Präsidentschaftswahl in Frankreich

Marine Le Pen: Putins ziemlich beste Freundin

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Kremlchef Wladimir Putin Ende März mit Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen in Moskau. 

Paris - Sollte Marine Le Pen die Präsidentschaftswahl in Frankreich gewinnen, dann bekäme der russische Präsident Wladimir Putin in ihr eine neue Partnerin im Elysée.

Als der russische Staatschef Wladimir Putin Ende März Marine Le Pen empfängt, ist dies für die französische Rechtspopulistin eine Art Ritterschlag: Denn die Präsidentschaftskandidatin kämpft vor der ersten Wahlrunde in Frankreich am 23. April um internationale Anerkennung. Im Fall eines Siegs baut sie auf enge Beziehungen zu Russland.

Le Pen und Putin

Putin nahm sich bei dem Treffen im Kreml am 24. März anderthalb Stunden Zeit für Le Pen. Das ist ungewöhnlich, denn er empfängt nur selten ausländische Kandidaten vor einer Wahl. Putin ist bisher mit Abstand der bedeutendste Staatschef, der Le Pen die Ehre gegeben hat. Zuvor hatte die Rechtspopulistin die Präsidenten des Libanon und des Tschad besucht. Putin selbst betonte, er wolle sich nicht in den französischen Wahlkampf einmischen.

Kurswechsel in der Französischen Russlandpolitik

Mit Le Pen hätte Putin eine dankbare Verbündete. Die Chefin der Front National (FN) strebt eine 180-Grad-Wende in der französischen Russlandpolitik an. Sie will etwa beim Kampf gegen den islamistischen Terrorismus eng mit Moskau zusammenarbeiten. Zudem hält Le Pen die Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim im Jahr 2014 für legitim. Sie verweist dabei auf das Referendum zugunsten eines Anschlusses an Russland.

Ablehnung von NATO und EU

Mit Putin teilt Le Pen auch die kritische Haltung zur Nato und zur EU. Die Front-National-Chefin strebt einen Austritt Frankreichs aus der Kommandostruktur der Nato an, in die das Land erst 2009 nach gut 40-jähriger Abwesenheit wieder eingetreten war. Zudem will sie die Bürger in einem Referendum über einen EU-Austritt abstimmen lassen.

Geld für die FN aus Moskau

Unterstützt wird die Front National aus Moskau auch finanziell. Bereits 2014 sicherte sich die FN von der russischen First Czech Russian Bank (FCRB) einen Kredit in Höhe von umgerechnet neun Millionen Euro. Als die Bank im vergangenen Juli Pleite ging, übernahm der russische Einlagensicherungsfonds die Verbindlichkeit.

Berichte über weitere Gelder aus Russland dementiert die FN hartnäckig. Französische Banken weigern sich nach Angaben der Partei allerdings weiterhin, den Rechtspopulisten Geld zu leihen. Für den Wahlkampf fehlen demnach noch sechs Millionen Euro. Um Geld soll es in dem Gespräch zwischen Le Pen und Putin nicht gegangen sein.

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