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Maischbergers Talk bringt alles andere als „Klartext“

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Maischerbergers Talk trug den Titel „Klartext, bitte! Was wollen Merkel und Schulz für Deutschland“

In Maischbergers Talk-Runde sollte endlich „Klartext“ über die Pläne von Merkel und Schulz für Deutschland gesprochen werden - doch konkrete Antworten blieben aus. 

Berlin - Maischbergers Talk-Runde am Donnerstag trug den ambitionierten Titel „Klartext, bitte! Was wollen Merkel und Schulz für Deutschland?“. Rede und Antwort standen der CDU-Generalsektretär Peter Tauber, der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Ralf Stegner, Linke-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht und die stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Katja Suding. „Welt am Sonntag“-Journalist Robin Alexander komplettierte die Runde. 

Nach dem Debakel der SPD in den NRW-Landtagswahlen befinden sich die Parteien nun langsam aber sicher auf den Weg Richtung Wahlkampf zum Bundestag. Deshalb stand die Frage nach den Plänen und Zielen der Parteien, aber allen voran der Kanzlerkandidaten Merkel und Schulz, im Raum. 

Über Schulz: „Mischung aus Obama und Jesus Christus“

Im Talk wurden viele Themen angerissen, doch gab es auch klare Antworten auf die Fragen der Bürger? Wohl eher nicht. 

Nach drei verlorenen Landtagswahlen waren natürlich SPD-Kandidat Martin Schulz und seine derzeitigen Chancen auf das Kanzleramt ein großes Thema für die Runde. FDP-Parteivorsitzende Suding räumte Schulz immer noch reelle Chancen ein, wenn er sich „nicht so zurückhält“ wie er es im nordrhein-westfälischen Wahlkampf getan habe. 

Wagenknecht hingegen kritisierte die vielen Versprechungen von Schulz, die nicht eingehalten wurden - beispielsweise dass er den Kurs der SPD korrigieren würde. Besser wäre in ihren Augen: Weg von der umstrittenen Agenda 2010 und hin zu einem Kurs „den sie vor Schröder einmal gefahren ist“. Dann hätte Schulz „alle Chancen der Welt“ gehabt. 

Hinzu käme auch noch die Diskussionen der SPD um eine Koalition mit der FDP, die mit dem „Thema soziale Gerechtigkeit nicht viel anfangen kann“. Dies habe bei der Bevölkerung für viel Enttäuschung gesorgt. 

Ähnlich sieht es auch „Welt am Sonntag“-Journalist Robin Alexander: Schulz wäre als „Mischung aus Obama und Jesus Christus“ dargestellt worden. Doch nach dieser anfänglichen Euphorie, die auch bei den Wählern ankam, konnte die Partei nicht mit konkreten Inhalten nachsetzen. Die CDU hingegen steigerte ihr Ansehen, indem sie ihre Streitigkeiten mit der CSU nicht mehr öffentlich ausfechteten. 

Innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit bestimmen den Kurs

Offensichtlich fiel es den Anwesenden schwer mit konkreten Inhalten aufzuwarten. Zumindest können hinsichtlich des Wahlkampfes zu den Bundestagswahlen einige richtungsweisende Prognosen getroffen werden: Dieser wird wohl hauptsächlich über die Diskussion um die innere Sicherheit und soziale Gerechtigkeit ausgefochten werden. 

Unter anderem waren sich alle Diskutierenden einig, dass mehr für die Ausstattung der Polizei getan werden müsse, um das Sicherheitsgefühl innerhalb der Bevölkerung wiederherzustellen. Wagenknecht kritisierte außerdem wie wenig Gedanken man sich über die Vorbereitung zur Ankunft von einer Millionen Flüchtlingen gemacht hatte und wurde mit ihren Aussagen von Tauber sogleich mit Mitgliedern der AfD verglichen. 

Auch die Vorratsdatenspeicherung ist weiterhin ein heißes Thema: FDP-Frau Suding sprach sich weiterhin gegen diese Methode aus, weil der Bevölkerung damit nur eine „Scheinsicherheit“ vorgegaukelt werde. Frankreich habe es auch nicht vor Terroranschlägen geschützt, bemerkte die Politikerin. 

Bezüglich der sozialen Gerechtigkeit wollen sowohl FDP als auch SPD in Zukunft wieder auf Steuersenkungen setzen: Doch im Gegenzug sollen Erbschaften und Vermögen höher als zuvor versteuert werden, sprach Stegner im Namen seiner Partei. Die CDU hingegen sträubt sich gegen jegliche Steuererhöhung. Höhere Ausgaben für Bildung seien auch nicht nötig, da der Etat so groß wie noch nie sei, so Tauber.

Fazit: Viel Gerede, aber wenig Fakten

Letztendlich traf keiner der Anwesenden - trotz Maischbergers beherzter Versuche, die Diskussion in diese Richtung zu lenken - konkrete Aussagen über die Pläne der Kanzlerkandidaten für die Zukunft nach den Bundestagswahlen. Stegner fasste den Fortschritt in den Wahlprogrammen der Parteien im Prinzip passend zusammen: „So weit sind wir noch nicht.“ 

fk

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