Kurz vor Jahrestag des Putschversuchs

Mehr als 7000 Soldaten und Staatsbedienstete in Türkei entlassen

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Polizisten in Zivil begleiten am 20. Juli 2016 im Zusammenhang mit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 festgesetzte Soldaten zum Gericht in Istanbul.

Kurz vor dem Jahrestag des Putschversuchs sind in der Türkei laut einem Bericht mehr als 7000 weitere Soldaten, Polizisten und Ministeriumsmitarbeiter entlassen worden.

Istanbul - Betroffen seien insgesamt 7563 Polizisten, Soldaten und Ministeriumsmitarbeiter, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf ein am Freitag veröffentlichtes Dekret. Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, 7348 Menschen seien entlassen worden, darunter gut 2300 Polizisten.

Die türkische Regierung geht seit dem gescheiterten Militärputsch gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan vor einem Jahr mit großer Härte gegen ihre Gegner vor. Bislang wurden etwa 50.000 Menschen festgenommen, weitere 100.000 wurden aus dem Staatsdienst entlassen oder suspendiert, darunter Lehrer, Richter, Soldaten und Polizisten.

Betroffen sind vor allem mutmaßliche Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, dessen Bewegung von der Regierung in Ankara für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. Gülen hat zum Jahrestag des Putschversuchs in seinem Heimatland schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Ankara gerichtet. „Im Nachgang dieses tragischen Vorkommnisses wurden die Lebensumstände zu vieler unschuldiger Menschen verdunkelt“, heißt es in einer Mitteilung, die der im US-Exil lebende Gülen am Freitag verbreiten ließ. „Sie wurden widerrechtlich von ihren Arbeitsplätzen entlassen, festgenommen, eingesperrt und sogar gefoltert - alles auf Geheiß der Regierung“, schrieb Gülen weiter. Er warf dem türkischen Präsidenten Recep Tayiip Erdogan eine Hexenjagd vor.

Auch kurdische Aktivisten, Oppositionsanhänger und Regierungskritiker wurden entlassen.

Lesen Sie hier alles zum Putschversuch in der Türkei nach. Und das könnte Sie auch interessieren:  Erstmals haben mehrere türkische Soldaten und ihre Familien Asyl in Deutschland erhalten. Das Bamf dementierte entsprechende Berichte jedoch zunächst.

AFP

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