prozent kam. Derweil landete der frühere sozialistische Premier Manuel Valls, der als unabhängiger Kandidat angetreten war, im ersten Wahlgang vorne.

+++ Den Konservativen gelingt keine Revanche: Den konservativen Republikanern gelang es nicht, nach der Pleite ihres Präsidentschaftskandidaten François Fillon Revanche zu nehmen. Das konservative Lager kommt auf 21,5 Prozent und dürfte in der neuen Nationalversammlung zwischen 70 und 130 Abgeordnete stellen.

+++ Enttäuschung auch beim Front National: Die Rechtspopulisten blieben mit 13,2 Prozent hinter den eigenen Erwartungen zurück und dürften in der neuen Nationalversammlung weniger als zehn Abgeordnete stellen. Parteichefin Marine Le Pen landete aber in ihrem nordfranzösischen Wahlkreis weit vorne und hat gute Chancen auf ein Abgeordnetenmandat.

+++ Historisch niedrige Wahlbeteiligung: Die Wahlbeteiligung beim ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag auf einen historischen Tiefstand: Weniger als jeder zweite Wahlberechtigte - 48,7 Prozent - gab seine Stimme ab. Traditionell sorgt die Parlamentswahl in Frankreich für deutlich weniger Interesse als die Präsidentschaftswahl. Ein klarer Sieg Macrons galt zudem als ausgemacht, die Konkurrenz als chancenlos. Viele Franzosen sahen deswegen offenbar keinen Grund, zur Wahl zu gehen.

fro/dpa/AFP

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